Boeing Aktie: NASA rechnet ab
Die NASA lässt kein gutes Haar an Boeing. In einem am Donnerstag veröffentlichten 300-seitigen Bericht zur gescheiterten Starliner-Mission listet die US-Raumfahrtbehörde schonungslos auf, was bei dem Flug schiefgelaufen ist – technisch wie menschlich. NASA-Chef Jared Isaacman findet dabei ungewöhnlich klare Worte: "Das beunruhigendste Versagen ist nicht die Hardware, sondern die Entscheidungsfindung und Führung."
Die Mission hatte im Juni 2024 begonnen und sollte die Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams für etwa eine Woche zur Internationalen Raumstation bringen. Stattdessen blieben beide neun Monate im Orbit festsitzen – die NASA stufte den Vorfall nachträglich als "Type A"-Zwischenfall ein, die höchste Kategorie für Missionsversagen.
Schreiereien in Besprechungen
Was der NASA-Bericht offenlegt, geht weit über technische Defekte hinaus. In Interviews mit NASA-Mitarbeitern schildern diese eine toxische Atmosphäre zwischen Boeing und der Raumfahrtbehörde während der Krisensitzungen. "Es wurde in Meetings geschrien. Es war emotional aufgeladen und unproduktiv", zitiert der Bericht einen Beteiligten. Ein anderer beschreibt es als "wahrscheinlich das hässlichste Umfeld, in dem ich je war."
Die Ursache: Boeing und NASA konnten sich nicht darüber einigen, wie die Crew sicher zur Erde zurückzubringen sei. Laut Bericht fehlte es an klaren Wegen zur Konfliktlösung, was zu zerrütteten Beziehungen und defensivem Verhalten bei Boeing führte. Noch brisanter ist ein weiterer Befund: NASA-Mitarbeiter hätten sich zurückgehalten, Boeing zu kritisch zu hinterfragen – aus Sorge, der Konzern könnte das Commercial Crew Program ganz verlassen.
Milliarden verbrannt, Vertragswert gekürzt
Für Boeing summieren sich die Kosten des Starliner-Programms mittlerweile auf etwa 2 Milliarden Dollar an Sonderbelastungen seit 2016. Die NASA hat den Vertragswert im vergangenen Jahr von ursprünglich 4,5 Milliarden auf 3,7 Milliarden Dollar reduziert und die Zahl der geplanten Flüge von sechs auf vier gesenkt. Von der Gesamtsumme sind bisher rund 2,2 Milliarden Dollar an Boeing geflossen.
Die Zeit drängt: Mit der geplanten Stilllegung der ISS um 2030 wird das Zeitfenster für Boeing immer enger. Die Astronauten Wilmore und Williams kehrten schließlich nicht mit dem defekten Starliner, sondern mit einem SpaceX-Raumschiff zur Erde zurück – eine Blamage für den Traditionskonzern.
Boeing betonte in einer Stellungnahme, man sei "dankbar für die gründliche Untersuchung der NASA". Das Unternehmen habe Fortschritte bei der Behebung technischer Probleme gemacht und organisatorische Änderungen vorgenommen. Ob das ausreicht, um das beschädigte Vertrauen wiederherzustellen, bleibt offen.
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