Evotec startet mit zwei klaren Signalen ins Jahr 2026: frisches Fördergeld der Gates Foundation für die Biologics-Sparte und ein deutlich erhöhter Stimmrechtsanteil von Goldman Sachs. Gleichzeitig treibt das Unternehmen den Umbau zu einem kapitaleffizienteren Modell voran. Wie greifen diese Entwicklungen ineinander?


Neue Gates-Förderung für Biologics

Die US-Tochter Just – Evotec Biologics in Seattle hat Anfang Januar einen weiteren Förderzuschuss der Gates Foundation erhalten. Laut Unternehmensmeldung vom 8. Januar 2026 fließen die Mittel in die KI-gestützte Optimierung von Antikörper-Therapeutika auf Basis der hauseigenen molekularen Design-Plattform „J.MD“.

Kernziel der Kooperation ist es, den globalen Zugang zu Biotherapeutika zu verbessern. Konkret ermöglicht der neue Zuschuss zehn zusätzliche J.MD-Projekte über die nächsten drei Jahre.

Im Fokus stehen dabei unter anderem Optimierungen von:

  • Titer (Produktionsausbeute)
  • Pharmakokinetik (Verlauf von Aufnahme und Abbau im Körper)
  • Immunogenität (unerwünschte Immunreaktionen)
  • Stabilität von monoklonalen Antikörpern und anderen biologischen Wirkstoffen

Damit stärkt Evotec die Rolle der Biologics-Sparte im Verbund mit daten- und KI-getriebenen Technologien.


Goldman Sachs stockt auf

Parallel zum operativen Fortschritt gab es im Januar Bewegung in der Aktionärsstruktur. Am 16. Januar 2026 meldete Evotec gemäß Wertpapierhandelsgesetz eine neue Schwellenüberschreitung durch The Goldman Sachs Group.

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  • Neuer Anteil: rund 6,12 % der Stimmrechte
  • Zuvor: 3,68 %
  • Struktur: Kombination aus direkt gehaltenen Aktien und Finanzinstrumenten

Neben Goldman Sachs zählen laut Stand Dezember 2025 Triton GP HoldCo SARL und Mubadala Investment Company zu den Großaktionären mit jeweils mehr als fünf Prozent der Anteile. Der Streubesitz liegt nach Unternehmensangaben bei etwa 83 Prozent und bleibt damit hoch.


Strategischer Umbau und Sandoz-Deal

Evotec befindet sich in einer strategischen Neuausrichtung hin zu einem kapitaleffizienteren Geschäftsmodell. Ein zentraler Baustein war im Dezember 2025 der Verkauf des Biologics-Produktionsstandorts in Toulouse an Sandoz.

Die Eckpunkte der Transaktion:

  • Vorauszahlung: rund 350 Mio. US-Dollar
  • Zusätzliche Erlöse: über 300 Mio. US-Dollar aus Lizenzen, Meilensteinen und Entwicklungsleistungen im Zeitraum 2026 bis 2028

Mit dem Deal trennt sich Evotec von einem kapitalintensiven Produktionsstandort, bleibt aber über Lizenz- und Entwicklungsvereinbarungen am wirtschaftlichen Potenzial beteiligt. Der Standort Redmond fungiert weiterhin als Kompetenzzentrum und unterliegt im Originator-Markt keinen kommerziellen Einschränkungen.

Damit verschiebt Evotec den Fokus klar in Richtung F&E- und Plattformkompetenz, während Teile der kommerziellen Produktion ausgelagert sind.


Wichtige Termine im Jahr 2026

Für das laufende Jahr stehen mehrere Unternehmens-Events an, die zusätzliche Einblicke in den Fortschritt des Umbaus und die operative Entwicklung liefern dürften:

  • 8. April 2026: Geschäftsbericht 2025
  • 6. Mai 2026: Quartalsmitteilung Q1 2026
  • 11. Juni 2026: Hauptversammlung in Hamburg
  • 13. August 2026: Halbjahresfinanzbericht 2026
  • 5. November 2026: Quartalsmitteilung Q3 2026

Der nächste wesentliche Ankerpunkt ist damit die Vorlage des Geschäftsberichts im April, bei der Evotec die finanziellen Effekte der Sandoz-Transaktion und die Positionierung der Biologics-Aktivitäten im neuen Modell konkreter darstellen kann.

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