Diginex gerät zum Wochenschluss kräftig unter Druck. Nach dem Vollzug zweier Übernahmen innerhalb weniger Tage realisiert der Markt das Ausmaß der Kapitalverwässerung – die Aktie brach gestern um mehr als 18 % ein. Heute versucht das Management mit einem strategischen Update gegenzuhalten, doch der Kurs pendelt im frühen Handel weiter nahe den Tiefstständen. Wie teuer kommt die aggressive Akquisitionsstrategie die Altaktionäre zu stehen?

Zwei Deals, deutlich mehr Aktien

Innerhalb von acht Tagen hat Diginex seine Aktienbasis spürbar ausgeweitet. Kern der Skepsis ist weniger die Strategie an sich, sondern die gewählte Finanzierungsform nahezu ausschließlich über neue Aktien.

Wichtige Eckpunkte:

  • Abschluss der PlanA.earth-Übernahme am Mittwoch
  • Kaufpreis rund 55 Mio. Euro
  • Davon nur 3 Mio. Euro in bar
  • 52 Mio. Euro Gegenleistung über 6.720.317 neue Stammaktien
  • Zuvor bereits 1.000.000 neue Aktien für The Remedy Project ausgegeben
  • In Summe fast 8 Mio. neue Aktien binnen einer Woche

Für Altaktionäre bedeutet dieser Sprung bei der Aktienanzahl eine deutliche Verwässerung ihrer Beteiligung. Der Kursrutsch auf 2,17 US‑Dollar am Donnerstag reflektiert diese Neubewertung durch den Markt.

Strategischer Nutzen vs. Kapitalstruktur

In einer heute veröffentlichten Mitteilung mit dem Titel „Acquisition Pushes Enterprise ESG Beyond Generic Reporting“ versucht Diginex, die inhaltliche Logik der Zukäufe in den Vordergrund zu stellen. Durch die Integration von Plan A, das unter anderem Kunden wie BMW und Deutsche Bank adressiert, soll eine Plattform entstehen, die regulatorisches ESG-Reporting mit aktiver Dekarbonisierungssteuerung verbindet.

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Der adressierte Markt für ESG-Software wächst dynamisch, getrieben vor allem durch die EU-CSRD-Richtlinie und entsprechende Berichtspflichten. Branchenprognosen sehen das Volumen bis 2030 im Bereich von 80 bis 100 Milliarden US‑Dollar. Die technologische Positionierung von Diginex wird damit grundsätzlich positiv eingerahmt.

Gleichzeitig signalisiert der aktuelle Kursverlauf, dass Anleger die „Paper Deal“-Strategie kritisch sehen. Für ein Unternehmen der Größenordnung von Diginex ist eine Kapitalerhöhung durch Sacheinlagen in dieser Dimension ein spürbares Risiko für bestehende Anteilseigner.

Charttechnisch hat der Bruch der Marke von 2,50 US‑Dollar zusätzlichen Druck erzeugt. Die Gewinne der Rallye zu Jahresbeginn, die den Kurs kurzzeitig über 4,00 US‑Dollar geführt hatte, sind vollständig ausgelöscht.

Nächster Deal als Belastungsprobe

In den kommenden Handelstagen rückt die Zone um 2,00 US‑Dollar in den Fokus der Marktteilnehmer. Gleichzeitig richtet sich der Blick auf den dritten angekündigten Schritt: die mögliche Übernahme von Resulticks Global Companies.

Das Management stellt in Aussicht, diese Transaktion über eine Fremdkapitallinie zu finanzieren, um weitere Aktienausgaben zu vermeiden. Damit knüpft sich viel Glaubwürdigkeit an die tatsächliche Ausgestaltung dieses Deals.

Zentral für die weitere Kursentwicklung werden zwei Punkte sein: Erstens, ob Diginex beim geplanten Resulticks-Kauf tatsächlich auf eine Debt-Finanzierung setzt und damit zusätzliche Verwässerung verhindert. Zweitens, ob Plan A und The Remedy Project in den nächsten Wochen und Monaten nachweisbar zum Cashflow beitragen. Nur wenn diese operative Wirkung erkennbar wird, kann sich die aktuelle Bewertung als überzogen erweisen und der Druck auf die Aktie nachlassen.

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