Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat diese Woche eine Kehrtwende vollzogen: Die bisherige Strategie, das Netzwerk vor allem über Layer-2-Lösungen zu skalieren, funktioniere nicht mehr. Seine Aussage vom 3. Februar löste umgehend Reaktionen bei den großen Rollup-Netzwerken aus – und wirft grundsätzliche Fragen zur Zukunft des Ökosystems auf.

Layer-2-Ansatz gescheitert

In einem Post auf X erklärte Buterin, dass der sogenannte Rollup-Ansatz – bei dem Layer-2-Netzwerke die Hauptlast des Transaktionsverkehrs übernehmen sollten – fundamental überdacht werden müsse. Zwei Entwicklungen hätten die ursprüngliche Vision untergraben.

Erstens: Der Fortschritt bei der Dezentralisierung der Layer-2-Netzwerke sei „langsamer und schwieriger" verlaufen als erwartet. Zweitens: Ethereum selbst skaliere mittlerweile direkt auf Layer-1, die Transaktionsgebühren seien niedrig geblieben und das Gas-Limit werde 2026 deutlich steigen.

Buterins Kritik traf vor allem Netzwerke, die sich als Ethereum-Erweiterungen vermarkten, aber zentral über Multisig-Bridges gesteuert werden: „Wer eine 10.000-TPS-EVM entwickelt, deren Verbindung zu L1 über eine Multisig-Bridge läuft, skaliert nicht Ethereum."

Rollup-Netzwerke reagieren

Die Antworten der Layer-2-Anbieter fielen unterschiedlich aus. Steven Goldfeder, Mitgründer von Offchain Labs (Arbitrum), distanzierte sich von seiner früheren Aussage „Arbitrum ist Ethereum". Nach Buterins Post schrieb er nun: „Arbitrum ist nicht Ethereum."

Jesse Pollak, Chef von Coinbases Base-Netzwerk, begrüßte die Skalierungsfortschritte Ethereums und räumte ein, dass sich Layer-2s weiterentwickeln müssten: „L2s können künftig nicht mehr nur ‚Ethereum, aber billiger' sein."

Ben Fisch von der Espresso Foundation interpretierte Buterins Kommentare gegenüber CoinDesk als Signal für eine zunehmende Unabhängigkeit der Layer-2s: Rollups könnten Ethereum als Service nutzen, seien ihm aber „keineswegs verpflichtet".

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Verkaufsdruck belastet Kurs

Die strategische Neuausrichtung fällt in eine schwierige Marktphase. Anfang Februar geriet ETH unter erheblichen Verkaufsdruck, der Kurs fiel am 2. Februar um rund 20 Prozent und testete die Unterstützung bei etwa 2.200 Dollar.

On-Chain-Daten zeigten größere Wal-Bewegungen: Ein früher Bitcoin-Adopter transferierte 121.185 ETH (etwa 292 Millionen Dollar) an Binance, nachdem er zuvor 230 Millionen Dollar liquidiert hatte. Trend Research, eine Tochter von LD Capital, verkaufte 30.000 ETH (70,2 Millionen Dollar) auf Binance, um Kredite zurückzuzahlen und Leverage abzubauen.

Zwei große Upgrades geplant

Die Ethereum-Entwickler arbeiten parallel an zwei bedeutenden Updates für 2026. Der Glamsterdam-Fork soll in der ersten Jahreshälfte die Ausführungseffizienz verbessern und eine Trennung von Proposern und Buildern auf Protokollebene einführen.

Für die zweite Jahreshälfte ist das Hegota-Upgrade vorgesehen, bei dem Verkle Trees im Fokus stehen – eine Datenstruktur, die die Hardware-Anforderungen für Node-Betreiber um etwa 90 Prozent senken soll. Die Ethereum Foundation bestätigte im Dezember 2025, dass Fusaka bereits PeerDAS ausgeliefert habe.

Buterin schlug vor, Layer-2s künftig als Spektrum unterschiedlicher Netzwerke mit variierendem Ethereum-Bezug zu betrachten. Rollups sollten Mehrwert jenseits reiner Skalierung bieten – etwa Datenschutz-Features oder anwendungsspezifische Designs – und transparent über ihre Sicherheitsgarantien kommunizieren.

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