DeFi Technologies meldet Rekordzuflüsse bei der ETP-Tochter Valour, steht aber gleichzeitig wegen einer Wertpapier-Sammelklage unter Druck. Für Anleger prallen damit starke operative Kennzahlen und juristische Risiken direkt aufeinander.

Valour mit Rekordzuflüssen

Am 12. Januar gab das Unternehmen bekannt, dass die ETP-Sparte Valour für 2025 Nettozuflüsse von 138,2 Mio. US‑Dollar erzielt hat. Das ist der höchste Jahreswert in der Geschichte der Tochter – und das in einem insgesamt schwachen Markt für digitale Assets.

Wichtige Kennzahlen 2025 im Überblick:

  • Nettozuflüsse Gesamtjahr: 138,2 Mio. US‑Dollar (Rekord)
  • Zuflüsse per Ende Q3: 116,2 Mio. US‑Dollar
  • Geschätzte Zuflüsse Q4: 22,0 Mio. US‑Dollar
  • Anzahl gelisteter ETPs zum Jahresende: 102
  • Kein einziger Monat mit Nettoabflüssen

Auf Quartalsbasis zeigte sich ein stetiger Zuflussstrom:
Oktober brachte 6,5 Mio. US‑Dollar, im November kamen 12,1 Mio. US‑Dollar hinzu, im Dezember 3,4 Mio. US‑Dollar. Per 30. September 2025 verwaltete Valour rund 989,1 Mio. US‑Dollar an Assets under Management.

Wachstumsdynamik seit 2022

Die Entwicklung der Nettozuflüsse zeigt einen klaren Wachstumspfad:

  • 2022: 38 Mio. US‑Dollar
  • 2023: 50 Mio. US‑Dollar
  • 2024: 124 Mio. US‑Dollar
  • 2025: 138 Mio. US‑Dollar

CEO Johan Wattenström hob hervor, dass Valour in einem Bärenmarkt Rekordzuflüsse erzielt, die Produktpalette auf 102 gelistete ETPs ausgebaut und nach eigener Darstellung eines der breitesten regulierten Angebotsspektren der Branche geschaffen habe. Aus Unternehmenssicht unterstreicht dies die Tragfähigkeit des Plattformmodells.

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Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs

Parallel dazu sieht sich DeFi Technologies mit einer Sammelklage wegen angeblichen Wertpapierbetrugs konfrontiert. Die Frist zur Ernennung eines Lead-Klägers endet am 30. Januar 2026. Betroffen ist der Zeitraum vom 12. Mai 2025 bis zum 14. November 2025.

Zentrale Vorwürfe

Die Klageschrift stützt sich im Kern auf folgende Punkte:

  • Verzögerungen bei der Umsetzung der DeFi-Alpha-Arbitragestrategie, die als wichtiger Umsatztreiber galt
  • Unterschätzte Konkurrenz durch andere Digital Asset Treasury (DAT)-Anbieter
  • Nichterreichung der zuvor veröffentlichten Umsatzprognose für 2025
  • Irreführende Aussagen zur Geschäftsentwicklung und zu den Perspektiven

Besondere Bedeutung hat dabei der Ergebnisbericht vom 14. November 2025. Dort meldete DeFi Technologies einen Umsatzrückgang von knapp 20 % sowie eine deutliche Senkung der Umsatzprognose von 218,6 Mio. US‑Dollar auf rund 116,6 Mio. US‑Dollar. Begründet wurde dies mit „einer verzögerten Umsetzung der zuvor prognostizierten DeFi-Alpha-Arbitragechancen infolge der Zunahme von DAT-Unternehmen“.

Aktie nach Q3-Zahlen unter Druck

Nach der Q3-Veröffentlichung im November reagierte die Aktie mit deutlichen Kursausschlägen. Innerhalb von zwei Handelstagen verlor der Titel rund 27,6 % und fiel auf 1,05 US‑Dollar je Anteil. Die 52‑Wochen-Spanne von 0,73 bis 4,95 US‑Dollar verdeutlicht die starke Volatilität im Jahresverlauf.

Expansion trotz Rechtsrisiken

Trotz der juristischen Unsicherheit treibt DeFi Technologies seine Expansionsstrategie weiter voran. Zu den jüngsten Schritten zählen:

  • Markteintritt in Brasilien über Listings an der Börse B3
  • Vertrieb der Produkte an der London Stock Exchange und der SIX Swiss Exchange
  • Entwicklung zweiter Generation institutioneller Produkte, darunter UCITS-ähnliche Fondsstrukturen
  • Einführung von konstant gehebelten Bitcoin- und Ethereum-ETPs in Schweden

Erlöse generiert das Unternehmen unter anderem über Managementgebühren, Staking-Erträge (mit einer anvisierten durchschnittlichen Rendite von 5–7 %), Handelsgebühren und den Betrieb von Nodes.

Gegensätzliche Ausgangslage

Für die Bewertung der Aktie prallen derzeit zwei Entwicklungen aufeinander: Valour liefert mit Rekordzuflüssen und breiter Produktpalette ein solides operatives Bild, während die Klagevorwürfe und die deutlich gekappte Umsatzprognose vor allem den DeFi-Alpha-Bereich in den Fokus rücken. Mit Ablauf der Lead-Kläger-Frist am 30. Januar steht der nächste wichtige Termin im laufenden Rechtsverfahren an, der über den weiteren Verlauf der Auseinandersetzung mitentscheiden dürfte.

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