Cardano: Fundament rückt in den Fokus
Cardano startet mit Rückenwind ins Jahr 2026. Nach einem schwierigen Vorjahr rücken nun Governance-Entscheidungen, technologische Upgrades und institutionelle Schritte stärker in den Vordergrund als reine Kursfantasie. Entscheidend ist dabei, dass erstmals in großem Stil konkretes Kapital in Infrastruktur und Ökosystem gelenkt wird – statt nur über mögliche Anwendungsfälle zu sprechen.
Kursbild und Ausgangslage
ADA hat sich seit den Tiefstständen Anfang Januar leicht erholt und notiert aktuell bei rund 0,39 US‑Dollar. Nach der jüngsten Schwächephase liegt der Coin damit zwar deutlich unter dem Hoch der vergangenen zwölf Monate, aber klar über dem Jahrestief zu Jahresbeginn. Der 14‑Tage‑RSI um 32,5 signalisiert, dass der Markt eher in Richtung überverkauft tendiert, während der Kurs knapp unter dem 50‑Tage-Durchschnitt von 0,40 US‑Dollar liegt.
Governance: 70 Millionen ADA für Infrastruktur
Ein zentraler Treiber der aktuellen Erzählung rund um Cardano ist eine große Treasury-Entscheidung vom 8. Januar 2026: Die Community hat die Zuweisung von 70 Millionen ADA aus der Projektkasse beschlossen. Das Geld soll gezielt in Bereiche fließen, die bislang als Bremsklötze für DeFi-Anwendungen auf Cardano galten.
Konkret finanziert werden:
- Integrationen der großen Stablecoins USDC und USDT
- der Aufbau von Oracles über das Pyth Network
- Verbesserungen bei der Cross-Chain-Funktionalität
Damit werden zentrale Infrastruktur-Lücken adressiert, die Cardanos Wettbewerbsfähigkeit im Layer‑1‑Vergleich bislang eingeschränkt haben. Marktbeobachter werten den Schritt als Zeichen einer reiferen, handlungsorientierten Governance im sogenannten Voltaire‑Zeitalter, in dem die Community verstärkt über den Einsatz der Treasury-Mittel entscheidet.
Nächster Hard Fork: Protokollversion 11
Parallel bereitet die Entwicklercommunity die nächste Protokollstufe vor. Intersect, die mitgliederbasierte Organisation, die die Entwicklung koordiniert, hat vorgeschlagen, das Upgrade auf Protokollversion 11 als „van Rossem Hard Fork“ zu benennen.
Technisch geht es dabei vor allem um:
- Erweiterungen der Plutus-Fähigkeiten für Smart Contracts
- Verbesserungen bei der Eindeutigkeit von VRF-Schlüsseln zur Erhöhung der Sicherheit
- präzisere Regeln für sogenannte Reference Inputs zur besseren Ledger-Konsistenz
- zusätzliche Sicherheitsverbesserungen auf Node-Ebene
Für den Einsatz im Mainnet wird Node v10.7 als Hauptkandidat geprüft, Tests laufen parallel auf dem Sanchonet-Netz mit v10.6. Die Anpassungen zielen darauf ab, Cardano für komplexere Anwendungen und höhere Sicherheitsanforderungen zu rüsten.
DeFi und TVL: Stabilisierung nach dem Einbruch
Im DeFi-Bereich bleibt Cardano im Vergleich zu Ethereum oder Solana zwar klein, zeigt aber Anzeichen einer Bodenbildung. Laut Daten vom 8. Januar 2026 liegt der Total Value Locked (TVL) bei rund 183 Millionen US‑Dollar. Nach den deutlichen Rückgängen im Jahr 2025 deutet dies auf eine gewisse Stabilisierung hin.
Zu den wichtigsten Protokollen zählen:
- Minswap (DEX) mit rund 50,5 Mio. US‑Dollar TVL
- Liqwid Finance (Lending) mit etwa 43,5 Mio. US‑Dollar
- Danogo als aufstrebende DEX
- Indigo im Bereich synthetische Assets
- Djed als etablierter Stablecoin
Die Community peilt langfristig deutlich höhere TVL-Werte an; die jetzt beschlossenen Infrastrukturmaßnahmen (Stablecoins, Oracles, Interoperabilität) sollen dabei als Hebel dienen.
Institutionelle Impulse und ETF-Pläne
Auf institutioneller Seite häufen sich im Januar mehrere Signale, die ADA stärker in etablierte Strukturen einbinden:
- Die CME Group plant die Ausweitung von Cardano-Futures, gemeinsam mit Produkten zu Chainlink und Stellar.
- Der Cyber Hornet S&P Crypto 10 ETF hat eine S‑1‑Einreichung bei der SEC vorgelegt, in der ADA enthalten ist.
- Der geplante ProShares CoinDesk Crypto 20 ETF sieht eine ADA-Gewichtung von 3,1 % vor.
- Google Cloud betreibt einen Stake Pool auf einer Preview-Testumgebung von Cardano, was als Hinweis auf zunehmende Akzeptanz im Unternehmensumfeld gesehen wird.
Diese Punkte zahlen auf das Bild einer Infrastruktur ein, die regulatorisch anschlussfähig sein soll und für institutionelle Investoren besser zugänglich wird.
Skalierung und Partner-Chain „Midnight“
Bei der Skalierung verfolgt Cardano mehrere parallele Ansätze. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Vorschlag Ouroboros Leios, der gemäß dem öffentlichen Tracker von IOG zu rund 83 % fertiggestellt ist. Ziel sind 30‑ bis 50‑fache Durchsatzsteigerungen gegenüber der heutigen Mainnet-Kapazität, unter anderem durch stärker parallele Blockverarbeitung.
Zusätzlich steht mit Midnight eine Privacy-orientierte Partner-Chain in den Startlöchern. Perpetual Futures auf den Token NIGHT sind seit dem 15. Januar 2026 an der Coinbase International Exchange handelbar. Der Mainnet-Start wird für die frühe Phase 2026 (Kūkolu) erwartet und soll ermöglichen:
- selektive Offenlegung von Daten für regulierte Anwendungen
- datenschutzfreundliche Smart Contracts
- enge Verzahnung mit Cardanos Basisschicht
Damit positioniert sich Cardano im Spannungsfeld zwischen Compliance-Anforderungen und Datenschutz – ein Bereich, der für regulierte Anwendungen zunehmend wichtig wird.
Ökosystemfonds mit Draper Dragon
Zusätzliche Dynamik soll ein geplanter Ökosystemfonds bringen: Die Cardano Foundation unterstützt einen Fonds über 80 Millionen US‑Dollar, gemeinsam mit Draper Dragon und der Draper University. Der Vorschlag wird derzeit bis zum 20. Januar 2026 in der Community diskutiert.
Geplant sind drei Schwerpunkte:
- Direkte Investments in Startups in frühen Phasen (Pre‑Series A)
- Wachstumskapital, etwa für Liquidität und Börsenlistings
- Ausbildungs- und Entwicklerprogramme wie Acceleratoren und Hacker-Häuser
Besonderheit: Die Fondskonstruktion ist darauf ausgelegt, über die Zeit Kapital an die Cardano-Treasury zurückzuführen und gleichzeitig die Nutzung des Netzwerks über einen Zeitraum von sechs Jahren auszubauen.
Technisches Bild und Netzwerkgesundheit
Aus technischer Sicht ergibt sich ein gemischtes Bild. Kurzfristig pendelt ADA um den 50‑Tage-Durchschnitt bei 0,40 US‑Dollar, während der 100‑Tage-Durchschnitt mit 0,49 US‑Dollar darüber eine Hürde markiert. Der jüngste Rücklauf bei gleichzeitig relativ niedrigem RSI deutet darauf hin, dass der Markt eher vorsichtig als euphorisch agiert.
Strukturell bleibt das Netzwerk stabil: Über 60 % des umlaufenden Angebots sind gestakt. Das reduziert das frei verfügbare Angebot und kann Verkaufsdruck dämpfen. Gleichzeitig unterstreicht die anhaltend hohe Staking-Quote die bisher robuste Sicherheitsbilanz des Proof-of-Stake-Systems ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Fazit: Substanztest für die neue Phase
Cardano geht mit einer auffallenden Ballung an fundamentalen Entwicklungen in die zweite Januarhälfte 2026: ein großer Treasury-Beschluss, ein anstehender Hard Fork, skalierende Protokoll-Upgrades, eine Privacy-Partner-Chain, ETF-Pläne und ein möglicher 80‑Mio.-US‑Dollar-Fonds für das Ökosystem. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Bausteine in Form wachsender DeFi-Aktivität, höherer institutioneller Nutzung und einer stärkeren Entwicklerbasis messbare Spuren im Netzwerk hinterlassen. Für ADA bedeutet das: Der Fokus verschiebt sich zunehmend von der reinen Kursbewegung hin zur Frage, wie konsequent die angekündigten Initiativen umgesetzt und in reale Nutzung übersetzt werden.
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