Pharmakonzern Gilead einigt sich mit 202 Millionen Dollar auf Vergleich wegen mutmaßlicher Bestechung von Ärzten. Welche Vorwürfe liegen genau vor?

Ein teures Nachspiel: Gilead Sciences muss tief in die Tasche greifen. Wegen des Vorwurfs illegaler Zahlungen an Ärzte legt der Pharmakonzern einen Rechtsstreit mit einer 202-Millionen-Dollar-Zahlung bei. Doch was genau wird dem Unternehmen vorgeworfen?

Im Kern geht es um den Verdacht systematischer Schmiergeldzahlungen über mehrere Jahre hinweg. Zwischen 2011 und 2017 soll das Unternehmen Ärzte mit großzügigen Zuwendungen dazu bewegt haben, seine HIV-Medikamente wie Biktarvy, Descovy oder Genvoya zu verschreiben.

Die Methoden waren offenbar vielfältig: Neben Honoraren für Vortragstätigkeiten sollen Gelder für opulente Abendessen in Spitzenrestaurants und gesponserte Reisen zu attraktiven Zielen wie Hawaii oder New Orleans geflossen sein. Allein die Rednerhonorare beliefen sich laut Ermittlern in diesem Zeitraum auf über 23 Millionen Dollar.

Illegale Praktiken im Visier der Justiz

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Die New Yorker Staatsanwaltschaft wertete dieses Vorgehen als klaren Verstoß gegen den „False Claims Act“. Dieses US-Bundesgesetz verbietet betrügerische Forderungen gegenüber staatlichen Programmen. Durch die mutmaßlichen Kickbacks seien die staatlichen Gesundheitssysteme Medicare und Medicaid sowie andere Programme finanziell geschädigt worden.

Gilead selbst erklärte, man habe dem Vergleich zugestimmt, um die Kosten und die Ablenkung eines möglichen langwierigen Gerichtsverfahrens zu vermeiden. Eine entsprechende Rückstellung für die Millionenzahlung wurde bereits im Schlussquartal des vergangenen Jahres gebildet.

Ins Rollen gebracht wurde der Fall bereits 2016 durch einen Whistleblower – einen Arzt, der selbst HIV/AIDS-Patienten behandelt. Solche Hinweisgeber können in den USA am Ergebnis von Verfahren beteiligt werden, die sie anstoßen.

Trotz des juristischen Ärgers lief das Geschäft mit HIV-Präparaten zuletzt finanziell rund: 2024 stiegen die Umsätze in diesem Segment um 8 Prozent auf beachtliche 19,61 Milliarden US-Dollar. Der Vergleich beendet nun dieses kostspielige Kapitel für den Pharmariesen.

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