Broadcom steht mitten in einer spannenden Phase: Nach einem starken Lauf konsolidiert die Aktie, während im Hintergrund riesige KI-Auftragsbestände und auffällige Bewegungen großer Anleger für Gesprächsstoff sorgen. Institutionelle Investoren bauen ihre Positionen deutlich aus, zugleich verkauft der CEO im großen Stil Anteile. Wie ist dieses gemischte Bild einzuordnen?

Institutionelle Käufe vs. Insider-Verkauf

Neue Portfoliomeldungen vom Wochenende zeigen: Professionelle Investoren nutzen die aktuelle Konsolidierung klar als Einstiegschance.
Ascent Group LLC hat seine Beteiligung an Broadcom um 22,9 % erhöht und 14.879 zusätzliche Aktien erworben. Insgesamt hält der Vermögensverwalter nun 79.966 Aktien im Wert von rund 26,38 Millionen US‑Dollar.

Noch offensiver agiert Abacus FCF Advisors LLC. Das Haus hat seine Position im letzten Quartal um 90,2 % ausgebaut und 24.147 weitere Aktien zugekauft. Diese aggressiven Käufe deuten darauf hin, dass große Adressen die zwischenzeitliche Schwäche eher als Verschnaufpause in einem übergeordneten Aufwärtstrend sehen.

Gleichzeitig kommt jedoch ein gegenläufiges Signal aus der Chefetage: CEO Hock E. Tan hat jüngst 130.000 Aktien veräußert, im Gegenwert von etwa 42,4 Millionen US‑Dollar. Dieser deutliche Insider-Verkauf steht im Kontrast zur institutionellen Nachfrage und macht die Lage für Privatanleger weniger eindeutig. Marktbeobachter sehen darin ein Spannungsfeld zwischen kurzfristiger Gewinnmitnahme auf Management-Ebene und langfristig orientierten Käufen großer Fonds.

73 Milliarden US‑Dollar KI-Backlog als Kernstory

Den Kern der optimistischen Sicht bildet Broadcoms Auftragslage im KI-Bereich. Aktuelle Berichte beziffern den gesamten KI-bezogenen Auftragsbestand auf rund 73 Milliarden US‑Dollar für die kommenden 18 Monate. Dieser Wert verschafft dem Konzern eine hohe Visibilität bei künftigen Umsätzen.

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Besonders interessant ist der Bereich der sogenannten „Non-Accelerator“-KI-Aufträge – vor allem Netzwerkkomponenten für Rechenzentren –, der mittlerweile bei etwa 20 Milliarden US‑Dollar liegt. Diese Produkte profitieren direkt von den massiven Infrastrukturinvestitionen großer Cloud- und Plattformanbieter, weitgehend unabhängig davon, welcher GPU-Anbieter am Ende die größten Marktanteile erzielt.

Die jüngsten Zahlen unterstreichen diesen Trend. Im vierten Quartal erzielte Broadcom einen Umsatz von 18,02 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 28,2 % gegenüber dem Vorjahr und über den Erwartungen der Analysten (17,46 Milliarden US‑Dollar). Der Gewinn je Aktie lag mit 1,95 US‑Dollar ebenfalls über dem Konsens von 1,87 US‑Dollar. Das operative Momentum in Verbindung mit den langfristig gesicherten Aufträgen stützt die These eines strukturellen Wachstumstreibers durch KI-Infrastruktur.

Marktkorrektur mit starkem Rückenwind

Trotz dieser starken Fundamentaldaten hat sich die Aktie zuletzt von ihrem Rekordhoch im Dezember 2025 zurückgezogen. Am Freitag schloss der Titel bei 347,62 US‑Dollar und liegt damit nur rund 1,5 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 353,15 US‑Dollar – nach einer beeindruckenden Zwölf-Monats-Performance von knapp 54 %. Die Notierung bewegt sich klar über den gleitenden Durchschnitten, was auf einen intakten übergeordneten Aufwärtstrend hindeutet.

Der Rücksetzer der vergangenen Wochen wird am Markt unter anderem mit Sorgen über hohe Investitionen in KI ohne sofortige Ertragswirkung bei einigen Endkunden erklärt. Kurzfristige Schwankungen verstärkt zudem die hohe jüngste Volatilität der Aktie.

Gleichzeitig bleibt die mittelfristige Einschätzung für 2026 laut Analysten zuversichtlich. Sie verweisen auf die hohe Kundenbindung im Softwaregeschäft und Broadcoms starke Position im Bereich kundenspezifischer Chips. Zudem legte der freie Cashflow im jüngsten Quartal um 36 % auf 7,5 Milliarden US‑Dollar zu – ein deutlicher Puffer gegen temporäre Marktturbulenzen. Ergänzend hat das Unternehmen seine Quartalsdividende auf 0,65 US‑Dollar angehoben, was einer Rendite von etwa 0,7 % entspricht.

Fazit: Konsolidierung mit klarer Wachstumsbasis

Unterm Strich zeigt sich ein Bild aus kurzfristiger Kurskonsolidierung und deutlich positivem fundamentalen Unterbau. Der rekordhohe KI-Auftragsbestand von 73 Milliarden US‑Dollar, das starke Umsatz- und Cashflow-Wachstum sowie die aufgehellte Visibilität für die nächsten 18 Monate liefern eine robuste Basis für weiteres Wachstum. Die gleichzeitig zu beobachtende kräftige Aufstockung durch Adressen wie Ascent Group und Abacus FCF legt nahe, dass große Investoren die aktuelle Phase nutzen, um sich für mögliche Ertragszuwächse im Jahr 2026 zu positionieren.

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