Gold: Makroökonomische Einflüsse
Nach dem heftigen Rücksetzer am Vortag atmen Goldanleger auf. Der Kursrutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 4.900 US-Dollar lockte sofort neue Käufer an, doch die Nervosität bleibt greifbar. Alle Augen richten sich nun auf die US-Notenbank, deren Sitzungsprotokoll am Abend entscheidende Hinweise zur künftigen Zinsstrategie liefern dürfte.
Gegenbewegung nach dem Kursrutsch
Der Preis für eine Feinunze kletterte am Mittwochmorgen im Spot-Handel um 0,8 Prozent auf 4.915,90 US-Dollar. Bernard Dahdah, Analyst bei Natixis, wertet dies als klassische opportunistische Reaktion: Investoren nutzten die vergünstigten Einstiegskurse nach den Verlusten vom Dienstag.
Noch am Vortag hatte das Edelmetall über zwei Prozent eingebüßt und ein Wochentief markiert. Verantwortlich dafür waren primär zwei Faktoren:
* Geopolitische Entspannung: Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran verringerten kurzzeitig den Bedarf an sicheren Häfen.
* Währungsdruck: Ein zeitweise stärkerer US-Dollar sowie fehlende Impulse aus den feiertagsbedingt geschlossenen Märkten in Asien belasteten die Notierungen.
Neben Gold profitierten auch andere Edelmetalle von der zurückkehrenden Risikobereitschaft. Silber legte deutlich um 3,3 Prozent zu, während Platin (+1,8 Prozent) und Palladium (+2,1 Prozent) ebenfalls Boden gutmachten.
Geldpolitik bestimmt die Richtung
Der Fokus der Marktteilnehmer liegt nun vollständig auf der Federal Reserve. Das am Mittwochabend (19:00 GMT) anstehende Protokoll der Januar-Sitzung soll Aufschluss darüber geben, wie nah die erste Zinssenkung tatsächlich ist. Die Märkte preisen aktuell einen ersten Schritt für Juni ein.
Die Signale aus den Reihen der Notenbank blieben zuletzt widersprüchlich. Während Chicago-Fed-Präsident Austan Goolsbee Spielraum für mehrere Senkungen sieht, sofern die Inflation sinkt, mahnte Gouverneur Michael Barr zur Geduld. Da Gold keine Zinsen abwirft, reagiert das Metall besonders sensibel auf das Zinsumfeld – sinkende Renditen verringern die Opportunitätskosten der Goldhaltung.
Fundamentale Nachfrage stützt
Ungeachtet der täglichen Volatilität bleibt das strukturelle Bild robust. Daten des World Gold Council belegen, dass Zentralbanken ihren Diversifizierungskurs fortsetzen und im Jahr 2025 weltweit 863 Tonnen Gold kauften. Auch die ETF-Zuflüsse erreichten mit 801 Tonnen den zweithöchsten Wert der Geschichte. Dennoch dämpft Natixis die Erwartungen an eine erneute Rekordjagd: Ohne neue geopolitische Eskalationen sehen die Analysten den Durchschnittspreis für dieses Jahr bei rund 4.850 US-Dollar.
Die kurzfristige Preisentwicklung dürfte maßgeblich von den kommenden Inflationsdaten abhängen. Sollte der am Freitag anstehende PCE-Preisindex – das bevorzugte Inflationsmaß der Fed – höher ausfallen als erwartet, könnte die aktuelle Erholung schnell verpuffen. Anleger müssen sich bis dahin auf anhaltende Schwankungen einstellen.
Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 18. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








