BYD Aktie: Expansion läuft
BYD startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Eine optimistische Analystenstudie, starke Kennzahlen aus 2025 und mehrere anstehende Modellpremieren prägen aktuell das Bild. Gleichzeitig bleibt das Umfeld mit sinkenden Förderungen und Handelshürden anspruchsvoll.
- Bernstein bestätigt „Outperform“ mit Kursziel 130 HKD
- Rekordjahr 2025 mit 4,6 Mio. Fahrzeugverkäufen
- Mehrere neue Flaggschiff-Modelle für 2026 angekündigt
- Internationale Expansion trotz Zöllen intakt
Bernstein sieht erhebliches Kurspotenzial
Am 18. Januar bestätigte Bernstein seine „Outperform“-Einschätzung für die in Hongkong notierten BYD-Aktien und nannte ein Kursziel von 130 HKD. Ausgehend vom aktuellen Niveau entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 30 %.
Im Fokus der Analyse steht das Batteriegschäft, das laut Bernstein an der Börse deutlich unterschätzt wird. Demnach könnte der Wert dieses Segments allein nahezu der gesamten aktuellen Marktbewertung des Konzerns entsprechen. BYD ist gemessen an installierten EV-Batterien der weltweit zweitgrößte Anbieter und lieferte rund 70 % mehr Batterien aus als der drittgrößte Wettbewerber.
Die Auslieferungen für stationäre Energiespeicher haben sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Die Lieferungen an externe Autohersteller wie Xiaomi, Xpeng und Toyota legten sogar fast um das Dreifache zu. Insgesamt stiegen die Batterieshipments 2025 um 47 % und sollen 2026 laut Prognose um weitere 35 % zulegen.
Rekordjahr 2025 und starke Auslandsdynamik
Am 21. Januar veröffentlichte BYD seinen Bericht zu Investor-Relations-Aktivitäten mit detaillierten Leistungskennzahlen für 2025. Der Konzern verkaufte im vergangenen Jahr 4,6 Mio. Fahrzeuge und verteidigte damit seine Spitzenposition als meistverkaufte Automarke in China sowie als globaler Marktführer bei Fahrzeugen mit alternativem Antrieb.
Besonders hervorzuheben ist der Auslandsschub: Erstmals überschritt der Absatz außerhalb Chinas die Marke von 1 Mio. Fahrzeugen. Damit unterstreicht BYD die Bedeutung der internationalen Expansion für das weitere Wachstum.
Im Bereich Energiespeicher hat BYD inzwischen mehr als 500 Projekte realisiert. Die Anwendungen reichen über mehr als 110 Länder und Regionen. In Saudi-Arabien setzt BYD Energy Storage nach eigenen Angaben das weltweit größte netzseitige Energiespeicherprojekt mit einer Kapazität von 12,5 GWh um.
Neue Flaggschiff-Modelle für 2026
Zu Jahresbeginn bereitet BYD mehrere Modelloffensiven vor. Für das erste Quartal 2026 sind mit dem Seal 08 (Limousine) und dem Sealion 08 (SUV) die bislang hochwertigsten Modelle der Ocean-Serie angekündigt. Bilder und technische Daten wurden bereits veröffentlicht.
In der ersten Jahreshälfte sollen zudem der Tang 9 SUV und die Han 9 Limousine der Dynasty-Reihe folgen. Jüngste Erlkönigfotos zeigen den Tang 9 mit einem auf dem Dach montierten LiDAR-Sensor, was auf die Integration der neuesten Fahrerassistenzsysteme hinweist.
Der Tang 9 ist als vollwertiger SUV über 5 Meter Länge mit drei Sitzreihen geplant. Es soll sowohl eine rein elektrische als auch eine Plug-in-Hybrid-Variante geben. Trotz der Positionierung als Flaggschiff zielt BYD auf einen Preisbereich von 200.000 bis 300.000 Yuan (rund 28.700 bis 43.000 US-Dollar).
Expansion trotz Zöllen und Politikrisiken
Auf internationaler Ebene stößt BYD auf gemischte Rahmenbedingungen. Laut einem Bericht von Bloomberg vom 21. Januar gewinnen chinesische Marken, angeführt von BYD, in Mexiko deutlich an Marktanteilen – obwohl dort seit 1. Januar 2026 Zölle von 50 % gelten.
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sprach BYD-Vizepräsidentin Stella Li über regulatorische Hürden beim Übergang zur Elektromobilität. Unterschiedliche und teils widersprüchliche Vorgaben in den einzelnen Märkten erschweren demnach die Planung für Hersteller.
Gleichzeitig deuten Signale aus Kanada und der EU auf mögliche Zollsenkungen für chinesische Elektroautos hin, was neue Wachstumsperspektiven eröffnen könnte. Der US-Markt bleibt dagegen faktisch verschlossen. US-Verkehrsminister Sean Duffy kritisierte auf der Autoshow in Washington D.C. die kanadische Öffnung gegenüber chinesischen Anbietern und warnte, Kanada werde dieses Handelsabkommen „eines Tages bereuen“.
Aktie stabil, Umfeld anspruchsvoll
An der Börse zeigen sich die BYD-Papiere bislang robust. Im Januar bewegte sich der Kurs der Hongkong-Aktie in einer Spanne von 94 bis 101 HKD. Gestern schloss die Aktie bei 99,60 HKD und liegt damit seit Jahresbeginn rund 4 % im Plus.
Belastend wirkt die Reduzierung der Kaufanreize für E-Autos in China. Seit 1. Januar 2026 wurde der maximale Steuerbonus für den Kauf eines Elektrofahrzeugs halbiert. Käufer erhalten nun höchstens 15.000 Renminbi Steuererleichterung, was die Nachfrage dämpfen kann und den Preisdruck im Heimatmarkt erhöht.
Ausblick bis zum nächsten Zahlenwerk
Der nächste wichtige Termin ist die Vorlage der Quartalszahlen am 26. März 2026. Im Fokus steht dann, ob BYD den Marktanteilsgewinn im In- und Ausland fortsetzen kann und wie sich die Margen unter dem Eindruck intensiven Wettbewerbs und geringerer Förderungen entwickeln.
Kurzfristige Impulse liefern die anstehenden Flaggschiff-Modelleinführungen sowie weitere Fortschritte bei Batterietechnologie und Energiespeicherlösungen. Bernstein rechnet für 2026 mit einem Anstieg der Inlandsverkäufe um 10 % auf 5,4 Mio. Fahrzeuge und einem Plus der Auslandsverkäufe um 4,4 % auf 1,5 Mio. Einheiten – diese Größenordnung dürfte zur Messlatte für die nächsten Monate werden.
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