Broadcom gerät ins Visier der chinesischen Regulierungsbehörden. Eine neue Anweisung aus Peking, ausländische Software aus Staatsunternehmen zu verbannen, traf am Mittwoch insbesondere die Tochtergesellschaft VMware und drückte den Aktienkurs spürbar. Während das KI-Geschäft weiterhin brummt, müssen Anleger nun das neu aufgeflammte geopolitische Risiko gegen die Wachstumsfantasie abwägen.

Das China-Risiko konkretisiert sich

Der Auslöser für den Kursrutsch von 5,4 % am Mittwoch war eine Direktive der chinesischen Cyberspace Administration (CAC). Berichten zufolge wurden staatliche und staatsnahe Unternehmen angewiesen, Software ausländischer Anbieter bis zur ersten Jahreshälfte 2026 zu entfernen. Besonders brisant: Die Virtualisierungs- und Cloud-Management-Tools von VMware wurden explizit identifiziert.

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Dies trifft Broadcom an einer empfindlichen Stelle, da VMware erst kürzlich für 69 Milliarden US-Dollar übernommen wurde und tief in vielen chinesischen Rechenzentren verwurzelt ist. Marktbeobachter werten diesen Schritt als eine Eskalation im technologischen Konflikt zwischen den USA und China, der sich nun von der reinen Hardware-Ebene auf den Bereich der Unternehmenssoftware ausweitet.

Institutionelle Anleger nutzen den Rücksetzer

Trotz der geopolitischen Gegenwinde sehen einige Großinvestoren die aktuelle Kursschwäche als Einstiegsgelegenheit. So wurde bekannt, dass Cathie Woods ARK Innovation ETF im Zuge des Abverkaufs Broadcom-Aktien im Wert von rund 10,8 Millionen US-Dollar nachkaufte.

Auch Analysten bleiben überwiegend positiv gestimmt. JPMorgan zählt Broadcom weiterhin zu den Favoriten im Halbleitersektor und verweist auf die starke Positionierung des Unternehmens im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

KI-Wachstum als Gegengewicht

Das fundamentale Argument für die Aktie bleibt das explosive Wachstum im KI-Segment. Broadcom profitiert massiv von der Nachfrage nach kundenspezifischen KI-Chips (ASICs) und Netzwerklösungen. Zu den Kunden zählen Schwergewichte wie Alphabet, OpenAI und Anthropic.

Folgende Faktoren stützen die optimistische Haltung vieler Marktteilnehmer:
* Auftragsbestand: Der Backlog im KI-Bereich übersteigt Berichten zufolge 73 Milliarden US-Dollar.
* Umsatzprognose: Das Management erwartet, dass sich der Umsatz mit KI-Halbleitern im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf 8,2 Milliarden US-Dollar verdoppeln wird.

Neben den China-Sorgen gibt es jedoch weitere operative Herausforderungen. In Großbritannien sieht sich Broadcom mit einer Klage des Einzelhändlers Tesco über 100 Millionen Pfund konfrontiert, die sich gegen die Lizenzierungspraxis nach der VMware-Übernahme richtet.

Ausblick

Die Aktie befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen geopolitischen Risiken und einer intakten KI-Wachstumsstory. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, wie stark sich der Wegfall des China-Geschäfts tatsächlich auf die Bilanz auswirkt. Konkrete Antworten hierzu sowie ein Update zur Jahresprognose erwarten Marktteilnehmer spätestens beim nächsten Quartalsbericht, der für den 5. März 2026 angesetzt ist.

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