Mitten in der finalen Phase des Squeeze-out-Verfahrens durch ADNOC bekommt Covestro eine neue Kostenvariable: Die IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC haben sich auf einen Tarifabschluss für die chemische Industrie geeinigt. Die Lohnerhöhungen treffen eine Branche, die ohnehin unter Druck steht.

Zweistufiges Lohnplus ab 2027

Der neue Tarifvertrag sieht ab 2027 zunächst ein Entgeltplus von 2,1 Prozent vor, gefolgt von weiteren 2,4 Prozent ab Januar 2028. Planungssicherheit auf der einen Seite — steigende Personalkosten auf der anderen. BASF-Chef Markus Kamieth bezeichnete die aktuelle Lage kürzlich als die „wohl schwierigste Zeit seit 25 Jahren", getrieben von hohen Energiekosten und globalem Wettbewerbsdruck.

Das Ifo-Institut erwartet für 2026 weitere Produktions- und Jobkürzungen in der deutschen Chemiebranche. Dow hat bereits Anlagenstilllegungen in Ostdeutschland angekündigt — ein Zeichen, dass die strukturellen Probleme des Standorts nicht mit einem Tarifabschluss verschwinden.

ADNOC baut Chemie-Imperium aus

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Parallel dazu treibt der künftige Covestro-Eigentümer seine globale Strategie voran. ADNOC und OMV präsentierten heute das Führungsteam für ihr Joint Venture Borouge Group International (BGI), das aus der Fusion von Borealis, Borouge und Nova Chemicals entsteht. Roger Kearns übernimmt den CEO-Posten, Stefan Doboczky wird Chief Commercial Officer. Der Zusammenschluss soll BGI zum viertgrößten Kunststoffhersteller weltweit machen — Covestro wird künftig als Teil dieses Verbunds agieren.

Die formale Fusion ist für Ende März 2026 geplant, das Squeeze-out-Verlangen für Covestro wurde bereits am 20. März eingereicht.

Kurs klebt an der Abfindungsgrenze

An der Börse spiegelt sich die Übernahmesituation unmittelbar im Kursniveau wider. Mit 59,54 Euro notiert die Aktie nur knapp über der festgesetzten Barabfindung von 59,46 Euro je Aktie. Operative Branchennachrichten spielen für die Kursfindung damit kaum noch eine Rolle — der Markt orientiert sich fast ausschließlich an dieser Untergrenze. Das KGV für 2026 liegt bei rechnerisch 98,3 und unterstreicht, wie stark die aktuelle Bewertung von den Übernahmekonditionen dominiert wird, nicht von fundamentalen Gewinndaten.

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