Coinbase Aktie: Zwischen Krise und Wachstum
Coinbase steht gleichzeitig im Mittelpunkt einer Ponzi-Klage und einer ambitionierten Strategieerweiterung. Während das Unternehmen rechtliche Distanz zu einem 328-Millionen-Dollar-Betrugsfall wahrt, baut es sich konsequent zur Allfinanzplattform um — mit wachsendem Erfolg.
Die Ponzi-Klage und ihre Bedeutung für Coinbase
Investoren des Unternehmens Goliath Ventures haben in dieser Woche eine Sammelklage gegen JPMorgan Chase eingereicht. Der Vorwurf: Die Bank soll als einziger Bankpartner von Goliath klare Warnsignale ignoriert und damit ein 328-Millionen-Dollar-Schneeballsystem ermöglicht haben. Rund 123 Millionen Dollar flossen dabei über Coinbase-Wallets, etwa 50 Millionen wurden als vermeintliche Renditen an Anleger ausgezahlt.
Coinbase ist in der Klage nicht als Beklagte genannt. Das Unternehmen erklärte, alle Compliance-Pflichten vollständig erfüllt zu haben. Goliath Ventures hat inzwischen Insolvenz angemeldet, der mutmaßliche Betreiber Christopher Alexander Delgado wurde wegen Überweisungsbetrugs und Geldwäsche verhaftet.
Separat wies Coinbase-CEO Brian Armstrong in dieser Woche Vorwürfe zurück, das Unternehmen habe gegen eine steuerliche Bagatellgrenze für kleine Bitcoin-Transaktionen lobbyiert. Armstrong bezeichnete die Behauptungen als „völlig falsch" und betonte, er setze sich aktiv für eine solche Ausnahme ein.
Strategischer Umbau zur Allfinanzplattform
Abseits der rechtlichen Schlagzeilen treibt Coinbase seine Transformation voran. Ende Februar führte das Unternehmen provisionsfreien Aktien- und ETF-Handel für US-Kunden ein — rund um die Uhr, fünf Tage die Woche. Im Januar startete Coinbase zudem Prediction-Market-Trading in Kooperation mit Kalshi. In Europa werden regulierte Futures-Kontrakte sowie Aktien- und ETF-Handel ausgerollt.
Das Stablecoin-Geschäft entwickelt sich dabei zum zentralen Wachstumstreiber. Die Erlöse in diesem Segment stiegen 2025 von 910 Millionen auf 1,38 Milliarden Dollar — mit Quartalswachstum in jedem einzelnen Quartal. Die Marktkapitalisierung des USDC-Stablecoins erreichte 76,2 Milliarden Dollar. Versicherungskonzern Aon schloss zudem einen Proof-of-Concept ab, bei dem USDC und PYUSD zur Abwicklung von Versicherungsprämien eingesetzt wurden — ein Zeichen wachsender institutioneller Akzeptanz.
Starker Cashflow trotz Quartalsverlust
Das vierte Quartal 2025 verlief gemischt. Coinbase meldete einen Verlust je Aktie von 2,49 Dollar — Analysten hatten einen Gewinn von 55 Cent erwartet. Der Umsatz lag bei 1,78 Milliarden Dollar. Verantwortlich war vor allem ein Rückgang der Handelsvolumina infolge des breiten Kryptomarkt-Einbruchs.
Gleichzeitig wies Coinbase einen freien Cashflow von 3,07 Milliarden Dollar aus — eine Cash-Flow-Marge von 172 Prozent für das Quartal, die die operative Stärke des Geschäftsmodells unterstreicht. Das Unternehmen hält liquide Mittel von 11,3 Milliarden Dollar und hat seit November 2025 eigene Aktien im Wert von über 1,7 Milliarden Dollar zurückgekauft.
Die Aktie hat sich seit ihrem Tief von rund 119 Euro im Februar deutlich erholt und notiert aktuell bei 173 Euro — rund 34 Prozent über dem Stand vor einem Monat. 21 von 24 befragten Analysten empfehlen den Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 250 Dollar.
Für das erste Quartal 2026 erwartet Coinbase Erlöse aus Abonnements und Dienstleistungen zwischen 550 und 630 Millionen Dollar. Den nächsten Einblick in die Geschäftsentwicklung liefert der Quartalsbericht am 7. Mai 2026.
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