Schwache Zahlen, trüber Ausblick — und trotzdem gehört Brenntag heute zu den stärksten Werten im DAX. Die Aktie legte zeitweise rund 5,6 Prozent zu. Was steckt dahinter?

Das Geschäftsjahr 2025 lief alles andere als rund. Der Umsatz sank um knapp sieben Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn (Ebita) brach um fast 16 Prozent auf gut 929 Millionen Euro ein. Am härtesten traf es den Nettogewinn: Er halbierte sich auf rund 265 Millionen Euro — hauptsächlich wegen Wertminderungen. 2024 hatte der Wert noch bei über 536 Millionen Euro gelegen.

Kosten runter, Dividende auch

Das Management reagiert mit einem verschärften Sparprogramm. Bis 2027 sollen zusätzlich 200 bis 250 Millionen Euro eingespart werden — gegenüber dem Niveau von 2025. Bereits im vergangenen Jahr wurden 165 Millionen Euro gegenüber 2023 herausgeholt. Das ursprüngliche Ziel von 300 Millionen Euro jährlicher Kostensenkung bis 2027 scheint damit in greifbarer Nähe.

Gestemmt werden soll das unter anderem durch schlankere Verwaltungsstrukturen, den Abbau von Doppelfunktionen und weltweiten Stellenabbau. Standortschließungen sind ausdrücklich Teil des Programms.

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Die schwächeren Ergebnisse treffen auch die Aktionäre direkt: Die Dividende für 2025 sinkt von 2,10 auf 1,90 Euro je Aktie.

Vorsichtiger Blick nach vorn

Für 2026 erwartet das Unternehmen ein bereinigtes Ebitda zwischen 1,15 und 1,35 Milliarden Euro — eine breite Spanne, die die anhaltende Unsicherheit widerspiegelt. Die Auswirkungen des Konflikts am Persischen Golf fließen dabei noch nicht ein; verlässliche Schätzungen seien derzeit nicht möglich.

Aus Analystensicht gibt es einen bemerkenswerten Punkt: Das Kerngeschäft mit standardisierten Industriechemikalien blieb zuletzt hinter dem Spezialchemikalien-Segment zurück — zum ersten Mal seit vielen Quartalen. Ob das eine vorübergehende Schwäche oder ein strukturelles Problem ist, dürfte eine der zentralen Fragen für die neue Strategie sein, die CEO Jens Birgersson für die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt hat.

Der Kursanstieg heute lässt sich wohl weniger mit den Zahlen selbst erklären als mit der Botschaft dahinter: Das Management handelt, statt abzuwarten.

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