Die Vorlage der neuen Strategie „Horizon" hat Evotec teuer zu stehen gekommen. Seit der Ankündigung des Restrukturierungsprogramms am 10. März befindet sich die Aktie im freien Fall — und notiert nun auf dem tiefsten Stand seit Jahren.

Prognose reißt Erwartungen

Der Kern des Problems liegt in der Jahresprognose. Für 2026 stellt das Hamburger Biotech-Unternehmen ein bereinigtes EBITDA von lediglich 0 bis 40 Millionen Euro in Aussicht — Analysten hatten im Vorfeld über 80 Millionen Euro erwartet. Das Management bezeichnet das Jahr selbst als „Übergangsjahr", in dem operative Verbesserungen erst in der zweiten Jahreshälfte spürbar werden sollen. Kein Wunder, dass der Markt das skeptisch aufnimmt.

Deutsche Bank Research zog daraus die Konsequenz und senkte das Kursziel von 6,00 auf 4,50 Euro. Analyst Fynn Scherzler verwies auf die Abhängigkeit vom späteren Jahresverlauf und bezeichnete die mittelfristigen Ziele als weiterhin ambitioniert — die Einstufung „Hold" blieb unverändert. RBC hält dagegen: Die Analysten bestätigten ihr „Outperform"-Rating mit einem Kursziel von 10 Euro und argumentierten, die mittelfristigen Umsatz- und Margenziele seien durch „Horizon" nicht wesentlich verändert worden.

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Umbau mit hohem Preis

Das Programm selbst ist tiefgreifend. Evotec plant, seinen Standort-Fußabdruck von zuletzt 14 auf künftig 10 Standorte zu reduzieren und bis zu 800 Stellen abzubauen. Die eingeplanten Einsparungen von rund 75 Millionen Euro jährlich sollen bis Ende 2027 realisiert sein — belastet durch einmalige Restrukturierungskosten von rund 100 Millionen Euro bis 2028.

Das Kerngeschäft Drug Discovery & Preclinical Development schwächelt derweil: Die Umsätze sanken 2025 um 13 Prozent auf rund 529 Millionen Euro, das Segment-EBITDA rutschte in den negativen Bereich. Gegenläufig entwickelte sich das Biologics-Geschäft Just – Evotec Biologics mit einem Umsatzplus von rund 40 Prozent auf 259 Millionen Euro — der einzige echte Lichtblick im Zahlenwerk.

Zusätzlichen Druck erzeugt eine US-Kanzlei, die mögliche Investorenansprüche prüft — ein nach starken Kursrückgängen nicht unübliches Vorgehen, das die Stimmung aber weiter belastet.

Nächster Prüfstein im April

Mittelfristig peilt Evotec Erlöse von über einer Milliarde Euro bis 2030 an, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 20 Prozent ab 2028. Die Aktie hat seit ihrem 52-Wochen-Hoch von 8,32 Euro mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren und liegt nun rund 30 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Am 8. April präsentiert Evotec die finalen Zahlen für 2025 — der Termin wird zeigen, ob die Fortschritte im Biologics-Segment die Schwäche im Kerngeschäft tatsächlich kompensieren können und ob „Horizon" mehr ist als ein ambitionierter Plan auf dem Papier.

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