D-Wave Quantum steht vor einem strategischen Einschnitt: Die Übernahme von Quantum Circuits Inc. im Volumen von 550 Millionen US‑Dollar nähert sich dem Abschluss, gleichzeitig sorgen umfangreiche Insiderverkäufe für Gegenwind. Hinzu kommen eine sehr ambitionierte Bewertung, laufende technologische Meilensteine und eine weiterhin überwiegend positive Analystenstimmung.

550-Millionen-Übernahme im Endspurt

Anfang Januar kündigte D-Wave an, Quantum Circuits Inc. für insgesamt 550 Millionen US‑Dollar zu übernehmen. Davon entfallen 300 Millionen US‑Dollar auf neue Aktien von D-Wave, 250 Millionen US‑Dollar werden in bar bezahlt. Der Abschluss der Transaktion wird für Ende Januar erwartet, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.

Mit dem Deal positioniert sich D-Wave als Anbieter, der sowohl Annealing- als auch Gate-basierte Quantensysteme liefern kann. Das kombinierte Unternehmen plant, supraleitende Gate-Model-Systeme 2026 auf den Markt zu bringen.

Wesentliche Eckpunkte der Transaktion:
- Gesamtkaufpreis: 550 Mio. US‑Dollar
- Aktienanteil: 300 Mio. US‑Dollar in D-Wave-Stammaktien
- Baranteil: 250 Mio. US‑Dollar
- Erwarteter Vollzug: Ende Januar 2026
- Strategisches Ziel: Aufbau einer Dual-Plattform für Quantencomputing

Insiderverkäufe als Gegenpol

Parallel zur Übernahmeaktivität fällt umfangreicher Insiderverkauf ins Gewicht. Laut jüngsten SEC-Meldungen seit Mitte Januar haben mehrere Führungskräfte und ein Aufsichtsratsmitglied Anteile veräußert:

  • CEO Alan Baratz verkaufte 35.013 Aktien zu rund 28,06 US‑Dollar je Anteilsschein
  • CFO John Markovich trennte sich von 9.179 Aktien für insgesamt 257.562,74 US‑Dollar
  • Direktorin Kirstjen Nielsen verkaufte bereits Anfang Dezember 7.000 Aktien zu 22,62 US‑Dollar

In Summe haben Insider in den vergangenen 90 Tagen rund 2,35 Millionen Aktien im Gegenwert von etwa 65,6 Millionen US‑Dollar verkauft. Ihr verbleibender Anteil liegt bei 3,20 % des Unternehmens.

Institutionelle Anleger bauen Positionen aus

Auf der Gegenseite stehen Zuflüsse von institutioneller Seite. So hat Csenge Advisory Group im dritten Quartal seine Beteiligung nahezu verdoppelt und den Bestand um 17.860 auf 35.886 Aktien aufgestockt. Der Wert dieses Pakets lag bei rund 887.000 US‑Dollar.

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Insgesamt halten institutionelle Investoren und Hedgefonds derzeit 42,47 % der Anteile. Große Adressen wie Vanguard, UBS und State Street haben ihre Positionen ausgebaut und wirken damit stabilisierend auf den Aktionärskreis.

Bewertung auf Extremniveau

Die aktuelle Bewertung spiegelt hohe Erwartungen an Wachstum und Technologiepotenzial wider. Im Verhältnis zu den erzielten Umsätzen wirkt sie jedoch extrem ambitioniert:

  • Marktkapitalisierung: ca. 10 Mrd. US‑Dollar
  • Umsatz der letzten zwölf Monate: 24,14 Mio. US‑Dollar
  • Kurs-Umsatz-Verhältnis: über 340
  • Nettoverlust (TTM): knapp 400 Mio. US‑Dollar
  • Eigenkapitalrendite (ROE): -122,03 %

Im jüngsten Quartal erzielte D-Wave Erlöse von 3,74 Mio. US‑Dollar. Das lag über den Erwartungen und entspricht einem Wachstum von 105,6 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig unterstreicht eine negative Nettomarge von -1.651,81 %, wie frühphasig und verlustträchtig das Geschäftsmodell derzeit noch ist.

Analysten bleiben mehrheitlich positiv

Trotz der hohen Verluste und der angespannten Bewertungsrelationen ist die Analystenstimmung überwiegend konstruktiv:

  • Konsensrating: „Moderater Kauf“
  • Durchschnittliches Kursziel: 33,67 US‑Dollar
  • Rosenblatt erhöhte das Kursziel am 8. Januar von 40 auf 43 US‑Dollar
  • Neue Coverage: Jefferies mit Kursziel 45 US‑Dollar, Mizuho mit 46 US‑Dollar

Insgesamt empfehlen 14 Analysten die Aktie zum Kauf, einer votiert auf Halten, einer rät zum Verkauf.

Technische Fortschritte stützen Strategie

Auf der Technologie-Seite meldet D-Wave einen wichtigen Fortschritt: Das Unternehmen demonstrierte erstmals eine skalierbare, integrierte kryogene Steuerung von Gate-Model-Qubits direkt auf dem Chip. Dieser Meilenstein stützt die Dual-Plattform-Strategie aus Annealing- und Gate-basierten Systemen.

Gemeinsam mit der Quantum-Circuits-Übernahme soll dies den Weg hin zu fehlertolerantem, Gate-basiertem Quantencomputing beschleunigen. Als erstes greifbares Ergebnis des beschleunigten Fahrplans ist ein initiales Dual-Rail-System geplant, das 2026 allgemein verfügbar sein soll.

Kursentwicklung und Ausblick

Im laufenden Jahr 2026 liegt die Aktie rund 10 % im Plus, nachdem sie 2025 bereits um 211 % zugelegt hatte. Die Handelsspanne reicht von einem 52‑Wochen-Tief bei 4,45 US‑Dollar bis zu einem Hoch von 46,75 US‑Dollar – ein Bild deutlich erhöhter Schwankungen, wie es bei reinen Quantum-Computing-Werten häufig zu beobachten ist.

Mit dem erwarteten Abschluss der Quantum-Circuits-Transaktion Ende Januar und den anstehenden Zahlen zum vierten Quartal im März stehen in den kommenden Wochen zwei konkrete Termine an, die die Wahrnehmung von D-Wave Quantum an der Börse und die Bewertung des Wachstumsprofils maßgeblich prägen dürften.

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