Ein kurzer Eintrag des Pentagon – und genauso schnell wieder zurückgezogen: BYD landete vorübergehend auf einer US-Liste mit mutmaßlichen Verbindungen zum chinesischen Militär. Die Aktion sorgt für Verunsicherung, weil sie einen härteren Kurs Washingtons andeuten könnte. Gleichzeitig treibt der Konzern seine Auslandsexpansion voran, während die heimischen Verkaufszahlen schwächeln.

Pentagon-Eintrag sorgt für Unklarheit

Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte laut Bloomberg eine aktualisierte Liste im Federal Register, auf der BYD neben Alibaba und Baidu auftauchte. Kurz danach wurde die Veröffentlichung jedoch als „unpublished“ deklariert und ohne Begründung zurückgezogen. Für Anleger bleibt damit offen, wie strikt die US-Politik gegenüber chinesischen Unternehmen tatsächlich werden könnte.

Konkret geht es um die sogenannte 1260H-Liste. Auch wenn der Schritt nicht automatisch sofortige rechtliche Folgen auslöst, ist die Signalwirkung relevant: Laut Bloomberg nutzt das Pentagon die Liste zunehmend, um Möglichkeiten für Aufträge mit dem US-Militär oder den Zugang zu Forschungsförderung einzuschränken. Zudem gilt die Einstufung als Warnhinweis für US-Investoren und wird häufig als Vorstufe für schärfere Handelsbeschränkungen gesehen.

In Hongkong gab die Aktie nach der Nachricht laut Bloomberg um rund 1% nach. Der South China Morning Post ordnete den Vorgang als zusätzliche Belastung im ohnehin angespannten Verhältnis zwischen Peking und Washington ein – wenige Wochen vor einem erwarteten Trump-Xi-Treffen.

Mexiko-Pläne: Wachstum über Zukäufe?

Während regulatorische Risiken zunehmen, arbeitet BYD laut CNBC an der internationalen Erweiterung der Produktion. Demnach gehört der Konzern zu den Finalisten bei der Bewerbung um ein Nissan-Mercedes-Benz-Werk im mexikanischen Aguascalientes.

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Die Anlage soll eine Kapazität von 230.000 Fahrzeugen pro Jahr haben. Insgesamt hätten neun Interessenten angeklopft, berichtet CNBC. BYD konkurriere unter anderem mit Geely und VinFast; auch Chery und Great Wall Motor hätten zunächst Interesse signalisiert.

Laut CNBC hatte BYD zuvor auch über einen Neubau in Mexiko nachgedacht, wurde aber durch regulatorische Hürden ausgebremst. Der Kauf einer bestehenden Fabrik würde dagegen sofortigen Zugang zu eingearbeiteten Fachkräften und vorhandener Logistik bieten. Gleichzeitig ist das Umfeld politisch heikel: Mexiko steht laut CNBC zwischen dem Bedarf an Investitionen und Jobs einerseits und der Sorge andererseits, dass chinesische Produktion in Mexiko die nordamerikanischen Handelsgespräche zusätzlich verkomplizieren könnte.

Schwache Inlandszahlen, starke Exporte

An der Börse bleibt der Titel angeschlagen. Laut einer Capital.com-Analyse notierten die in Hongkong gelisteten H-Aktien zuletzt (Stand: diese Woche) um HKD 98 und damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

Zusätzlichen Druck brachten die jüngsten Verkaufsdaten: Laut CnEVPost gingen die Auslieferungen von New-Energy-Vehicles (NEVs) im Januar im Jahresvergleich um 30,11% auf 210.051 Einheiten zurück. Es war demnach der fünfte Monat in Folge mit einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Ein Gegengewicht kommt aus dem Auslandsgeschäft. CnEVPost meldete für Januar Exporte von 100.482 NEVs, ein Plus von 51,47% gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 peilt BYD 1,3 Millionen Fahrzeugverkäufe außerhalb Chinas an.

Die nächsten Zahlen legt BYD am 25. März vor – dann dürfte sich zeigen, ob die Exportdynamik die Schwäche im Heimatmarkt weiter abfedern kann.

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