Ein IT-Ausfall zum Jahreswechsel und deutliche Worte vom Vorstandschef – operativ startet die Deutsche Bank holprig ins Jahr 2026. Gleichzeitig hält sich der Aktienkurs nahe den jüngsten Hochs und signalisiert bislang Gelassenheit am Markt. Wie passt die robuste Kursentwicklung zu den neuerlichen Schwächen in der Infrastruktur?

IT-Panne trifft auf Druck von oben

Zum Jahreswechsel kam es zu einem schwerwiegenden Systemausfall, der vom 29. Dezember 2025 bis zum Neujahrstag Online- und Telefonbanking beeinträchtigte. Betroffen waren die Kernmarke sowie die Töchter Postbank und Norisbank. Erst am 1. Januar 2026 wurden die Störungen laut Unternehmen vollständig behoben.

Brisant ist das Timing: Parallel zum IT-Vorfall trat CEO Christian Sewing mit einem Interview vom 30. Dezember in den Vordergrund. Darin forderte er „harte Einschnitte“ in der Infrastruktur und betonte, die Belegschaft müsse „unter dem Strich wieder mehr arbeiten“, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Für das IT-Management erhöht dies den Druck deutlich. Marktbeobachter sehen in den Aussagen ein Signal für bevorstehende Umbauten in internen Service-Einheiten und eine noch stärkere Ausrichtung auf Effizienz.

Kurs bleibt robust – Markt setzt auf Fundamentaldaten

Trotz der negativen Schlagzeilen blieb eine spürbare Verkaufswelle zunächst aus. Am Freitag schloss die Aktie bei 33,56 Euro. Damit liegt sie:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Deutsche Bank?

  • knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 39,66 Euro (26.12.2025),
  • fast 100 % über dem 52-Wochen-Tief von 16,79 Euro (08.01.2025),
  • und rund 19 % über dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,19 Euro.

Auch kurzfristig zeigt sich ein stabiler Eindruck: In den vergangenen 30 Tagen legte der Kurs um 7,56 % zu, auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 99,05 %. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 55,9 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.

Die relative Stärke spiegelt vor allem zwei Faktoren wider:
Zum einen profitiert der Wert von der anhaltenden Rotation in europäische Banktitel. Zum anderen honoriert der Markt die in den vergangenen Jahren erzielte Restrukturierung und die Rückkehr zu verlässlichen Gewinnen. Vor diesem Hintergrund scheinen viele Großanleger den IT-Ausfall derzeit als vorübergehende Störung einzuordnen.

Einordnung der Risiken

Die Störung rief Erinnerungen an frühere Integrationsprobleme mit der Postbank wach. Gerade die technische Verzahnung der Systeme bleibt ein sensibles Thema. Der aktuelle Vorfall zeigt, dass die Infrastruktur trotz Fortschritten noch Schwachstellen aufweist.

Analysten sehen das Institut für 2026 grundsätzlich gut aufgestellt – allerdings mit einer klaren Bedingung: Operative Risiken dürfen nicht zum Dauerproblem werden. Sewings Appell zu mehr Arbeit und Effizienz wird am Markt überwiegend als Zeichen für Kostendisziplin und Umsetzungswillen gesehen, verstärkt aber zugleich die Erwartung, dass beim Thema IT- und Prozessqualität nun konkrete Schritte folgen.

Blick nach vorn: Was diese Woche zählt

Für die laufende Woche zeichnen sich zwei Schwerpunkte ab:

  • Aufarbeitung der Störung: Investoren warten auf eine detaillierte Erklärung zu Ursache und Umfang des Ausfalls. Entscheidend ist, ob es sich um einen isolierten Vorfall handelt oder ob strukturelle Schwächen im System bestehen.
  • Internationale Anlegerstimmung: Mit dem Start des US-Handels am Nachmittag rückt die Reaktion internationaler Investoren stärker in den Fokus. Dort werden IT-Risiken und die klaren Worte des CEOs gegenüber der Belegschaft in den Gesamtzusammenhang der Ertragslage gestellt.

Charttechnisch deutet vieles auf eine Konsolidierung auf erhöhtem Niveau hin. Die Zone um 32,50 Euro fungiert als wichtige Unterstützung. Solange der Kurs darüber bleibt, spricht die Struktur für einen intakten Aufwärtstrend. Auf der Oberseite ist das 52-Wochen-Hoch bei 39,66 Euro die zentrale Marke: Ein überzeugender Ausbruch darüber würde den positiven Trend bestätigen und den Spielraum für weitere Kurssteigerungen eröffnen.

Deutsche Bank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Bank-Analyse vom 05. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Deutsche Bank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Bank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Deutsche Bank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...