CATL stellt seine Batterie-Strategie neu auf – und rückt Natrium-Ionen-Technologie ins Zentrum. Auslöser ist die Markteinführung einer serienreifen Natrium-Ionen-Batterie für leichte Nutzfahrzeuge, die vor allem in kalten Regionen einen technischen Sprung bringen soll. Morgan Stanley reagiert mit einer Hochstufung, an der Börse prallen kurzfristige Zweifel und langfristige Erwartungen jedoch sichtbar aufeinander.

Neue Natrium-Offensive

Am 22. Januar hat CATL in Guangzhou die Tianxing-II-Batterieserie für leichte Nutzfahrzeuge vorgestellt. Kernstück ist ein 45-kWh-Natrium-Ionen-Akku, den das Unternehmen als erste massenproduzierte Lösung dieser Art für den Nutzfahrzeugbereich einordnet.

Technisch setzt CATL vor allem auf Kälte-Performance und Robustheit:

  • Energiedichte: 175 Wh/kg
  • Lebensdauer: über 10.000 Ladezyklen
  • Nutzbare Kapazität: 90 % selbst bei -40 °C
  • Ladefähigkeit: auch bei -30 °C im gefrorenen Zustand möglich

Damit adressiert CATL ein zentrales Praxisproblem: Elektro-Nutzfahrzeuge verlieren in sehr kalten Regionen bislang deutlich an Reichweite und Alltagstauglichkeit. Die neue Batterie zielt genau auf diesen Schwachpunkt.

Morgan Stanley sieht darin mehr als nur ein Nischenprodukt. In der Analyse wird Natrium-Ionen als kostengünstige und praxistaugliche Alternative zu Lithium-Eisenphosphat (LFP) hervorgehoben – nicht nur für leichte Lkw und Kleinstfahrzeuge, sondern auch für große Energiespeicher.

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CATL selbst denkt die Technologie deutlich breiter. Für 2026 kündigt das Unternehmen an, Natrium-Ionen-Batterien auch in folgenden Bereichen auszurollen:

  • Pkw
  • Batterietausch-Systeme
  • stationäre Energielösungen

Im Konzern spricht man von einer „Dual-Star“-Strategie: Natrium-Ionen und Lithium-Ionen sollen sich nicht ersetzen, sondern je nach Einsatzgebiet ergänzen.

Kursdruck trotz Hochstufung

Kurzfristig spiegelt der Aktienkurs die strategische Neuausrichtung jedoch nur bedingt wider. Die in Shenzhen gelisteten Anteile beendeten den gestrigen Handel bei 345,80 CNY und liegen damit rund 12 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von Anfang Dezember. Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich ein Rückgang von gut 8 %.

Parallel zur Produktpräsentation und der Hochstufung auf „Overweight“ durch Morgan Stanley war am 22. Januar ein hoher Short-Seller-Einsatz zu sehen: In Hongkong summierten sich Leerverkäufe auf rund 759,67 Mio. US‑Dollar, die dortige Aktie verlor im Tagesverlauf 2,84 %. Ein Short-Selling-Anteil von gut 30 % signalisiert, dass ein Teil des Marktes zunächst auf anhaltenden Druck setzt – trotz der positiven Analystenstimme.

Morgan Stanley stellt sich dagegen klar auf die Seite eines langfristig positiven Szenarios. Die Bank betont die ökonomischen Vorteile und das Durchdringungspotenzial der Natrium-Ionen-Technologie. Frühere Einschätzungen anderer Häuser wie CLSA und JPMorgan aus Ende 2025 und Anfang dieses Jahres gingen in eine ähnliche Richtung und verwiesen auf erwartetes Ertragswachstum und ein attraktives Chance-Risiko-Profil.

Was jetzt im Fokus steht

Entscheidend wird nun, ob CATL die „Dual-Star“-Strategie im laufenden Jahr operativ untermauern kann. Konkret geht es um drei Punkte:

  • Hochlauf in Nutzfahrzeugen: Wie schnell und in welchen Stückzahlen die Tianxing-II-Natrium-Batterien in leichten Lkw und ähnlichen Anwendungen ankommen.
  • Transfer in den Pkw- und Speichermarkt: Ob es gelingt, die Technologie in großem Stil in Personenfahrzeugen und stationären Speicherlösungen zu verankern.
  • Margen- und Kostenwirkung: Inwieweit geringere Materialkosten und der geringere Lithium-Bedarf in einem Umfeld schwankender Rohstoffpreise tatsächlich in besseren Margen sichtbar werden.

In den kommenden Monaten werden Produktionszahlen, Auslieferungsdaten und erste Kundenanwendungen zum Gradmesser, ob der von Morgan Stanley ausgerufene Start einer „Natrium-Ära“ sich für CATL auch in wachsendem Marktanteil und profitablerem Wachstum niederschlägt.

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