BYD hat 2025 Tesla bei den reinen Elektroauto-Verkäufen klar hinter sich gelassen und damit seine Rolle als neuer Branchenprimus untermauert. Die Börse reagiert darauf jedoch verhalten, obwohl die Zahlen einen deutlichen Vorsprung gegenüber dem US-Konkurrenten zeigen. Im Mittelpunkt steht nun weniger die Stückzahl, sondern die Frage, wie nachhaltig Wachstum und Profitabilität in einem zunehmend anspruchsvollen Umfeld bleiben.

Verkaufszahlen 2025 im Überblick

Die jetzt konsolidierten Daten zeigen für BYD ein Gesamtvolumen von rund 4,6 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2025. Besonders wichtig ist dabei der Bereich der batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV):

  • BEV-Verkäufe BYD 2025: ca. 2,26 Mio. Einheiten
  • Wachstum gegenüber Vorjahr: +28 %
  • Tesla-Auslieferungen 2025: ca. 1,64 Mio. BEV
  • Veränderung bei Tesla: rund –8,6 %, zweites Rückgangsjahr in Folge

Damit liegt BYD im Kerngeschäft der reinen Elektroautos über 600.000 Fahrzeuge vor Tesla – ein Abstand, der auf eine strukturelle Verschiebung in der Marktführerschaft hindeutet und nicht nur auf einen kurzfristigen Ausreißer.

Ein Blick nach Großbritannien verdeutlicht die Dynamik:
Im Dezember 2025 stiegen die Neuzulassungen von BYD dort nahezu auf das Fünffache gegenüber dem Vorjahresmonat auf 5.194 Fahrzeuge. Tesla verzeichnete im selben Zeitraum einen Rückgang der Zulassungen um 29 %. Während Tesla unter anderem mit einem überalterten Modellportfolio und dem Auslaufen US-amerikanischer Steueranreize Ende 2025 zu kämpfen hatte, profitierte BYD von einer offensiven internationalen Expansion.

Verhaltende Kursreaktion trotz Rekord

Trotz des operativen Erfolgs fiel die Reaktion an der Börse bislang moderat aus. Am Montag gaben die BYD-Aktien (über US-OTC und Hongkong gehandelt) um etwa 2,8 % nach. Marktteilnehmer realisierten nach der Bestätigung der weltweiten Verkaufsführung Gewinne, zudem belasten makroökonomische Sorgen den Sektor.

Analysten meldeten sich schnell zu Wort:
Goldman Sachs stellt BYD zusammen mit Xpeng für das Geschäftsjahr 2026 positiv heraus und verweist insbesondere auf die starke internationale Aufstellung beider Hersteller als entscheidenden Vorteil in einem dicht besetzten Markt.

Strategische Weichenstellung und Tesla-Vergleich

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BYD?

Die 2025er-Zahlen sind das Ergebnis eines Strategiewechsels, den BYD bereits vor Jahren eingeleitet hat: Weg von reinen Verbrennern, hin zu einer Fokussierung auf sogenannte New Energy Vehicles (NEV). Ein zentrales Element ist die vertikale Integration – BYD kontrolliert weite Teile der eigenen Batteriewertschöpfungskette. Das erlaubt dem Konzern, auch in einem intensiven Preiskampf die Margen vergleichsweise stabil zu halten, während Wettbewerber stärker unter Druck geraten.

Im direkten Vergleich wirkt Teslas Entwicklung deutlich schwächer. Der US-Hersteller musste im vierten Quartal 2025 einen Lieferrückgang von 15,6 % hinnehmen und wurde zusätzlich von Kontroversen rund um CEO Elon Musk belastet. BYD nutzte derweil die Gelegenheit, seine Präsenz in wichtigen Wachstumsmärkten wie Brasilien, Thailand und Ungarn auszubauen.

Gleichzeitig signalisiert die zurückhaltende Kursreaktion, dass Investoren die Nachhaltigkeit des Wachstumstempos kritisch prüfen. Einige Kennziffern für Dezember 2025 fielen im Vergleich zum Vorjahr schwächer aus. Das nährt die Sorge, dass der chinesische Heimatmarkt an Dynamik verlieren könnte, zumal bestimmte staatliche Prämien für Fahrzeugtauschprogramme im Januar 2026 auslaufen.

Ausblick auf 2026

Mit dem Start ins erste Quartal 2026 verschiebt sich der Fokus bei BYD von reinen Volumenrekorden hin zur Sicherung der Margen und zum Umgang mit regulatorischen Hürden auf Auslandsmärkten. Der US-Markt bleibt aufgrund von Zöllen weitgehend verschlossen. Entscheidend für die Bewertung dürfte daher sein, wie erfolgreich BYD seine Position in Europa und Südostasien weiter ausbaut.

Goldman Sachs sieht in dieser internationalen Aufstellung den zentralen Differenzierungsfaktor für 2026. Dem steht ein vorsichtigerer Ton von Piper Sandler gegenüber: Das Haus startete die Beobachtung der Aktie mit einem „Hold“-Rating und argumentiert, dass der aktuelle Kurs einen Großteil des Vorsprungs gegenüber Tesla bereits widerspiegele.

Charttechnisch testet die Aktie derzeit Unterstützungszonen, während sie gleichzeitig Rekorddaten aus dem operativen Geschäft mit einem eingetrübten makroökonomischen Umfeld in China ausbalanciert. Ein wichtiger nächster Prüfstein wird die anstehende Quartalszahlenvorlage: Dann wird sich zeigen, in welchem Umfang die neue Volumenführerschaft auch in den Gewinnkennzahlen sichtbar wird und ob die aktuell eingepreisten Erwartungen für 2026 bestätigt werden können.

Anzeige

BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 6. Januar liefert die Antwort:

Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...