Ethereum bekommt diese Woche gleich zwei gegensätzliche Signale aus dem eigenen Lager. Während die Ethereum Foundation beginnt, Teile ihrer Treasury zu staken, verkauft Mitgründer Vitalik Buterin weiter ETH aus seinem Privatbestand. Was wie ein Widerspruch wirkt, zeigt vor allem eins: Die Debatte um Angebot, Nachfrage und „Wertabschöpfung“ des Netzwerks ist wieder voll da.

Foundation setzt auf Staking-Erträge

Die Ethereum Foundation hat am Dienstag (24. Februar) den Start ihres Staking-Programms bekanntgegeben. Zum Auftakt wurden 2.016 ETH eingezahlt – langfristig sollen insgesamt rund 70.000 ETH gestakt werden.

Technisch setzt die Foundation dabei auf die Open-Source-Tools Dirk und Vouch des Infrastruktur-Anbieters Attestant. Dirk arbeitet als verteilter Signierer über mehrere Regionen hinweg, Vouch übernimmt Validator-Aufgaben und unterstützt verschiedene Client-Kombinationen. Laut Foundation kommt eine Mischung aus „Minority Clients“ sowie teils gehosteter Infrastruktur und teils eigener Hardware in mehreren Jurisdiktionen zum Einsatz.

Wichtig für den Kern der Meldung: Die Staking-Erträge fließen direkt zurück in die Treasury und sollen Protokollforschung, Ökosystem-Entwicklung und Grants finanzieren. Die Foundation spricht von „nativen, in ETH denominierten Erträgen“ – und betont zugleich, man unterwerfe sich damit denselben operativen Anforderungen wie andere Staker.

Buterin verkauft – aber in Marktgröße überschaubar

Parallel dazu hat Vitalik Buterin seine ETH-Verkäufe im Februar beschleunigt. On-Chain-Daten zufolge wurden seit dem 2. Februar insgesamt rund 10.723 ETH veräußert (im Gegenwert von etwa 21–22 Mio. US-Dollar zu damaligen Preisen). Hintergrund ist eine Aussage vom 30. Januar: Buterin wollte 16.384 ETH abziehen und verkaufen, um Projekte rund um Ökosystem-Entwicklung, Open Source und weitere Initiativen zu finanzieren – in einer Phase „milder Austerität“ bei der Foundation.

Laut Arkham Intelligence hält Buterin weiterhin rund 224.104 ETH. Und trotz der Aufmerksamkeit: Analysten verweisen darauf, dass die Februar-Verkäufe nur einen sehr kleinen Teil des typischen täglichen Handelsvolumens ausmachen (Spot und Derivate zusammengenommen).

Auffällig ist zudem, dass der Markt die zusätzliche Angebotsmenge offenbar aufnimmt: Laut CoinDesk wurden während der Verkäufe unter anderem Käufe durch ShapeShift-Gründer Erik Voorhees sowie einen „Whale“ mit Bezug zu Matrixport beobachtet (Lookonchain-Daten).

Kursdruck kommt auch von außen – und aus der Struktur

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Der Gegenwind für ETH ist nicht nur „intern“ erklärbar. Im breiteren Abverkauf am Kryptomarkt treffen ein starker US-Dollar, straffere Zinserwartungen an die Fed und die Folgen neu angekündigter globaler Zollerhöhungen auf riskantere Assets. Forbes berichtete außerdem von massiven Liquidationen gehebelter Krypto-Positionen in einer frühen Februar-Session.

Dazu kommt ein struktureller Punkt, den Forbes hervorhebt: Seit dem Dencun-Upgrade (2024) zahlen Layer-2-Netzwerke deutlich geringere Gebühren an Ethereums Mainnet. Die Nutzung steigt zwar, doch die Burn-Rate von ETH ist deutlich gefallen. Damit gerät ein zentraler Teil der früheren Erzählung unter Druck, wonach mehr Aktivität automatisch stärker deflationär wirkt.

Auch bei den ETH-Spot-ETFs ist laut Forbes nach anfänglichen Nettozuflüssen inzwischen Sand im Getriebe: Die Entwicklung habe sich abgeschwächt und in anhaltende Nettoabflüsse gedreht.

Zum Marktbild passt: Auf Basis der bereitgestellten Daten steht Ethereum trotz der Erholung gestern weiter klar unter Druck – seit Jahresbeginn liegt das Minus bei -36,04%.

Upgrades: Glamsterdam und Hegota als nächste Wegmarken

Nach vorne schauen Entwickler und Foundation auf zwei Themenpakete. Für die zweite Jahreshälfte 2026 wurde laut Decrypt (via Yahoo Finance) das FOCIL-Protokoll (EIP-7805) für das Hegota-Upgrade bestätigt. Der Mechanismus soll pro Block zufällig 17 Validatoren auswählen, die „Inclusion Lists“ einreichen – als Schutz gegen Transaktionszensur durch einzelne Akteure.

Das nächste große Upgrade davor ist Glamsterdam, das in der ersten Hälfte 2026 kommen soll. Laut dem „Protocol Priorities“-Beitrag der Foundation stehen hier unter anderem parallele Ausführung, höhere Gas-Limits und weiteres „Blob Scaling“ im Fokus.

Zum nächsten konkreten Etappenziel zählt damit vor allem, ob Glamsterdam in der ersten Jahreshälfte 2026 die technische Basis so verbessert, dass steigende Nutzung wieder stärker in ökonomischen Nutzen für ETH übersetzt werden kann.

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