UniCredit hat sein Übernahmeangebot für die Commerzbank angekündigt — doch das letzte Wort haben zunächst die Aufseher. Bevor Aktionäre überhaupt abstimmen können, müssen BaFin, EZB und EU-Kommission grünes Licht geben. Der Ausgang ist offen.

Das Angebot und seine Schwächen

Das Konstrukt ist juristisch präzise kalkuliert. UniCredit hält derzeit knapp unter 30 Prozent der Commerzbank-Aktien — rund 26 Prozent direkt, weitere rund 4 Prozent über Total-Return-Swaps. Mit dem für Anfang Mai erwarteten Tauschangebot will das Mailänder Institut diese Schwelle überschreiten. Denn wer in Deutschland die 30-Prozent-Marke übersteigt, löst nach dem Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz automatisch eine Angebotspflicht gegenüber allen übrigen Aktionären aus — und entzieht sich damit dem ständigen Jonglieren rund um die Grenze, das durch das laufende Aktienrückkaufprogramm der Commerzbank nötig wird.

Die Commerzbank-Führung hat das Angebot klar eingeordnet: Es enthält faktisch keine Prämie für die Aktionäre. Gemessen am durchschnittlichen Analystenpreisziel von rund 38 Euro liegt das implizierte Umtauschverhältnis deutlich darunter. Die Aktie notiert aktuell bei 32,15 Euro — und damit bereits rund 15 Prozent unter dem im August 2025 markierten 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro.

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Zeitplan mit Fragezeichen

Bis das formelle Angebot veröffentlicht werden kann, braucht UniCredit die Freigabe durch BaFin und EZB sowie die Zustimmung der eigenen Aktionäre zu einer notwendigen Kapitalerhöhung. Ein Ergebnis der Annahmefrist wird frühestens Ende Juni oder im Juli 2026 erwartet — der eigentliche Abschluss der Übernahme nach Aussage von UniCredit jedoch erst 2027, da weitere regulatorische Genehmigungen ausstehen.

Politisch ist das Vorhaben heikel. Gewerkschaften warnen vor Stellenabbau und dem Verlust lokaler Entscheidungshoheit. Der Bund, der 12 Prozent der Commerzbank-Aktien hält, hat erneut bekräftigt, die Eigenständigkeit des Instituts zu unterstützen und keine eigenen Papiere anzudienen. Sein rechtlicher Spielraum bleibt damit allerdings auf Aktionärsrechte beschränkt — etwa die Einberufung einer Hauptversammlung.

Commerzbank setzt auf eigene Stärke

Die Commerzbank selbst verfolgt unterdessen ihren eingeschlagenen Kurs. Die im Februar 2025 gestartete Momentum-Strategie soll organisches Wachstum liefern, gestützt durch KI-Initiativen und Impulse aus dem deutschen Konjunkturprogramm. Im Februar 2026 stellte der Vorstand in Aussicht, die für 2028 gesetzten Ziele zu übertreffen.

Die Hauptversammlung im Mai 2026 wird zur nächsten Wegmarke. Dort müssen Aktionäre abwägen, ob sie dem eigenständigen Wachstumspfad des Vorstands folgen — oder ihre Papiere im Falle eines Pflichtangebots andienen. Maßgeblich dafür ist, wie sich die EZB bis dahin positioniert. Ihre Entscheidung wird das Angebot entweder in seiner jetzigen Form passieren lassen, mit Auflagen versehen oder grundlegend in Frage stellen.

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