Das Börsenjahr 2025 endet für Ceconomy mit einem beeindruckenden Kursplus, doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Der neue Mehrheitseigner JD.com sieht sich einer unerwartet harten Front der Altaktionäre gegenüber, die strategische Alleingänge effektiv unterbindet. Anleger müssen sich fragen: Kann der Elektronikhändler unter diesen Voraussetzungen sein volles Potenzial entfalten oder droht eine jahrelange Hängepartie?

Sperrminorität blockiert Durchgriff

Die Übernahme der Mehrheit durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com verläuft deutlich steiniger als vom Markt ursprünglich angenommen. Zwar hält der Konzern mittlerweile knapp 60 Prozent der Anteile an der Media-Markt-Saturn-Mutter, doch die erhoffte strategische Handlungsfreiheit bleibt aus. Grund dafür ist eine massive Abwehrfront der bestehenden Großaktionäre, die sich gegen eine alleinige Dominanz aus China stellen.

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Die aktuellen Machtverhältnisse im Überblick:

  • JD.com: ca. 60 % (Mehrheitseigner)
  • Convergenta (Familie Kellerhals): 25,4 %
  • Meridian-Stiftung (Familie Schmidt-Ruthenbeck): 11,1 %
  • Blockwiderstand: 36,5 %

Mit über 36 Prozent der Stimmrechte besitzen Convergenta und die Meridian-Stiftung faktisch eine Sperrminorität bei wichtigen Hauptversammlungsbeschlüssen. Da bislang keine Einigung mit der Meridian-Stiftung erzielt wurde, sind die Hände des neuen Eigentümers gebunden.

Teure Zugeständnisse an die Altaktionäre

Um den Widerstand zumindest teilweise zu dämpfen, musste JD.com weitreichende Kompromisse eingehen. Der chinesische Konzern hat vertraglich zugesichert, für drei Jahre auf den Abschluss eines Beherrschungsvertrags zu verzichten. Zudem wurden Garantien für Standorte und Belegschaft abgegeben. Diese Zusagen verhindern das schnelle "Durchregieren", das für straffe Kostensenkungsprogramme oder radikale Strukturveränderungen notwendig wäre.

Trotz dieser Fesseln versucht JD.com, operative Akzente zu setzen. Der Plan sieht vor, die Plattform „Joybuy“ in Deutschland aggressiver zu etablieren und chinesische Elektronikmarken verstärkt über die Kanäle von MediaMarkt und Saturn zu vertreiben. Ob dieser strategische Schwenk ohne volle unternehmerische Kontrolle gelingt, bleibt offen.

Kursstärke trifft auf Skepsis

Die operative Unsicherheit steht im Kontrast zur starken Performance der Aktie. Mit einem Schlusskurs von 4,46 Euro beendet das Papier das Jahr nahe dem 52-Wochen-Hoch von 4,58 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel einen Zuwachs von 69,20 Prozent. Auch technisch zeigt sich der Wert stabil und notiert knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 4,43 Euro.

Dennoch warnen Analysten vor überzogener Euphorie. Das Analysehaus mwb research sprach trotz solider Umsatzzahlen von 23,1 Milliarden Euro zuletzt eine Verkaufsempfehlung aus. Diese Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und Analystenvotum spiegelt die Sorge wider, dass die Governance-Probleme den operativen Aufschwung ersticken könnten.

Für die weitere Entwicklung ist entscheidend, wie lange der Burgfrieden zwischen JD.com und den deutschen Familien hält. Der vertragliche Verzicht auf einen Beherrschungsvertrag zementiert den Status Quo vorerst. Solange die Sperrminorität als monolithischer Block steht, bleiben tiefgreifende Synergien aus der Übernahme blockiert, was das Aufwärtspotenzial der Aktie mittelfristig deckeln dürfte.

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