Nach 25 Jahren als eigenständiges Unternehmen endet die Börsenära von CureVac endgültig. Die Übernahme durch BioNTech tritt in ihre finale Phase: Am 6. Januar 2026 wird die Fusion formell abgeschlossen. Der mRNA-Pionier aus Tübingen verschwindet als eigenständige Aktie vom Markt.

Delisting vollzogen – Handel eingestellt

Die Nasdaq hat den genauen Zeitplan für die Marktentfernung bestätigt. Der 5. Januar 2026 war der letzte Handelstag, der Handel wurde gegen 19:50 Uhr Eastern Time eingestellt. Zum Schlusskurs von 4,67 US-Dollar verabschiedete sich die Aktie aus dem regulären Handel. Ab dem 7. Januar ist jeglicher Handel dauerhaft ausgesetzt.

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BioNTech sichert sich 86,75 Prozent

Das freiwillige Übernahmeangebot von BioNTech, das am 18. Dezember 2025 endete, war erfolgreich: 86,75 Prozent der ausstehenden CureVac-Aktien wurden angedient. Insgesamt wechselten 195.341.219 Aktien den Besitzer. Die Aktionäre erhielten im Gegenzug 0,05363 BioNTech-ADRs je CureVac-Aktie.

Die Transaktion bewertet CureVac mit rund 1,25 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einer Prämie von etwa 55 Prozent gegenüber dem Durchschnittskurs von 3,53 US-Dollar in den drei Monaten vor Ankündigung der Übernahme im Juni 2025.

Squeeze-Out für verbleibende Aktionäre

Für die restlichen 13,25 Prozent initiiert BioNTech ein Zwangseinziehungsverfahren. Aktionäre, die nicht am freiwilligen Angebot teilgenommen haben, erhalten zwar dasselbe Umtauschverhältnis – müssen aber mit einem entscheidenden Unterschied leben: Es fällt eine niederländische Quellensteuer von 15 Prozent an, die bei der ursprünglichen Annahme des Angebots nicht angefallen wäre.

Kompletter Führungswechsel vollzogen

Mit der Übernahme erfolgte ein vollständiger Austausch der Unternehmensführung. Das gesamte frühere CureVac-Management trat geschlossen zurück. Der neue Vorstand besteht ausschließlich aus BioNTech-Personal:

  • Prof. Ugur Sahin, CEO und Mitgründer von BioNTech
  • Dr. Sierk Poetting, Chief Operating Officer
  • Ramón Zapata-Gomez, Managing Director

Die frühere CureVac-Website leitet mittlerweile direkt auf die BioNTech-Seite weiter – die operative Integration hat längst begonnen.

Was BioNTech übernimmt

Durch die Akquisition sichert sich BioNTech mehrere zentrale mRNA-Technologien und Pipeline-Projekte:

  • RNA Printer®-Plattform für automatisierte mRNA-Produktion
  • FRAMEpro-Algorithmus zur Antigen-Identifikation
  • CVGBM – Phase-1-Kandidat gegen Glioblastom
  • CVHNLC – Kandidat gegen Plattenepithelkarzinom der Lunge mit EMA-Studiengenehmigung
  • Produktionsstandort Tübingen – zur Integration in BioNTechs globales Fertigungsnetzwerk

Patentstreit beigelegt: 740 Millionen Dollar

Ein wichtiger Nebeneffekt der Transaktion: Der langjährige Patentstreit um mRNA-basierte COVID-19-Impfstoffe ist faktisch beendet. Im August 2025 einigten sich CureVac, BioNTech und Pfizer auf einen Vergleich über 370 Millionen US-Dollar, der die US-Rechtsstreitigkeiten beendete. Zusammen mit einer zusätzlichen Zahlung aus einem überarbeiteten GSK-Lizenzvertrag sicherte sich CureVac insgesamt 740 Millionen US-Dollar plus künftige Lizenzgebühren.

Ausblick: Integration in BioNTech-Struktur

Für Aktionäre, die nach dem 5. Januar noch Positionen hielten, läuft das Squeeze-Out-Verfahren automatisch. In den kommenden Wochen werden ihre Anteile in BioNTech-Aktien umgewandelt. Die mRNA-Technologien und Pipeline-Projekte des Tübinger Unternehmens werden fortgeführt – allerdings nicht mehr unter eigenem Namen, sondern innerhalb von BioNTechs deutlich größerer Konzernstruktur.

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