Einem minimalen Jahresumsatz steht eine geradezu astronomische Wachstumserwartung gegenüber. Die Hamburger Circus SE hat mit ihren Geschäftszahlen für 2025 die tiefe Kluft zwischen der aktuellen Frühphase und ihren langfristigen Ambitionen offengelegt. Während der Aktienkurs auf neue Tiefstände abrutscht, signalisiert das Management mit massiven Zielen und eigenen Zukäufen unerschütterlichen Optimismus.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete das Robotik-Unternehmen lediglich 250.000 Euro, verbuchte gleichzeitig aber einen operativen Verlust von knapp 15 Millionen Euro. Diese Zahlen spiegeln den hohen Kapitalbedarf der Entwicklungsphase wider. Für das laufende Jahr 2026 stellt das Management nun Erlöse zwischen 44 und 55 Millionen Euro in Aussicht. Das entspricht einer mehr als 200-fachen Steigerung, getragen von geplanten Roboterauslieferungen und wiederkehrenden Software-Einnahmen. An der Börse sorgt diese Diskrepanz offensichtlich für Skepsis. Der Kurs rutschte zuletzt auf 6,44 Euro ab und markiert damit einen Wertverlust von fast 30 Prozent innerhalb der letzten 30 Tage.

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Operative Meilensteine als Fundament

Um die ehrgeizige Umsatzprognose zu untermauern, verweist das Unternehmen auf über 8.000 Vorbestellungen. Bislang haben sich diese jedoch kaum in zahlungswirksame Aufträge verwandelt. Den Durchbruch sollen nun konkrete Pilotprojekte und Partnerschaften bringen:

  • Bundeswehr: Seit Januar laufender Vertrag zur autonomen Lebensmittelversorgung in ausgewählten Kasernen.
  • REWE: Achtmonatiger Testlauf des Konzepts „Fresh & Smart“ in Düsseldorf.
  • Mercedes-Benz: Geplanter Einsatz des Kochroboters CA-1 ab Sommer 2026 in der Kantine in Sindelfingen.

Ein neues Leasing-Modell in Zusammenarbeit mit einer LBBW-Tochter soll ab dem ersten Quartal 2026 die hohen Anschaffungskosten für Kunden in planbare Betriebsausgaben umwandeln und so den Vertrieb ankurbeln.

Insider greifen beim Jahrestief zu

Auffällig ist das Verhalten der Führungsebene angesichts des massiven Kursverfalls. Obwohl die Aktie über 73 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch notiert, stocken Insider ihre Positionen auf. Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins investierte Ende Februar rund 10.000 Euro in eigene Papiere. Auch die Nikolas Bullwinkel Beteiligungs UG sowie weitere Führungskräfte traten in den vergangenen Wochen als Käufer auf. Parallel dazu prüft das Management die Aufnahme von zusätzlichem Eigen- oder Fremdkapital, um das geplante Wachstum zu finanzieren.

Der geplante Rollout bei Mercedes-Benz im Sommer und die Auswertung des REWE-Piloten bilden die entscheidenden Katalysatoren für die kommenden Monate. Liefern diese Projekte belastbare Daten und erste signifikante Umsätze, erhält die Prognose ein reales Fundament. Verzögern sich die Auslieferungen des aus 29.000 Einzelteilen bestehenden CA-1 jedoch weiter, droht dem Papier mangels operativer Substanz eine Fortsetzung des Abwärtstrends.

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