Im Ring der deutschen Börsen-Schwergewichte stehen sich zwei Unternehmen gegenüber, die zwar beide unser Essen liefern, dabei aber völlig unterschiedliche Strategien verfolgen. Auf der einen Seite Delivery Hero, der globale Aggregator, der auf massive Reichweite setzt. Auf der anderen Seite HelloFresh, der spezialisierte Platzhirsch für Kochboxen. Während beide Konzerne um die Gunst der Anleger buhlen, stellt sich zum Jahresstart 2026 die entscheidende Frage: Welches Modell verspricht im aktuellen Marktumfeld die saftigere Rendite?

Wer beherrscht das Spielfeld?

Schaut man auf die bloße Größe, gleicht dieser Vergleich dem biblischen Duell David gegen Goliath. Die Marktkapitalisierung spricht eine deutliche Sprache: Delivery Hero bringt rund 7,32 Milliarden Euro auf die Waage, während HelloFresh mit knapp einer Milliarde Euro bewertet wird. Dieses Verhältnis von über 7:1 verdeutlicht die unterschiedlichen Ambitionen.

Delivery Hero agiert als globaler Plattform-Gigant in rund 70 Ländern. Das Unternehmen bindet Restaurants und zunehmend auch Einzelhändler über seine "Dmarts" an eine riesige Kundenbasis an. HelloFresh hingegen verzichtet auf die Breite und dominiert stattdessen eine tiefe Nische: Mit rund 75 % Marktanteil ist das Unternehmen der unangefochtene König im globalen Kochboxen-Markt.

Wer wächst dynamischer?

Hier spielt Delivery Hero seine Karten als Plattform-Aggregator voll aus. Das Unternehmen profitiert massiv von Netzwerkeffekten: Mehr Kunden locken mehr Restaurants an, was wiederum neue Kunden anzieht. Im dritten Quartal 2025 zeigte sich diese Dynamik eindrucksvoll. Der Segmentumsatz kletterte im Jahresvergleich um 22 % auf 3,7 Milliarden Euro, während das Bruttowarenvolumen (GMV) um 7 % zulegte.

Ganz anders sieht das Bild beim Herausforderer aus. HelloFresh verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Umsatzrückgang von 9,3 %. Doch Vorsicht: Dies ist kein Unfall, sondern Teil einer bewussten Strategie. Das Unternehmen bereinigt seinen Kundenstamm und konzentriert sich auf "höherwertige Kunden", statt Wachstum um jeden Preis zu erkaufen.

Wo stimmt die Marge?

Während Delivery Hero beim Wachstum die Nase vorn hat, punktet HelloFresh bei der Kontrolle über die Wertschöpfungskette. Da der Kochboxen-Versender vom Einkauf der Zutaten bis zur Lieferung alles selbst steuert, kann er Qualität und Kosten präzise managen.

Das Resultat dieser vertikalen Integration ist eine beeindruckende Widerstandskraft. Trotz des Umsatzrückgangs erzielte HelloFresh eine starke Contribution-Marge von 24,5 %. Der Fokus auf profitablere Kunden trieb zudem den durchschnittlichen Bestellwert (AOV) um 3,8 % nach oben.

Delivery Hero holt jedoch auf. Durch den Einsatz von Technologie und Skaleneffekten konnte die Bruttogewinnmarge auf 8,0 % gesteigert werden. Besonders spannend: Die Diversifizierung in den Quick Commerce (schnelle Lieferungen von Supermarktwaren) wirft erste Früchte ab und zeigte im dritten Quartal 2025 erstmals ein positives bereinigtes EBITDA.

Die harten Zahlen im Vergleich

Kennzahl Delivery Hero HelloFresh
Marktkapitalisierung ~7,32 Mrd. € ~1,00 Mrd. €
Umsatzentwicklung (Q3 '25) +22 % -9,3 %
Strategischer Fokus Globale Plattform & Skalierung Vertikale Integration & Marge
Marktposition Aktiv in ~70 Ländern ~75 % Marktanteil (Kochboxen)

Wer knackt den Jackpot?

Für Anleger läuft es auf eine Wette zwischen zwei Zukunftsszenarien hinaus. Delivery Hero muss beweisen, dass die Profitabilität nachhaltig ist. Die Prognose für das Gesamtjahr 2025 mit einem erwarteten bereinigten EBITDA von über 900 Millionen Euro ist ambitioniert. Gelingt es dem Konzern, seine "Super-App"-Strategie weiter auszurollen und Kunden über verschiedene Produktkategorien hinweg zu binden, könnte der "Goliath" seine Marktmacht zementieren.

Bei HelloFresh liegt der Schlüssel im erfolgreichen Umbau. Das Kerngeschäft mit Kochboxen ist bereits hochprofitabel. Die große Unbekannte ist das neue Segment der Fertiggerichte (Ready-to-Eat). Kann das Unternehmen hier die Margen verbessern und den Umsatzschwund stoppen, winkt eine Neubewertung als hochprofitabler "Direct-to-Consumer"-Champion.

Fazit: Aggressive Expansion oder fokussierte Nische?

Das Rennen bleibt spannend. Delivery Hero ist die Wahl für Investoren, die an die Macht von Plattformen und globaler Skalierung glauben. Das Unternehmen bietet Wachstum und eine verbesserte Effizienz, trägt aber das Risiko der Komplexität eines weltweiten Konzerns.

HelloFresh hingegen ist die Wette auf einen spezialisierten Turnaround. Wer darauf vertraut, dass Qualität und volle Kontrolle über die Lieferkette langfristig die besseren Margen abwerfen, findet hier den günstiger bewerteten Kandidaten. Während der Riese weiter wächst, poliert der Nischen-Profi seine Profitabilität – am Ende entscheidet das Depot, welche Zutat besser schmeckt.

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