Ethereum: Wackelige Perspektiven
Die zweitgrößte Kryptowährung der Welt balanciert bei 3.000 Dollar auf Messers Schneide – und das ausgerechnet wenige Tage vor einem der wichtigsten technischen Upgrades ihrer Geschichte. Während die Fusaka-Aufrüstung am 3. Dezember für massiv gestiegene Kapazitäten sorgen soll, verkaufen ausgerechnet die treuesten Investoren in besorgniserregendem Tempo ihre ETH-Bestände. Steht Ethereum vor einem Durchbruch oder einem Absturz?
Langfrist-Anleger werfen das Handtuch
Die Zahlen sind alarmierend: Zwischen dem 22. und 28. November haben sogenannte Long-Term Holder – jene Adressen, die normalerweise für Stabilität sorgen – ihre Verkäufe dramatisch hochgefahren. Von anfänglich 334.600 ETH kletterte die Verkaufswelle binnen nur sechs Tagen auf knapp 973.000 ETH. Das entspricht einer Steigerung um satte 191 Prozent. Am 26. November erreichte der Ausverkauf mit 1,1 Millionen ETH sogar einen lokalen Höhepunkt.
Diese massive Kapitulation der Langfristhalter ist mehr als nur ein statistisches Detail – sie markiert einen fundamentalen Stimmungswandel. Ausgerechnet jene Investoren, die Ethereum durch alle Höhen und Tiefen begleitet haben, ziehen sich zurück. Das Hodler Net Position Change Metric von Glassnode blieb den gesamten November über tief im negativen Bereich.
Fusaka-Upgrade: Technischer Meilenstein ohne Garantie
Am 3. Dezember um 21:49 UTC aktiviert Ethereum das Fusaka-Upgrade – eine Kombination aus den Execution-Layer-Verbesserungen "Osaka" und den Consensus-Layer-Updates "Fulu". Die technischen Verbesserungen klingen beeindruckend: Peer Data Availability Sampling (PeerDAS) soll die Blob-Datenkapazität um das Achtfache erhöhen. Das Standard-Gaslimit steigt auf 60 Millionen, die Blockgröße auf 10 MB.
Weitere Durchsatzsteigerungen folgen bereits am 9. Dezember (BPO1) und 7. Januar 2026 (BPO2). Das EIP-7918-Update soll zudem die Blob-Gebühren stabilisieren und für konsistente Fee-Burn-Ströme sorgen.
Doch ein Blick in die Vergangenheit dämpft allzu große Euphorie. Zwar brachten frühere Upgrades teils spektakuläre Kurssteigerungen – die Beacon Chain +600%, der London Fork +85% – doch Makrofaktoren wie Bitcoin-Kursentwicklung, ETF-Zuflüsse und das gesamtwirtschaftliche Umfeld dominieren letztlich das Geschehen. Die technische Exzellenz allein garantiert keine Kursexplosion.
Netzwerk boomt – trotz Verkaufsdruck
Während sich die Besitzer von ihren Coins trennen, floriert das Ethereum-Netzwerk selbst. Am 27. November wurden 1,893 Millionen Transaktionen verarbeitet – ein Jahresanstieg von beachtlichen 48,36 Prozent gegenüber November 2024. Die durchschnittliche Transaktionsgebühr liegt bei gerade einmal 0,30 Dollar, ein Beweis für die Effizienz vergangener Updates wie Dencun.
Im DeFi-Sektor zeigt sich ähnliche Robustheit: Trotz eines TVL-Rückgangs von 178 auf 123 Milliarden Dollar seit Oktober – primär preisbedingt, nicht durch Kapitalflucht – verarbeiten dezentrale Börsen Rekordvolumen. Allein zwischen 1. und 26. November wurden 360 Milliarden Dollar gehandelt, mehr als im gesamten Juni. Das führende Lending-Protokoll Aave hält ein TVL von 32 Milliarden Dollar – doppelt so viel wie vor einem Jahr.
Drastisch unterbewertet?
Ein neues Bewertungs-Dashboard von Hashed-CEO Simon Kim kommt zu einem verblüffenden Ergebnis: Basierend auf zwölf verschiedenen Bewertungsmethoden sollte ETH bei etwa 4.869 Dollar notieren – mehr als 62 Prozent über dem aktuellen Niveau. Metcalfes Gesetz suggeriert sogar einen fairen Wert von 9.869 Dollar, DCF-Analysen auf Basis von Staking kommen auf 8.995 Dollar.
Nur zwei der zwölf Metriken – das Kurs-Umsatz-Verhältnis und die Ertragsrendite – deuten auf eine mögliche Überbewertung hin. Technisch bewegt sich Ethereum in einem absteigenden Dreieck, hat aber Unterstützung nahe 2.781 Dollar gefunden. Eine versteckte bärische Divergenz im RSI zwischen dem 18. und 28. November signalisiert allerdings nachlassende Aufwärtsdynamik.
Die entscheidenden Tage für Ethereum brechen jetzt an. Das Fusaka-Upgrade könnte der Katalysator für eine Trendwende sein – oder die technische Brillanz verpufft angesichts des massiven Verkaufsdrucks der Langfristhalter. Bei 3.000 Dollar steht mehr auf dem Spiel als nur ein runder Preis.
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