Fiserv steckt weiter in einer schwierigen Phase. Nach dem Einbruch der Q3-2025-Zahlen hängt der Kurs im mittleren 60-Dollar-Bereich fest, während das Management zugleich an der internationalen Expansion arbeitet und sich auf die Q4-Veröffentlichung vorbereitet. Der Markt blickt damit auf eine Mischung aus belasteten Fundamentaldaten und neuen Wachstumsinitiativen.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Q3 2025 mit deutlicher Verfehlung der Erwartungen und gekappter Jahresprognose
  • Kursrückgang von rund 48 % seit dem Oktober-Bericht, Bewertung deutlich gedrückt
  • Clover-Geschäft im Fokus wegen Gebührenstruktur und Wachstumsmethodik
  • Neue Japan-Partnerschaft und „One Fiserv“-Programm sollen Erholung einleiten
  • Q4-Zahlen und Investorentag 2026 werden zur Bewährungsprobe

Japan-Partnerschaft als Wachstumshebel

Fiserv hat am 21. Januar eine strategische Kooperation mit Sumitomo Mitsui Card Company (SMCC) bekanntgegeben, um die Clover-Plattform in Japan einzuführen. Zielgruppe sind mehrere Millionen kleine und mittlere Unternehmen aus Handel, Gastronomie und Dienstleistungssektor.

Kernpunkte der Kooperation:

  • Marktstart: Geplant für Ende 2026
  • Zielmarkt: KMU in ganz Japan mit Bedarf an digitalen Zahlungslösungen
  • Strategisches Ziel: Beitrag zum nationalen Cashless-Ziel von 65 % bis 2030
  • Funktionalität: Unterstützung mehrerer Filialen, Smartphone-basierte Nutzung, zentrale Steuerungstools

Für Fiserv bedeutet der Schritt eine spürbare Ausweitung der Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum, nachdem Clover bereits in Brasilien und Australien ausgerollt wurde. Die Partnerschaft zielt klar auf strukturelles Wachstum in einem Markt, der die Digitalisierung von Zahlungen politisch forciert.

Q4-Zahlen rücken in den Fokus

Fiserv will die Zahlen zum vierten Quartal am 10. Februar vor Börsenstart vorlegen, begleitet von einem Webcast um 7 Uhr CT. Die Veröffentlichung erfolgt in einem angespannten Umfeld nach dem schwachen dritten Quartal 2025, das den Kurs stark unter Druck gebracht hat.

Die Q3-2025-Ergebnisse im Überblick:

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  • Bereinigter Gewinn je Aktie: 2,04 US-Dollar, rund 23 % unter den Schätzungen
  • Umsatz: Etwa 8 % unter den Erwartungen der Wall Street
  • Ausblick 2025: Deutliche Senkung der Prognose

Das Management reduzierte die Ziele für 2025 von rund 10 % organischem Umsatzwachstum und einem bereinigten EPS von 10,15–10,30 US-Dollar auf nur noch 3,5–4 % organisches Wachstum und ein bereinigtes EPS von 8,50–8,60 US-Dollar. Das Ausmaß dieser Kürzung erklärt, warum die anstehenden Q4-Zahlen als wichtiger Belastungstest gelten.

Bewertung nach Kurseinbruch

Die Aktie notiert deutlich unter früheren Niveaus. In den vergangenen zwölf Monaten schwankte der Kurs zwischen 59,56 und 238,59 US-Dollar, aktuell bewegt er sich nahe der unteren Spanne. Seit dem Ergebnisbericht im Oktober hat das Papier rund 48 % an Wert verloren.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt inzwischen bei etwa dem 10-Fachen des bereinigten Gewinns. Diese Bewertung spiegelt die Skepsis vieler Investoren gegenüber den kurzfristigen Aussichten wider und setzt das Management unter Zugzwang, belastbare Fortschritte zu liefern.

Clover im Zentrum der Kritik

Ein wesentlicher Auslöser der jüngsten Probleme ist das Clover-Zahlungsabwicklungsgeschäft. CEO Mike Lyons stellte in Aussicht, dass der Umsatz im vierten Quartal gegenüber dem dritten Quartal um 10 % zurückgehen werde. Hintergrund ist die Einstellung bestimmter Gebühren, die laut Management „nicht mehr im Einklang mit der Geschäftsstrategie“ standen.

Berichten zufolge hatten sich Kunden von Clover zunehmend über hohe Gebühren beklagt. Zudem klagt ein institutioneller Aktionär gegen Fiserv und wirft dem Unternehmen vor, Investoren getäuscht zu haben, indem Migrationen von Bestandskunden auf Clover als organisches Wachstum ausgewiesen worden seien. Fiserv weist diese Vorwürfe zurück.

Zusätzlichen Druck brachte die Banken-Sparte, die im dritten Quartal einen Umsatzrückgang von 7 % im Jahresvergleich auswies. Das verweist auf breitere Herausforderungen im Bereich Kernbanktechnologie, da Finanzinstitute verstärkt nach moderneren Lösungen suchen.

„One Fiserv“ und nächste Schritte

Als Reaktion hat das Unternehmen das Maßnahmenprogramm „One Fiserv“ gestartet. Im Zentrum stehen stärkere Kundenorientierung und die Nutzung bestehender Kompetenzen über die Geschäftsbereiche hinweg. Parallel dazu kam es zu personellen Veränderungen im Top-Management, einschließlich der Ernennung von Mike Lyons zum CEO im Jahr 2025.

Für die erste Jahreshälfte 2026 ist ein Investorentag geplant, auf dem Fiserv seine strategische Ausrichtung detailliert vorstellen will. Zusammen mit den Q4-Zahlen und der neuen Japan-Partnerschaft entsteht damit eine Reihe klar datierter Ereignisse, an denen sich zeigen wird, ob das Unternehmen sein Geschäft stabilisieren und verlorenes Vertrauen am Kapitalmarkt schrittweise zurückgewinnen kann.

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