Intel sorgt für Unruhe im Chipsektor, doch Broadcom bleibt operativ auf Kurs. Während kurzfristig die Stimmung dreht, deuten Auftragslage und Analystenprognosen weiter nach oben. Wie passt das zusammen?

Intel schwächelt, Branche reagiert

Auslöser der jüngsten Schwäche war Intels Bericht zu Q4 2025, der am Donnerstagabend nach Börsenschluss kam. Der US-Konzern meldete einen Umsatzrückgang um 4 % auf 13,7 Milliarden US‑Dollar und einen GAAP-Verlust von 0,12 US‑Dollar je Aktie.

Besonders kritisch nahmen Investoren den Ausblick auf Q1 2026 auf: Intel stellte Erlöse von 11,7 bis 12,7 Milliarden US‑Dollar in Aussicht – weniger, als der Markt erwartet hatte. Begründet wurde das mit Lieferengpässen und hohen Kosten im Zusammenhang mit AI-Investitionen.

Die Reaktion war deutlich: Intel stürzte am Freitag um 17 % ab, und die negative Stimmung griff auf andere Halbleiterwerte über. Broadcom gab im Zuge dieser sektorweiten Bewegung nach, obwohl der Gesamtmarkt mit leichten Gewinnen im S&P 500 und Nasdaq freundlich tendierte – ein klares Zeichen, dass es sich um einen branchenspezifischen Rücksetzer handelte.

Charttechnisch hat die Aktie zuletzt etwas Luft abgelassen: Auf Wochensicht liegt sie rund 9,5 % im Minus, vom 52‑Wochen-Hoch bei 354,61 US‑Dollar trennen den Titel aktuell gut 10 %. Auf Zwölfmonatsbasis bleibt jedoch ein Plus von 38 %, der Kurs liegt weiterhin komfortabel über der 200‑Tage-Linie, während der RSI mit 42 Punkten eine neutrale Zone signalisiert.

Regierungsgeschäft gewinnt an Bedeutung

Fundamental kamen in derselben Woche eigentlich positive Nachrichten: Am 21. Januar 2026 meldete Broadcom eine umfangreiche Kooperation mit der US‑Behörde GSA im Rahmen der OneGov‑Initiative. Über diese Vereinbarung erhalten Bundesbehörden Rabatte von bis zu 64 % auf das VMware‑Portfolio, darunter:

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Die Vereinbarung läuft bis Mai 2027 und soll Behörden helfen, KI‑Anwendungen schneller einzuführen und IT‑Strukturen zu vereinheitlichen. Sie zahlt damit direkt auf die Ziele der Executive Order 14240 ein, die eine Bündelung der Bundesbeschaffung und den Ausbau von KI in Regierungsbehörden vorsieht.

CEO Hock Tan bezeichnete die Partnerschaft mit der GSA als wichtigen Schritt zur Umsetzung der OneGov‑Strategie und betonte den Anspruch, den Nutzen und die Effizienz für staatliche Stellen zu erhöhen. Strategisch stärkt Broadcom damit seine Position im öffentlichen Sektor – einem Markt mit meist langen, aber stabilen Vertragsbeziehungen.

Analysten setzen weiter auf KI-Wachstum

Trotz der jüngsten Kursschwankungen bleibt die Analystenseite klar positiv. Wells Fargo hat am 15. Januar 2026 das Kursziel von 410 auf 430 US‑Dollar angehoben und das Rating „Overweight“ bestätigt. Im Konsens von 32 Analysten liegt das durchschnittliche Kursziel bei 438,61 US‑Dollar, mit einer Spanne bis 510 US‑Dollar nach oben.

Die Begründung ist deutlich: Broadcom verfügt über einen KI‑Auftragsbestand von mehr als 73 Milliarden US‑Dollar, der innerhalb von rund 18 Monaten abgearbeitet werden soll. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 legten die AI‑Halbleiterumsätze um 74 % auf 6,5 Milliarden US‑Dollar zu, im Gesamtjahr erreichte der KI‑Umsatz 20 Milliarden US‑Dollar.

Analysten sehen darin einen starken Puffer gegen zyklische Schwankungen im klassischen Chipgeschäft. Während Intel mit Kosten und Engpässen ringt, punktet Broadcom mit klar sichtbarem Nachfrageüberhang im KI‑Bereich.

Ausblick: Nächster Prüfstein im März

Der nächste zentrale Termin steht bereits fest: Am 4. März 2026 legt Broadcom die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Der Markt rechnet mit einem Gewinn von 2,02 US‑Dollar je Aktie, was einem Anstieg von 18,6 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Für das Gesamtjahr 2026 liegt die Konsensschätzung bei einem EPS von 10,27 US‑Dollar.

Besonders genau dürfte auf die Entwicklung im KI‑Geschäft geschaut werden. Das Management hat für Q1 2026 AI‑Halbleiterumsätze von 8,2 Milliarden US‑Dollar in Aussicht gestellt – etwa eine Verdopplung im Jahresvergleich. Sollte Broadcom diese Prognose bestätigen oder übertreffen, würde das den Kontrast zu Intels vorsichtigem Ausblick unterstreichen und die aktuelle Sektor-Skepsis zumindest für diesen Titel relativieren.

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