Gold hat in wenigen Tagen vom Rekordlauf in eine harte Korrektur gedreht. Der Auslöser lag nicht in einem einzelnen „Schockmoment“, sondern in einer Mischung aus stärkeren Dollar-Signalen, höheren Handelsanforderungen und klassischer Gewinnmitnahme nach einer überhitzten Rally. Entscheidend ist jetzt: Tragen Zentralbanken und ETF-Zuflüsse den Markt weiter – oder dominiert erst einmal die Abkühlung?

Was den Rücksetzer ausgelöst hat

Im Zentrum stand zuletzt ein Stimmungswechsel rund um die US-Notenbank. Laut Berichten spielte die Nominierung von Kevin Warsh als Fed-Vorsitzenden durch US-Präsident Donald Trump eine wichtige Rolle. Die Entscheidung wurde am Markt als Signal für die Wahrung der Fed-Unabhängigkeit gewertet. Das nahm Sorgen aus dem Markt – und stützte den US-Dollar.

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Ein stärkerer Dollar ist für Gold häufig Gegenwind. Für Käufer außerhalb der USA wird das Edelmetall teurer, die Nachfrage kühlt tendenziell ab.

Hinzu kam ein technischer Verstärker: Die CME Group erhöhte die Margin-Anforderungen für Edelmetall-Futures. Höhere Sicherheiten zwingen manche Marktteilnehmer, Positionen zu reduzieren – das kann Verkaufsdruck in ohnehin nervösen Phasen beschleunigen.

Die wichtigsten Fakten (Stand: Dienstag, 03. Februar 2026):
- Aktueller Goldpreis: 4.931,60 USD
- 7 Tage: -4,81% (Rücksetzer nach dem starken Lauf)
- 30 Tage: +10,58%, seit Jahresanfang: +13,58%
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch (5.450,00 USD): -9,51%
- 30-Tage-Volatilität (annualisiert): 41,20%, RSI (14): 57,7

Gewinnmitnahmen nach „parabolischem“ Anstieg

Dass der Markt so empfindlich reagierte, hat auch mit der Vorgeschichte zu tun: Gold hatte zuvor eine außergewöhnliche Rally hingelegt. Laut World Gold Council stieg der Preis 2025 um über 60% – die stärkste Jahresperformance seit 1979. Im Januar 2026 schob sich Gold zeitweise deutlich nach oben und erreichte neue Höhen.

Marktbeobachter beschrieben die Bewegung als extrem. So sprach Mark Matthews (Bank Julius Baer) laut Reuters von „parabolisch“ steigenden Preisen – und davon, dass Gewinnmitnahmen den Verkaufsdruck anschließend stark verstärkten. In solchen Phasen reicht oft ein Impuls, damit aus „Kasse machen“ eine Kettenreaktion wird.

Fundamentale Nachfrage: Zentralbanken und ETFs bleiben der Anker

Trotz der Korrektur verweisen große Häuser auf strukturelle Treiber. J.P. Morgan hob laut Mitteilung vom 2. Februar 2026 das Kursziel auf 6.300 USD bis Jahresende an und erwartet für 2026 Zentralbankkäufe von 800 Tonnen. Gregory Shearer (J.P. Morgan) betonte den mittelfristigen Diversifikationstrend als Stütze.

Auch die Nachfrage über ETFs blieb zuletzt ein gewichtiger Faktor: Für 2025 meldete der World Gold Council Rekordzuflüsse von 89 Mrd. USD beziehungsweise 801 Tonnen – das höchste Niveau seit 2020. Sollte die US-Notenbank ihren Zinssenkungszyklus fortsetzen, könnten Zuflüsse laut Analysten weiter Rückenwind liefern, weil sinkende Zinsen die Opportunitätskosten von Gold reduzieren.

Zum Ausblick passen die Bandbreiten: UBS sieht laut Reuters 6.200 USD für die ersten drei Quartale 2026. Der World Gold Council skizziert Szenarien von +15 bis +30% bei wirtschaftlicher Abschwächung bis zu -5 bis -20% bei einer erfolgreichen Reflation. Nach dem Rücksetzer bleibt damit vor allem eines wahrscheinlich: Gold dürfte kurzfristig schwankungsanfällig bleiben – auch wenn die strukturelle Nachfrage als Stabilitätsfaktor im Markt verankert ist.

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