Ethereum: Die 7-Schritte-Revolution
Während Ethereum unter der 2.000-Dollar-Marke kämpft, hat die Ethereum Foundation einen technischen Plan vorgelegt, der das Netzwerk bis 2029 grundlegend verändern soll. Die sogenannte „Strawmap" verspricht Transaktionsbestätigungen in Sekunden statt Minuten, Quantenresistenz und eingebaute Privatsphäre. Sieben Hard Forks sollen den Weg ebnen – doch kann die technische Vision den aktuellen Marktschwächen entgegenwirken?
Sieben Hard Forks bis 2029
Die Ethereum Foundation hat mit der „Strawmap" einen Entwurf veröffentlicht, der die Richtung der kommenden Jahre skizziert. Researcher Justin Drake stellte das Dokument vor, das explizit als Diskussionsgrundlage und nicht als fester Fahrplan verstanden werden soll. Im Kern geht es um fünf Ziele: Near-Instant Finality, höheren Durchsatz, native Privatsphäre, Schutz vor Quantencomputern und eine engere Verzahnung mit Layer-2-Lösungen.
Besonders ambitioniert ist das Ziel, die Transaktionsfinalisierung von derzeit rund 16 Minuten auf potenziell 8 Sekunden zu senken. Erreicht werden soll das durch einen neuen Konsens-Mechanismus namens Minimmit und kürzere Block-Slot-Zeiten. Für Börsen, Bridges und Finanzanwendungen wäre das ein fundamentaler Fortschritt. Co-Founder Vitalik Buterin kommentierte in einem Thread, wie sich dadurch das Nutzererlebnis verändern würde. Drake selbst erklärte gegenüber CoinDesk: „Am Ende werden wir Finality in Sekunden haben" – was vor allem die Verbindung zwischen Layer-2-Netzwerken verbessern soll.
Quantenresistenz und verschleierte Transfers
Neben der Geschwindigkeit plant Ethereum auch einen Umbau der Sicherheitsarchitektur. Post-Quantum-Kryptografie soll das Netzwerk gegen künftige Quantencomputer absichern – ein Schritt, der angesichts der Fortschritte in der Quantentechnologie an Dringlichkeit gewinnt.
Ein weiteres Element sind verschleierte ETH-Transfers. Aktuell ist jede Transaktion auf Ethereum vollständig transparent: Jeder kann sehen, wer wie viel an wen sendet. Die Roadmap sieht vor, Nutzern die Möglichkeit zu geben, ETH zu übertragen, ohne dass Details öffentlich sichtbar sind. Für Nutzer, die ihre Finanzaktivitäten nicht offenlegen wollen, wäre das ein erheblicher Fortschritt.
Erste Schritte: Glamsterdam und Hegotá
Die langfristige Vision beginnt mit konkreten Upgrades in den kommenden Monaten. Das nächste große Update, das für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant ist, soll das Gas-Limit Richtung 100 Millionen pro Block anheben und die Data-Blob-Parameter erweitern, um Layer-2-Rollups besser zu unterstützen. Zudem wird die enshrined Proposer-Builder Separation (ePBS) implementiert – ein Mechanismus, der die Block-Produktion dezentralisieren und MEV (Miner Extractable Value) eindämmen soll.
Für das darauffolgende Hegotá-Upgrade steht die Integration von Verkle Trees im Fokus. Diese neue Datenstruktur soll die Hardware-Anforderungen für das Betreiben einer Ethereum-Node drastisch senken – ein wichtiger Schritt in Richtung Statelessness und besserer Dezentralisierung.
Interessant ist die strategische Neuausrichtung im Verhältnis zu Layer 2. Ursprünglich war geplant, den Großteil der Skalierung an Layer-2-Netzwerke auszulagern. Da sich einige Rollups jedoch langsamer als erwartet dezentralisieren und die Base Layer mittlerweile leistungsfähiger geworden ist, deutet Buterin nun auf eine ausgewogenere Zukunft hin: Die Basisschicht wird weiter gestärkt, während Layer 2 spezialisierte Rollen übernehmen – etwa für Privatsphäre oder spezifische Anwendungen.
Marktdruck trotz technischer Fortschritte
Die ambitionierte technische Roadmap steht in scharfem Kontrast zur aktuellen Marktverfassung. Ethereum notiert derzeit bei rund 1.963 Dollar und ist damit seit Jahresanfang um knapp 35 Prozent gefallen. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 4.829 Dollar beträgt fast 60 Prozent. Über 30 Prozent des ETH-Angebots sind im Staking gesperrt, doch die Rendite ist auf etwa 2,8 Prozent gesunken – was das Lock-up-Modell im Vergleich zu risikofreien Alternativen weniger attraktiv macht.
Diese Woche liefen zudem Ethereum-Optionen im Wert von rund 975 Millionen Dollar aus – Teil eines branchenweiten Verfalls von über 8,7 Milliarden Dollar in Bitcoin- und Ethereum-Optionen. Die 30-Tage-Volatilität ist auf 0,97 gestiegen, den höchsten Wert seit März 2025. Solche Phasen gehen häufig größeren Kursbewegungen voraus, können aber auch längere Seitwärtsphasen begleiten.
Vitalik Buterin hat im Februar etwa 17.000 ETH im Wert von rund 43 Millionen Dollar verkauft, nachdem er zuvor einen ähnlichen Betrag zur Finanzierung von Datenschutz- und Sicherheitsprojekten zugesagt hatte. Parallel dazu wächst das Thema KI-Agenten: Der Markt hat sich in weniger als zwei Jahren auf 11,55 Milliarden Dollar verdoppelt und soll bis 2034 auf 236 Milliarden Dollar ansteigen. Ethereum führt bei der Zahl der KI-Agenten-Deployments mit 40 Prozent Vorsprung vor der zweitplatzierten Chain.
Ambition trifft auf Realität
Die Strawmap markiert eine strategische Weichenstellung: Ethereum will sowohl auf Layer 1 als auch auf Layer 2 wachsen. Institutionelles Interesse steigt: Ethereum-ETFs sammelten 2025 rund 9,8 Milliarden Dollar ein, mittlerweile repräsentieren ETH-ETFs etwa 4,7 Prozent der Marktkapitalisierung. Über die Hälfte der traditionellen Hedgefonds hat laut Umfragen inzwischen Krypto-Exposure. In den USA liegt Anfang 2026 ein Gesetzentwurf vor, der Token entweder als Wertpapiere oder Rohstoffe unter CFTC-Aufsicht klassifizieren soll – was ETH voraussichtlich wie einen Rohstoff behandeln würde.
Die Kluft zwischen technischer Ambition und aktueller Bewertung bleibt die zentrale Herausforderung für Ethereum in der zweiten Jahreshälfte 2026. Ob die Vision von sieben Hard Forks in neues Marktvertrauen mündet, hängt von der Umsetzung ab – und davon, wie schnell sich der breitere Kryptomarkt stabilisiert.
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