Eutelsat hat die letzte Etappe seiner Finanzierungsrestrukturierung abgeschlossen. Damit ist die Refinanzierung vorerst vom Tisch – operativ rückt jetzt umso stärker in den Fokus, ob das schnell wachsende LEO-Geschäft die Schwäche im klassischen Videogeschäft auffangen kann. An der Börse bleibt der Ton allerdings vorsichtig: Der Kurs steht weiter unter Druck.

Neue Anleihe ersetzt teure Schulden

Die planmäßig am Mittwoch abgeschlossene Anleiheemission über insgesamt 1,5 Milliarden Euro markiert den Schlussstein der Refinanzierung. Das frische Geld nutzt Eutelsat zur Rückzahlung bestehender Verbindlichkeiten – und ersetzt damit teureres Fremdkapital.

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Die Struktur: 850 Millionen Euro (Fälligkeit 2031) mit 5,75% Kupon sowie 650 Millionen Euro (Fälligkeit 2033) mit 6,25% Kupon. Entscheidend: Die endgültigen Konditionen fielen günstiger aus als zwischenzeitlich erwartete Renditen von bis zu 6,875%. Das verschafft finanziell etwas mehr Luft für den Ausbau der LEO-Aktivitäten.

Ratings rauf, Staat blockt Teilverkauf

Parallel zur sinkenden Verschuldung verbesserten sich die Bonitätsnoten. Das Verhältnis Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA sank binnen eines Jahres von 3,92 auf 2,00. Fitch hob das Rating um drei Stufen auf BB an, Moody’s um zwei Stufen auf Ba3.

Politisch gab es jedoch einen Dämpfer: Ein geplanter Teilverkauf an Private-Equity-Investoren (rund 550 Millionen Euro) wurde von der französischen Regierung blockiert. Der Staat hält knapp 30% und stufte die Antenneninfrastruktur als strategisch relevant für zivile und militärische Anwendungen ein. Laut Management gefährdet das die finanzielle Perspektive im laufenden Geschäftsjahr nicht; die Ziele bleiben bestätigt: stabile Gesamtumsätze und ein Net Debt/EBITDA von rund 2,7x.

LEO wächst, Video bremst – Aktie bleibt angeschlagen

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 zeigte sich der Umbau im Zahlenbild deutlich: LEO-Erlöse stiegen um rund 60% auf 110,5 Mio. Euro, während Video-Erlöse um 12,3% auf 266,5 Mio. Euro zurückgingen. Die bereinigte EBITDA-Marge sank auf 52,1% (Vorjahr: 55,2%).

Der Ausbau geht dabei mit hohen Investitionen einher: Eutelsat bestellte 340 neue LEO-Satelliten bei Airbus (insgesamt 440 inklusive früherer Bestellungen). Eine ECA-Finanzierung von knapp 975 Mio. Euro soll die Mittel absichern und die Kontinuität der OneWeb-Konstellation sichern.

Auch charttechnisch bleibt die Lage angespannt: Am Dienstag rutschte die Aktie bei 2,09 Euro unter die 50-Tage-Linie.

Ausblick: Nächster Test im Mai

Mit abgeschlossener Refinanzierung verlagert sich der Fokus auf die operative Umsetzung – und auf eine klare Kennziffer: Kann das LEO-Wachstum die Rückgänge im Videogeschäft bei gleichzeitig hohen Investitionen überkompensieren? Der nächste konkrete Prüfstein kommt am 12. Mai, wenn Eutelsat die Umsatzzahlen für das dritte Quartal vorlegt.

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