Russland und die Türkei liquidieren ihre Goldreserven — und ausgerechnet jetzt heben US-Banken ihre Kursziele auf neue Rekordniveaus. Der Markt sendet damit widersprüchliche Signale, die den Goldpreis in einem engen Korridor halten.

Staatliche Verkäufe belasten das Sentiment

Die Türkei hat innerhalb von zwei Wochen rund 58 bis 60 Tonnen Gold im Wert von über 8 Milliarden US-Dollar veräußert oder in Swap-Geschäften eingesetzt. Der Hintergrund: steigende Energieimportkosten und erhöhte Dollarnachfrage setzen die Lira unter Druck. Mehr als die Hälfte des Goldes floss in Devisen-Swaps, der Rest wurde direkt verkauft.

Russland wiederum trennte sich in den ersten beiden Monaten des Jahres von rund 14 Tonnen — die größten Zweimonatsverkäufe seit 2002. Hohe Militärausgaben und ein Haushaltsdefizit von mindestens 2,6 Prozent des BIP zwingen den Kreml zum Griff in die Reserven, die auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gesunken sind.

Banken sehen Potenzial bis 6.300 Dollar

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Trotz des staatlichen Verkaufsdrucks zeigen sich große US-Investmentbanken unbeeindruckt. Wells Fargo erwartet bis Jahresende 2026 einen Goldpreis zwischen 6.100 und 6.300 US-Dollar — das entspräche einem Aufschlag von bis zu 43 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Als Treiber nennen die Analysten eine erwartete Dollar-Schwäche, sinkende Anleiherenditen und strukturell hohe Zentralbanknachfrage weltweit. Die Bank of America prognostiziert innerhalb von zwölf Monaten einen Preis von 6.000 Dollar.

Ob diese Erwartungen aufgehen, hängt maßgeblich an der Zinspolitik der Fed. Die Märkte rechnen derzeit mit keiner Senkung in 2026 — die erste Anpassung gilt erst für Dezember 2027 als realistisch. Genau dieser Zinsausblick hat Gold seit dem Januar-Hoch bei 5.450 Dollar deutlich unter Druck gehalten; der Preis notiert aktuell rund 18 Prozent darunter.

Nächste Impulse kommen vom Arbeitsmarkt

Die Erholung zum Wochenschluss — der Spotpreis stabilisierte sich bei rund 4.492 Dollar — deutet darauf hin, dass Gold seine Funktion als sicherer Hafen nicht vollständig verloren hat, zumal Risikoanlagen zuletzt nachgaben. Entscheidend für den weiteren Verlauf werden die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten sowie eine Rede von Fed-Chef Jerome Powell sein. Bestätigen die Daten eine robuste Konjunktur, dürfte der Zinsdruck auf Gold anhalten — und die ambitionierten Bankprognosen auf eine harte Probe stellen.

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