Cardano: Governance hilft kaum
Cardano arbeitet an seiner dezentralen Zukunft – der Markt bleibt dennoch reserviert. Trotz neuer Verfassung, großen DRep-Delegationen und klarer strategischer Leitplanken tritt ADA Anfang 2026 kursseitig auf der Stelle. Warum prallen diese positiven Governance-Meldungen bisher an der Kursentwicklung ab?
Schwaches Momentum trotz Unterstützung
ADA notiert aktuell bei rund 0,36 US‑Dollar und bewegt sich damit nur knapp über dem 52‑Wochen-Tief von 0,33 US‑Dollar. Vom Höchststand der letzten zwölf Monate bei 0,87 US‑Dollar ist der Token deutlich entfernt. Der Titel steckt damit in einer ausgeprägten Schwächephase, auch wenn der Rückgang auf 30-Tage-Sicht mit gut 1 % moderat ausfällt.
Technisch zeigt sich ein Bild wiederholter Fehlausbrüche: Seit dem 20. Januar konnte ADA zwar kurzfristig um etwa 7 % zulegen, ist aber rasch wieder in den Bereich um 0,35 US‑Dollar zurückgefallen. Eine verdeckte bullische Divergenz im 12‑Stunden-Chart löste nur eine kurze Gegenbewegung aus – ein nachhaltiger Trendwechsel blieb aus.
On‑Chain-Daten untermauern diese Schwäche. Die Entwicklungsaktivität erreichte am 21. Januar mit 6,94 einen Monats-Höchststand, ist inzwischen aber leicht auf rund 6,85 zurückgegangen. Parallel dazu zog der Verkaufsdruck an: Die „spent coins age band“, die Bewegungen quer über alle Coin-Altersklassen misst, zeigt seit dem 24. Januar eine Zunahme der Aktivität um mehr als 11 %, von 105 auf 117 Millionen ADA. Anleger verkaufen damit eher in Stärke hinein, statt Kursanstiege abzuwarten.
Großanleger und Derivate signalisieren Zurückhaltung
Auch das Verhalten größerer Wallets spricht derzeit nicht für einen Stimmungsumschwung. Adressen mit Beständen zwischen 10 und 100 Millionen ADA haben seit dem 21. Januar rund 20 Millionen ADA abgebaut und halten nun etwa 13,62 Milliarden statt 13,64 Milliarden ADA. Wallets in der Spanne von 1 bis 10 Millionen ADA trennten sich zusätzlich von knapp 10 Millionen Token.
Im Derivatemarkt dominiert eine vorsichtige bis negative Positionierung. Für die kommenden sieben Tage werden Short-Liquidationen von etwa 107,6 Millionen US‑Dollar erwartet, Long-Liquidationen liegen mit rund 70,1 Millionen US‑Dollar deutlich darunter. Dass Short-Positionen die Longs um mehr als 50 % übertreffen, deutet darauf hin, dass ein großer Teil der Marktteilnehmer weiterhin eher auf scheiternde Rallyversuche setzt.
Governance: Wichtige Meilensteine
Neue Cardano-Verfassung beschlossen
Auf der Governance-Seite hat Cardano in den vergangenen Tagen allerdings zentrale Fortschritte erzielt. Am 22. Januar wurde eine aktualisierte Version der Cardano-Verfassung ratifiziert, 79 % der aktiven DRep-Stimmanteile stimmten zu. In Kraft getreten sind die neuen Regeln mit dem Epochenwechsel am 24. Januar.
Die Reform definiert klarere Leitplanken für Governance-Aktionen. Budget Info Actions werden nicht länger als verfassungsmäßige Budgets anerkannt. Treasury-Ausschüttungen müssen künftig vollständig in sich geschlossen sein, und für unveränderliche Off‑Chain-Dokumentationen gelten strengere Referenzanforderungen. Das siebenköpfige Constitutional Committee billigte die Anpassung mit sechs Ja‑Stimmen.
Deutlich höhere DRep-Delegationen
Bereits am 20. Januar hatte die Cardano Foundation ihre Delegationspolitik ausgeweitet. Weitere 220 Millionen ADA wurden an 11 Delegated Representatives (DReps) verteilt, je rund 20 Millionen ADA. Insgesamt beläuft sich die Delegation der Foundation an Community-DReps damit auf 360 Millionen ADA.
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Im Fokus stehen zwei Gruppen: sogenannte Adoption DReps, die sich auf Anwendungsfälle und reale Nutzung konzentrieren, sowie Operations DReps aus dem Kreis der Stake-Pool-Betreiber, Tool-Entwickler und Infrastrukturprojekte. Zu den Empfängern zählen unter anderem Gründer von Projekten wie NMKR, Liqwid Finance, Snek und USDM.
Cardano 2030 Vision erhält Zustimmung
Zusätzlich fand der strategische Rahmen „Cardano 2030 Vision“ breite Unterstützung. 67,80 % der DReps stimmten mit insgesamt 3,77 Milliarden ADA Stimmgewicht für das Konzept. Als sogenannte Info Action setzt es keinen bindenden Fahrplan, bestätigt aber die Stoßrichtung einer stärker gemeinschaftlich gesteuerten Entwicklung.
Eine weitere Info Action schlägt vor, das kommende Hard Fork auf Protokollversion 11 in „van Rossem Hard Fork“ umzubenennen – zu Ehren des verstorbenen Governance-Mitgestalters Max van Rossem. Innerhalb der ersten zehn Tage erreichte dieser Vorschlag bereits 32 % Zustimmung.
DeFi, TVL und die Rolle von Midnight
TVL bleibt überschaubar
Im DeFi-Bereich bleibt Cardano trotz technischer Fortschritte hinter den großen Wettbewerbern zurück. Der Total Value Locked (TVL) pendelt um die Marke von 300 Millionen US‑Dollar und liegt damit deutlich unter den Werten von Ethereum oder Solana. Gründer Charles Hoskinson führt Verzögerungen teilweise auf Machtkonflikte im Ökosystem zurück, erwartet aber, dass die neuen Governance-Strukturen 2026 zu mehr Dynamik führen.
Die Zahl der Plutus-Smart-Contracts ist inzwischen auf über 24.000 gestiegen. Technisch markierte insbesondere der erste Zero-Knowledge-Smart-Contract auf dem Mainnet Ende 2024 einen wichtigen Schritt: Er nutzt das Halo‑2‑zkSNARK-System. Trotz dieser Meilensteine bleibt die kommerzielle Nutzung bislang begrenzt.
Erwartungshaltung rund um Midnight
Viel Hoffnung bündelt sich auf Midnight, die datenschutzorientierte Partnerkette von Cardano. Hoskinson sieht in Midnight die Chance für eine Art Neustart, um die Leistungsfähigkeit des Ökosystems zu demonstrieren und Marktsegmente anzusprechen, die von bestehenden Kryptowährungen noch nicht ausreichend bedient werden. Gelingt das, könnte sich auch die DeFi‑Nutzung von Cardano spürbar verändern.
Fazit: Governance voraus, Markt hinterher
Cardano steht im Januar 2026 an einem interessanten Punkt: Governance-Strukturen werden professionalisiert, Delegationsmacht breiter verteilt und eine langfristige Vision bis 2030 skizziert. Gleichzeitig signalisieren Kursverlauf, On‑Chain-Muster, Derivatedaten und das Verhalten großer Wallets weiterhin Zurückhaltung.
Für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung dürfte es entscheidend sein, dass sich mehrere Faktoren zugleich verbessern: stärkere und anhaltende Entwicklungsaktivität, eine Rückkehr großer Halter als Stabilisator und vor allem greifbare, skalierende Nutzung – sei es im DeFi‑Bereich, über Plutus-Anwendungen oder durch Impulse der Midnight‑Kette. Erst wenn diese Elemente zusammenkommen, hat ADA realistische Chancen, die aktuelle Schwächephase in eine überzeugende Trendwende zu drehen.
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