Für Anleger der Ceconomy AG hat sich das sichere Ausstiegsfenster endgültig geschlossen. Die letzte Frist zur Annahme des Übernahmeangebots durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com ist am Donnerstagabend verstrichen – und die Karten bei der MediaMarktSaturn-Mutter werden nun völlig neu gemischt. Wer seine Anteile nicht rechtzeitig angedient hat, findet sich plötzlich in einer heiklen Minderheitenposition wieder. Was bedeutet die neue chinesische Dominanz für den verbleibenden Streubesitz?

Übernahme perfekt: Der neue Machtblock

Die Hängepartie ist vorbei. Mit dem Ablauf der „weiteren Annahmefrist“ ist die Garantie, Aktien zum Festpreis von 4,60 Euro zu verkaufen, Geschichte. Der Markt reagierte am Freitag prompt auf die veränderte Risikolage: Die Aktie rutschte unter den Angebotspreis und ging bei 4,49 Euro aus dem Handel. Zwar steht damit seit Jahresanfang immer noch ein sattes Plus von über 70 Prozent zu Buche, doch der Wegfall der Andienungsgarantie drückt auf die Stimmung.

JD.com hat sich gemeinsam mit dem Großaktionär Convergenta (Familie Kellerhals) eine qualifizierte Mehrheit von über 70 Prozent gesichert. Ein entscheidender Bremsklotz wurde zudem in dieser Woche beseitigt: Marktberichten zufolge gaben die italienischen Wettbewerbsbehörden grünes Licht. Da Italien für Ceconomy ein Schlüsselmarkt mit sensiblen Kundendaten ist, galt dies als letzte große Hürde. Der Weg für das Closing und den technologischen Umbau durch die Chinesen ist damit frei.

Gefahr für Kleinanleger?

Die neue Eigentümerstruktur birgt für freie Aktionäre handfeste Risiken. Nachdem institutionelle Schwergewichte wie Haniel und Freenet ihre Pakete bereits vollständig angedient haben, ist der Streubesitz massiv zusammengeschmolzen. Das führt zwangsläufig zu geringeren Handelsvolumina und einer erschwerten Preisfindung.

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Die Faktenlage für Investoren:
* Finaler Angebotspreis: 4,60 Euro (Frist abgelaufen)
* Neue Machtverhältnisse: JD.com und Convergenta halten > 70,9 %
* Nächster Termin: Jahreszahlen am 17. Dezember 2025
* Aktueller Kurs: 4,49 Euro (Freitagsschluss)

Historisch gesehen folgen auf solche Übernahmen oft Delisting-Szenarien. Sollte der Anteil der Großaktionäre nach der finalen Auszählung die Schwelle von 90 Prozent überschreiten, droht ein Squeeze-out – das zwangsweise Herausdrängen der Minderheitsaktionäre. Zwar gibt es noch keine offiziellen Pläne für einen Börsenrückzug, doch die strategische Freiheit ohne Börsennotiz dürfte für JD.com äußerst attraktiv sein.

Blick nach vorn

Anleger müssen nun genau hinschauen: Anfang kommender Woche wird das endgültige Ergebnis der Annahmefrist erwartet. Bis dahin bleibt die Aktie eine Halteposition für Risikobewusste, die auf eine operative Wende unter chinesischer Führung spekulieren. Konservative Anleger hingegen müssen sich fragen, ob das Risiko sinkender Liquidität und eines möglichen Delistings die vage Hoffnung auf zukünftiges Wachstum rechtfertigt.

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