Kurz vor dem Regierungsgipfel in Rom hat die Bundesregierung eine klare rote Linie gezogen: Eine Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit ist unerwünscht. Während Bundeskanzler Friedrich Merz auf Eigenständigkeit pocht, stellt sich für Anleger die entscheidende Frage: Entweicht mit dem politischen Veto nun die Übernahmefantasie aus der Aktie, oder überzeugen die fundamentalen Daten auch ohne italienische Hochzeit?

Das Wichtigste in Kürze:
* Klare Kante: Bundesregierung lehnt „unfreundliches Vorgehen“ der UniCredit ab.
* Analysten-Optimismus: Mehrere Banken erhöhen Kursziele trotz Übernahme-Dämpfer.
* Korrektur: Die Aktie verlor in den letzten 30 Tagen rund 16 Prozent an Wert.
* Strategie: CEO Orlopp setzt weiter auf den Plan „Commerzbank 2027“.

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Politische Brandmauer steht

Das Timing der Botschaft aus dem Finanzministerium ist kein Zufall. Unmittelbar vor den heutigen Konsultationen zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni macht Berlin deutlich: Die Commerzbank ist systemrelevant und soll eigenständig bleiben. Ein Sprecher betonte, man setze auf die internen Wachstumsziele des Instituts und betrachte die Entwicklung positiv.

Für UniCredit-Chef Andrea Orcel, dessen Bank bereits rund 28 Prozent an den Frankfurtern hält, wird der Weg damit steiniger. Zwar liegt die Genehmigung der EZB für eine Aufstockung auf 29,9 Prozent vor, doch ein „unfreundliches Vorgehen“ stufte die Bundesregierung als inakzeptabel ein. Orcel hatte eine endgültige Entscheidung über eine Vollübernahme ohnehin auf dieses Jahr verschoben.

Bewertung als Schutzschild

Die Strategie von Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp scheint aufzugehen: Ein hoher Aktienkurs dient als natürliche Abwehrbarriere. Trotz der jüngsten Korrektur auf aktuell 34,67 Euro liegt der Kurs auf Sicht von zwölf Monaten immer noch über 91 Prozent im Plus. Diese Bewertung macht eine potenzielle Übernahme für die Italiener kostspielig.

Charttechnisch befindet sich das Papier jedoch in einer Konsolidierungsphase. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 41,58 Euro beträgt inzwischen über 16 Prozent. Aktuell kämpft die Aktie darum, den Anschluss an den 50-Tage-Durchschnitt bei 35,16 Euro nicht zu verlieren.

Analysten blenden Politik aus

Bemerkenswert ist die Reaktion der Analysten, die sich von den politischen Störfeuern unbeeindruckt zeigen. Im Januar korrigierten gleich mehrere Häuser ihre Kursziele nach oben:

  • Deutsche Bank Research: Erhöhung auf 38 Euro („Buy“)
  • RBC Capital: Erhöhung auf 37 Euro („Sector Perform“)
  • JPMorgan: Erhöhung auf 36 Euro („Neutral“)

Die Experten von JPMorgan begründen ihren Optimismus nicht mit Übernahmespekulationen, sondern mit einem „perfekten Umfeld“ durch eine anziehende Konjunktur. Das operative Geschäft profitiert zudem vom stabilen Zinsniveau und dem Interesse US-amerikanischer Investoren am deutschen Mittelstand.

Fazit: Fokus auf Zahlen statt Fusion

Die politische Rückendeckung aus Berlin verschafft dem Management um Bettina Orlopp die nötige Ruhe, um den strategischen Plan „Commerzbank 2027“ ohne externes Störfeuer voranzutreiben. Für Anleger verschiebt sich der Fokus damit weg von der reinen Übernahmespekulation hin zur operativen Substanz. Ob die Aktie ihren langfristigen Aufwärtstrend wieder aufnehmen kann, dürfte sich spätestens im Februar zeigen, wenn die Bank ihre Jahreszahlen vorlegt und beweisen muss, dass sie die Vorschusslorbeeren der Analysten rechtfertigt.

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