Fiserv steckt nach einem Kurssturz von rund 68 Prozent in einer schwierigen Phase. Schwache Quartalszahlen, eine deutliche Prognosesenkung und Probleme im wichtigen Clover-Geschäft haben das Vertrauen vieler Anleger erschüttert. Parallel dazu senken mehrere Analysten ihre Kursziele teils drastisch, während das Management mit einer internationalen Expansion gegensteuert.

  • Kursrückgang rund 68 % vom Hoch
  • Deutliche Zielsenkungen mehrerer Analysten
  • Q3/2025 deutlich unter den Erwartungen
  • Clover-Plattform und Bankgeschäft unter Druck
  • Neue Partnerschaft in Japan als strategischer Gegenakzent

Analysten drehen den Daumen

An der Wall Street haben mehrere Häuser ihre Erwartungen an Fiserv deutlich zurückgenommen. B. Riley senkte am 17. Januar das Kursziel von 105 auf 76 US‑Dollar und blieb bei einer neutralen Einstufung. Begründung: ein verhaltener Ausblick für 2026 und notwendige Investitionen in Technologie und Betrieb, die die Margen voraussichtlich unter den Branchenschnitt drücken.

Noch schärfer fielen andere Anpassungen aus:

  • Tigress Financial: Kursziel von 250 auf 95 US‑Dollar gekürzt
  • TD Cowen: Ziel von 80 auf 77 US‑Dollar reduziert
  • Aktueller Kursbereich: etwa 66–67 US‑Dollar
  • 52‑Wochen‑Spanne: 59,56 bis 238,59 US‑Dollar
  • Marktkapitalisierung: rund 36 Milliarden US‑Dollar

Die Summe dieser deutlichen Zielsenkungen unterstreicht die Skepsis, dass Expansionsprojekte kurzfristig die operativen Probleme im Kerngeschäft ausgleichen können.

Q3/2025 als Wendepunkt

Auslöser der aktuellen Schwächephase war der Bericht zum dritten Quartal 2025. Fiserv verfehlte die Erwartungen klar: Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 2,04 US‑Dollar knapp 23 Prozent unter den Marktschätzungen. Der Umsatz blieb rund 8 Prozent hinter den Prognosen zurück.

Besonders belastend wirkte die drastische Anpassung der Jahresziele. Das Management hatte zuvor ein Umsatzwachstum von etwa 10 Prozent in Aussicht gestellt. Diese Spanne wurde auf nur noch 3,5 bis 4 Prozent reduziert. Auf diese Kombination aus Ergebnisverfehlung und stark gekappter Prognose reagierte die Aktie mit einem Kurseinbruch von nahezu 50 Prozent.

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Clover verliert an Schwung

Auch operativ häufen sich die Probleme. Die Clover-Plattform, früher ein Wachstumstreiber im Point-of-Sale-Geschäft, gerät unter Druck. CEO Mike Lyons stellte für das vierte Quartal einen sequenziellen Umsatzrückgang von 10 Prozent in Aussicht. Begründet wurde dies mit der Abschaffung bestimmter Gebühren, die nicht mehr zur strategischen Ausrichtung gepasst hätten.

Hinzu kommen Hinweise auf wachsenden Unmut bei Händlern über hohe Kosten. Zudem haben institutionelle Investoren Klage eingereicht. Der Vorwurf: Fiserv soll Bestandskunden zwangsweise auf Clover migriert haben, um die Wachstumszahlen künstlich aufzubessern. Das Unternehmen weist diese Anschuldigungen zurück.

Im Bankengeschäft setzte sich die Schwäche fort. Die Erlöse in dieser Sparte sanken um 7 Prozent, da Finanzinstitute bei IT‑Modernisierungen zunehmend auf Wettbewerber zurückgreifen.

Strategische Öffnung nach Japan

Als Gegenpol zu den Problemen im Heimatmarkt setzt Fiserv stärker auf internationale Expansion. Am 21. Januar 2026 gab das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Sumitomo Mitsui Card Company bekannt. Ziel ist, die Clover-Lösung in Japan einzuführen, der Marktstart ist für Ende 2026 geplant.

Der Schritt fügt sich in die nationale Strategie Japans, den Anteil bargeldloser Zahlungen bis 2030 auf 65 Prozent zu steigern. Die Kooperation zielt auf Millionen kleiner und mittlerer Unternehmen im Einzelhandel und Gastgewerbe. CEO Lyons bezeichnete die Partnerschaft als wichtigen Baustein der globalen Clover-Strategie, die bereits Märkte wie Brasilien und Australien umfasst.

Entscheidende Termine voraus

Die kommenden Wochen haben es für Fiserv in sich. Am 10. Februar legt das Unternehmen die Zahlen für das vierte Quartal vor. Im Vorfeld haben institutionelle Investoren ihre Positionen bereits reduziert, die Zahl der engagierten Hedgefonds sank von 94 auf 83.

Zudem rückt der für die erste Jahreshälfte angekündigte Investorentag in den Fokus. Dort soll das Management eine belastbare Perspektive für eine nachhaltige Ergebniswende aufzeigen. Bei einem erwarteten KGV von rund 8 auf Basis der Schätzungen und einem durchschnittlichen Analystenkursziel von 84,75 US‑Dollar prallen aktuell deutlich unterschiedliche Einschätzungen aufeinander, ob das internationale Wachstum die Probleme im US‑Geschäft mittelfristig kompensieren kann.

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