DeFi Technologies gerät erneut unter Druck: In den USA ist eine umfangreiche Sammelklage wegen mutmaßlichen Verstößen gegen Wertpapiergesetze eingereicht worden. Im Mittelpunkt stehen frühere Aussagen des Managements zur Arbitrage-Sparte DeFi Alpha und zur Umsatzprognose für 2025. Parallel dazu belasten ein abrupter Einbruch der Guidance, deutliche Kursverluste und ein CEO-Wechsel das Vertrauen vieler Anleger.

Sammelklage in New York

Die Kanzlei Pomerantz LLP hat beim United States District Court for the Eastern District of New York eine Sammelklage (Az. 25‑cv‑06637) gegen das Unternehmen und mehrere Verantwortliche eingereicht. Betroffen sind Investoren, die zwischen dem 12. Mai 2025 und dem 14. November 2025 Wertpapiere von DeFi Technologies erworben haben.

Die Klage stützt sich auf die Paragraphen 10(b) und 20(a) des US Securities Exchange Act von 1934 und zielt auf Schadensersatz wegen angeblich irreführender Kapitalmarktkommunikation. Anleger können sich bis zum 30. Januar 2026 um den Status als Lead Plaintiff bewerben. Bis dahin bleibt die rechtliche Unsicherheit ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Aktie.

Kernvorwürfe gegen das Management

Im Mittelpunkt der Beschwerde steht DeFi Alpha, der spezialisierte Arbitrage-Trading-Bereich des Unternehmens. Die Kläger werfen Management und Unternehmen insbesondere vor:

  • Wesentlich falsche oder irreführende Aussagen zur DeFi‑Alpha‑Arbitragestrategie gemacht zu haben
  • Den Wettbewerbsdruck durch andere Digital Asset Treasury (DAT)‑Unternehmen heruntergespielt zu haben
  • Verzögerungen bei der Umsetzung der Arbitragestrategie nicht offengelegt zu haben
  • Eine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2025 kommuniziert zu haben, die angesichts bekannter Herausforderungen als unrealistisch galt

Damit zielt die Klage vor allem auf die Frage, ob die deutliche Korrektur der Prognose im November 2025 bereits früher absehbar war und hätte kommuniziert werden müssen.

Umsatz-Guidance bricht ein

Auslöser der aktuellen Krise ist die Entwicklung der Umsatzprognosen im vergangenen Jahr. Kurz nach dem NASDAQ‑Listing im Mai 2025 stellte DeFi Technologies für das Gesamtjahr 2025 Umsätze von rund 201 Mio. US‑Dollar in Aussicht. Im August 2025 wurde diese Guidance sogar auf 218,6 Mio. US‑Dollar angehoben.

Am 14. November 2025 folgte dann die Kehrtwende: Die Prognose wurde auf etwa 116,6 Mio. US‑Dollar zurückgenommen – ein Rückgang von knapp 47 % gegenüber der August-Guidance. Begründet wurde dies mit „Verzögerungen bei der Umsetzung von DeFi‑Alpha‑Arbitragechancen“ sowie mit der „Zunahme von DAT‑Unternehmen“ im Markt.

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Deutliche Kursverluste

Die Börse reagierte spürbar auf die sich eintrübende Lage:

    1. November 2025: Die Aktie fällt nach ersten Warnsignalen um 7,43 % auf 1,62 US‑Dollar
  • 14.–17. November 2025: Über zwei Handelstage verliert der Titel 27,59 % und rutscht auf 1,05 US‑Dollar
  • Mitte Januar 2026 notiert die Aktie bei rund 1,08 US‑Dollar – deutlich unter dem Hoch von 4,25 US‑Dollar aus dem Mai 2025

Damit hat sich ein Großteil der Kursgewinne seit dem NASDAQ‑Debüt wieder aufgelöst.

CEO-Rücktritt verschärft Unsicherheit

Parallel zu den schwachen Zahlen für das dritte Quartal 2025 kündigte CEO Olivier Roussy Newton seinen Rückzug aus dem Vorstandsposten an. Er wechselte in eine beratende Rolle. Dieser Führungswechsel verstärkt die Unsicherheit in einer Phase, in der das Unternehmen sowohl operative Herausforderungen als auch die neue Rechtsfront bewältigen muss.

Analysten senken Kursziele spürbar

Auch die Analystenseite reagierte deutlich auf die veränderte Lage und die schwächere Guidance:

  • Maxim Group: Kursziel von 7 auf 2 US‑Dollar gesenkt, Rating „Buy“ beibehalten
  • Northland: Kursziel von 3,60 auf 1,80 US‑Dollar reduziert, weiterhin „Buy“
  • B. Riley: Kursziel von 5,71 auf 3 US‑Dollar gesenkt

Daten von TipRanks zufolge liegt das durchschnittliche 12‑Monats-Kursziel derzeit bei 3,06 US‑Dollar, basierend auf fünf Analysten. Die Spanne reicht von 1,80 US‑Dollar am unteren Ende bis 5,50 US‑Dollar am oberen Ende und spiegelt eine hohe Unsicherheit über die kurzfristige Entwicklung wider.

Marktposition und finanzielle Basis

Die aktuelle Situation verdeutlicht die Risiken im Digital-Asset-Sektor. Die Marktkapitalisierung von DeFi Technologies liegt bei rund 385 Mio. US‑Dollar. Auf Zwölfmonatsbasis erzielte das Unternehmen Umsätze von 68,4 Mio. US‑Dollar.

Auf der Habenseite steht ein Kassenbestand von 124,9 Mio. US‑Dollar. Diese Liquidität bietet einen gewissen Puffer, um die operative Neuausrichtung und die laufenden Rechtsstreitigkeiten zu finanzieren.

Der nächste markante Termin ist die Frist am 30. Januar 2026 für Anträge auf den Lead‑Plaintiff‑Status in der Sammelklage. Bis dahin dürfte vor allem die weitere Kommunikation des Unternehmens zu DeFi Alpha, zur Umsatzentwicklung 2025 und zur Führungssituation bestimmen, ob sich das Vertrauen der Investoren wieder etwas stabilisiert.

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