D-Wave Quantum Aktie: Ausbaufähig?
D-Wave gerät diese Woche gleich von zwei Seiten unter Zugzwang. Zum einen enttäuschten die Zahlen für das vierte Quartal bei Umsatz und Ergebnis. Zum anderen belastete ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht die Stimmung für wachstumsstarke Tech-Werte. Wie viel Substanz steckt trotz der Delle noch in der Wachstumsstory?
Quartal verfehlt – und Bookings sinken
Für das vierte Quartal meldete D-Wave einen bereinigten (Non-GAAP) Verlust von 0,09 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 2,8 Mio. US-Dollar. Der Analystenkonsens lag bei einem Verlust von 0,06 US-Dollar je Aktie und rund 3,7 Mio. US-Dollar Umsatz.
Zusätzlich fielen die Bookings zum Quartalsende auf 13,4 Mio. US-Dollar. Das sind 27% weniger als vor einem Jahr. D-Wave weist zwar darauf hin, dass Umsatz und Bookings auch vom Timing neuer Systemversionen abhängen und daher schwanken können. Der Rückgang dürfte aber die Zuversicht vieler Anleger gebremst haben.
Operativ zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Bruttomarge liegt laut Unternehmen bei hohen 82,6% – ein Hinweis auf effiziente Produktionskosten im Verhältnis zum Umsatz. Gleichzeitig bleiben die operativen Kennzahlen durch deutlich negative Betriebs- und Gewinnmargen klar belastet.
Auf der Finanzierungsseite wirkt das Bild deutlich komfortabler. Zum 31. Dezember 2025 verfügte D-Wave über 884,5 Mio. US-Dollar an Barmitteln und marktfähigen Wertpapieren – ein Plus von 397% gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal kamen 63,7 Mio. US-Dollar durch die Ausübung von Warrants hinzu.
Makro-Rückenwind fehlt – Bewertung bleibt ambitioniert
Neben den Unternehmenszahlen drückte auch der US-Arbeitsmarktbericht auf die Risikobereitschaft: Laut Bureau of Labor Statistics gingen im vergangenen Monat 92.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft verloren. Ökonomen hatten mit einem Rückgang von 50.000 gerechnet.
Dazu passt der breitere Trend der letzten Wochen: Viele Tech-Aktien standen unter Druck, während Investoren eine vorsichtigere Haltung gegenüber KI- und anderen stark wachstumsabhängigen Titeln einnahmen und zugleich einen höher als erwarteten Inflationsbericht verdauten. Höhere Inflation kann Zinssenkungen nach hinten schieben – und das ist typischerweise Gegenwind für Growth-Bewertungen.
Nach den jüngsten Kursbewegungen kommt D-Wave auf eine Marktkapitalisierung von rund 6,9 Mrd. US-Dollar. Auf Basis der erwarteten zukünftigen Umsätze liegt die Bewertung laut Bericht bei etwa dem 157-Fachen (Forward Price-to-Sales).
Wachstum 2025 stark – Strategieumbau durch Zukauf
Trotz der Q4-Enttäuschung sieht das Gesamtjahr 2025 deutlich freundlicher aus: Der Umsatz stieg auf 24,6 Mio. US-Dollar, ein Plus von 179% gegenüber 2024.
Für 2026 meldete D-Wave zudem Kunden-Bookings von 32,8 Mio. US-Dollar (Stand: 25. Februar). Bookings stehen für Kundenaufträge, die künftige Umsätze bringen sollen. CEO Dr. Alan Baratz betonte, das Unternehmen erfasse als Bookings nur Aufträge, die nicht kündbar sind. Der CFO stellte in einem Analystencall in Aussicht, dass das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte höher ausfallen soll.
Strategisch wichtig ist außerdem die Übernahme von Quantum Circuits: Der Kaufpreis liegt bei 550 Mio. US-Dollar, davon 300 Mio. in D-Wave-Aktien und 250 Mio. in bar. Mit dem Abschluss der Transaktion positioniert sich D-Wave als „Dual-Plattform“-Anbieter, der die eigenen kommerziellen Annealing-Systeme mit der supraleitenden Gate-Model-Technologie von Quantum Circuits kombinieren will. Ein erstes Gate-Model-System ist für 2026 geplant. Baratz sagte dazu: Das Gate-Modell ermögliche es, den insgesamt adressierbaren Markt im Wesentlichen zu verdoppeln.
Technologisch verwies das Unternehmen auf Fortschritte, die diese Strategie untermauern sollen: Die Nutzung der Advantage2-Systeme stieg um 314% gegenüber dem Vorjahr, die Nutzung des Stride-Hybrid-Solvers legte innerhalb von sechs Monaten um 114% zu. Zudem kündigte D-Wave eine Zusammenarbeit mit Anduril und Davidson an, um quantenklassische Hybridanwendungen für die US-Luft- und Raketenabwehrplanung zu entwickeln. Ein erster Proof-of-Concept zeigte laut Angaben mindestens eine 10-fach schnellere Lösungszeit, eine Verbesserung der Bedrohungsabwehr um 9% bis 12% sowie die Fähigkeit, in einer Simulation mit 500 Raketen zusätzlich 45 bis 60 Raketen abzufangen.
Im März schwankte die Aktie laut Bericht zudem in Reaktion auf geopolitische Entwicklungen und neue Arbeitsmarktdaten – ein Hinweis darauf, wie stark der Sektor kurzfristig sowohl auf Makro-Signale als auch auf unternehmensspezifische Nachrichten reagiert.
D-Wave Quantum-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue D-Wave Quantum-Analyse vom 06. März liefert die Antwort:
Die neusten D-Wave Quantum-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für D-Wave Quantum-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
D-Wave Quantum: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








