Die Schutzwälle um das Frankfurter Geldhaus bröckeln weiter. Nachdem das Bundeskartellamt der UniCredit grünes Licht für eine Aufstockung der Anteile gegeben hat, beginnt das Börsenjahr 2026 mit einer brisanten Ausgangslage. Während die Commerzbank-Führung ihre Abwehrschlacht durch massive Aktienrückkäufe vorantreibt, fragen sich Marktteilnehmer: Folgt im ersten Quartal nun das offizielle Übernahmeangebot aus Mailand?

  • Regulatorik: Kartellamt erlaubt UniCredit Aufstockung auf 29,9 Prozent.
  • Abwehr: Aktienrückkauf über 1 Milliarde Euro abgeschlossen.
  • Kurs: 36,40 Euro (Schlusskurs Freitag).

Letzte Hürde gefallen

Das Bundeskartellamt hat das wohl wichtigste formale Hindernis aus dem Weg geräumt. Die italienische Großbank UniCredit darf ihren Anteil an der Commerzbank auf bis zu 29,9 Prozent ausbauen. Bereits jetzt kontrollieren die Italiener rund 26 Prozent über direkte Aktienpakete und Derivate. Die Genehmigung liegt zwar intern schon länger vor, doch die offizielle Bestätigung erhöht den Druck auf den Vorstand in Frankfurt massiv.

UniCredit-CEO Andrea Orcel hält sich mit einem formellen Übernahmeangebot bislang zurück. Marktbeobachter werten dies als Taktik: Man wartet auf günstigere Einstiegskurse oder eine neue politische Konstellation nach der Bundestagswahl, da die aktuelle Bundesregierung eine Übernahme ablehnt.

Abwehrschlacht durch Kapitalrückgabe

Die Commerzbank bleibt derweil nicht untätig. Am 18. Dezember wurde das fünfte Aktienrückkaufprogramm seit 2023 beendet. Knapp 31 Millionen eigene Aktien im Wert von rund einer Milliarde Euro nahm das Institut vom Markt.

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Diese Strategie verfolgt ein klares Ziel: Durch die Verknappung des Angebots soll der Gewinn je Aktie rechnerisch steigen und der Kurs oben gehalten werden. Ein höherer Börsenwert macht eine feindliche Übernahme für UniCredit teurer und damit unattraktiver. Dennoch zeigt der Trend der letzten Tage Wirkung: Mit einem Minus von 12,46 Prozent auf Sicht von sieben Tagen hat sich die Aktie spürbar von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 41,58 Euro entfernt.

Szenarien für das erste Quartal

Die Volatilität dürfte in den kommenden Wochen hoch bleiben (annualisiert zuletzt bei über 68 Prozent). Zwei Entwicklungspfade zeichnen sich ab:

  1. Standalone-Lösung: Das Management überzeugt Investoren, dass die "Strategie 2027" mehr Wert schafft als eine Fusion. Der Kurs müsste dazu hoch bleiben, um die Italiener abzuschrecken.
  2. Pflichtangebot: Sobald UniCredit die Schwelle von 30 Prozent der Stimmrechte überschreitet, sind sie rechtlich verpflichtet, allen Aktionären ein Übernahmeangebot zu unterbreiten.

Profis nehmen Gewinne mit

Trotz der starken Performance der letzten zwölf Monate (+134,99 Prozent) agieren einige institutionelle Investoren vorsichtig. BlackRock reduzierte zuletzt seine Beteiligung auf unter sechs Prozent. Dies dürfte primär als Gewinnmitnahme nach der Rallye zu werten sein. Auch die Analystengemeinde ist gespalten: Das Lager der Befürworter und der Unentschlossenen hält sich mit jeweils sieben Stimmen die Waage.

Der Blick richtet sich nun fest auf den 11. Februar 2026. Dann präsentiert die Commerzbank ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Sollte bis dahin keine Offerte aus Mailand vorliegen, werden diese Ergebnisse entscheidend dafür sein, ob die Bank ihre Eigenständigkeit durch operative Stärke untermauern kann.

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