DAX: Zweifronten-Belastung
Der DAX steht heute unter doppeltem Druck. Ein eskalierender Ölpreisschock infolge des Iran-Konflikts trifft auf einen der wichtigsten geldpolitischen Tage des Jahres — und das hinterlässt Spuren.
Der Index rutschte im Handelsverlauf zeitweise unter die 23.000-Punkte-Marke, bevor er sich wieder etwas stabilisieren konnte. Seit Ausbruch des Iran-Konflikts vor rund zwei Wochen hat der DAX bereits etwa sieben Prozent verloren. Haupttreiber ist der Ölmarkt: Nach der Blockade der Straße von Hormus — einem Nadelöhr für rund ein Fünftel der globalen Öltransporte — schnellte Brent-Rohöl zwischenzeitlich auf 120 Dollar, pendelte sich danach aber bei rund 100 Dollar ein. Das entspricht einem Anstieg von über elf Prozent auf Wochensicht.
Gewinner und Verlierer der Sitzung
Während Energie- und Reisewerte unter starkem Verkaufsdruck stehen, sorgt eine Partnerschaft im Halbleitersektor für positive Impulse. Infineon, STMicroelectronics und NXP wollen gemeinsam mit NVIDIA den Markt für humanoide Roboter erschließen. Die europäischen Chipkonzerne liefern dabei Hardware für Sensoren, Bewegungssteuerung und Stromverwaltung — NVIDIA steuert die KI-Prozessoren bei. Infineon beziffert den potenziellen Umsatz auf rund 500 US-Dollar pro Roboter. Das Analysehaus TrendForce erwartet für dieses Jahr erstmals mehr als 50.000 verkaufte Einheiten.
Airlines und Touristikkonzerne leiden dagegen gleich doppelt: Luftraumsperrungen und Tausende Flugstreichungen belasten das operative Geschäft, während steigende Treibstoffkosten die Margen weiter schmälern. Auch die Automobilindustrie steht unter Druck — Porsche meldete zuletzt einen Gewinneinbruch von 91 Prozent, VW plant den Abbau von 50.000 Stellen bis 2030.
Fed heute, EZB morgen
Der eigentliche Richtungsentscheid fällt in den nächsten 24 Stunden. Um 20:00 MEZ gibt die US-Notenbank Fed ihre Zinsentscheidung bekannt — Zinssenkungen gelten als unwahrscheinlich, der Fokus liegt auf den Dot Plots und dem Ton von Fed-Chef Jerome Powell. Am Donnerstag folgen EZB, Bank of England und Schweizer Nationalbank.
Die EZB steht dabei vor einem Dilemma: Einerseits liegt die Inflation unter ihrem Zielwert, andererseits könnte der Ölpreisschock neue Inflationsimpulse liefern — was den Spielraum für Zinssenkungen weiter einengt. EZB-Berechnungen zufolge drückt ein Ölpreisanstieg von zehn Prozent das mittelfristige Potenzialwachstum um 0,2 Prozent. Ifo-Institut und Kiel Institut haben ihre Wachstumsprognosen bereits nach unten angepasst.
Charttechnisch bewegt sich der DAX in einer Rechteck-Formation zwischen der Unterstützungszone um 22.987 und dem Widerstand bei 24.664 Punkten. Die Zinsentscheide der kommenden Stunden dürften zeigen, ob die 23.000er-Marke als Boden hält — oder ob der Index erneut darunter abtaucht.
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