BMW Aktie: Zölle im Fokus
US-Strafzölle drohen, während BMW operativ bei Elektrofahrzeugen deutlich zulegt – der Aktienkurs tritt dennoch auf der Stelle. Im Kern prallen starke Nachfrage in Europa und Wachstumssorgen in China auf ein neues geopolitisches Risiko. Wie stark könnte die angedrohte US-Zollpolitik die zuletzt verbesserten Perspektiven ausbremsen?
Die Fakten im Überblick
- Schlusskurs Freitag: 88,84 € (-0,94 % zum Vortag)
- Seit Jahresanfang: -7,15 %, auf 12 Monate aber +16,19 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (97,12 €): rund -8,5 %
- 200‑Tage-Durchschnitt: 84,28 € (Aktie etwa 5 % darüber)
- RSI (14 Tage) bei 36,7 signalisiert nachlassende, aber noch nicht extreme Schwäche
Der Titel hat sich damit etwas vom Hoch entfernt, notiert aber klar über dem Jahrestief von 63,56 €. Charttechnisch wirkt die Aktie kurzfristig angeschlagen, mittel- bis langfristig aber noch nicht beschädigt.
Akute Belastung durch US-Strafzölle
Im Mittelpunkt steht derzeit die US-Handelspolitik. US-Präsident Donald Trump droht Deutschland und sieben weiteren europäischen Staaten mit Strafzöllen, ausgelöst durch einen politischen Konflikt um Truppenentsendungen nach Grönland. Für exportorientierte Autobauer wie BMW wäre das ein direkter Angriff auf die Margen im wichtigen US-Geschäft.
Konkret stehen folgende Stufen im Raum:
- ab 1. Februar 2026: Zölle von 10 %
- ab 1. Juni 2026: Anhebung auf 25 %, falls die politischen Forderungen der USA nicht erfüllt werden
VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt bereits vor „enormen Kosten“ für die deutsche Industrie. Für BMW wäre eine Zollbelastung dieser Größenordnung kaum vollständig an Endkunden weiterzureichen, ohne Marktanteile zu riskieren. Entsprechend sensibel reagiert der Markt auf die Meldungen – das geopolitische Risiko überlagert kurzfristig viele positive operativen Signale.
Operativer Rückenwind in Europa
Parallel dazu liefert BMW im Kerngeschäft mit Elektrofahrzeugen starke Daten. Der neue elektrische iX3 auf der strategisch wichtigen Plattform „Neue Klasse“ gilt in Europa als nahezu ausverkauft. Berichten zufolge ist das Modell faktisch nicht mehr bestellbar, weil die Nachfrage das verfügbare Angebot deutlich übersteigt.
Untermauert wird dies durch aktuelle Absatzzahlen:
- In Deutschland hat BMW seinen E-Auto-Absatz 2025 um 23 % gesteigert.
- Tesla verlor im selben Zeitraum im deutschen Markt fast die Hälfte seines Absatzes.
- Deutsche Hersteller kommen bei Elektrofahrzeugen im Heimatmarkt zusammen auf einen Rekord-Marktanteil von 63 %.
Damit zeigt sich: Produktseitig und in der europäischen Nachfrageposition steht BMW solide da. Die „Neue Klasse“ entwickelt sich zur wichtigen Säule der Elektrifizierungsstrategie und verschafft dem Konzern im Heimatmarkt spürbaren Rückenwind.
Gegenwind aus China und Preisdruck
Ganz anders das Bild in China. Dort belasten ein deutlicher Umsatzrückgang und ein intensiver Preiskampf das Ergebnis. Aktuelle Daten zeigen ein Minus von 10,4 % im China-Geschäft. Um gegenzusteuern, hat BMW bei 31 Modellen die Preise um bis zu 24 % gesenkt.
Diese Rabatte sichern zwar Volumen, drücken aber zwangsläufig auf die Profitabilität. Vor diesem Hintergrund wirkt der Kursbereich um 88 € nachvollziehbar: Die Aktie hinkt dem operativen Erfolg in Europa hinterher, weil Investoren vor allem die Margenrisiken im wichtigsten Wachstumsmarkt und nun zusätzlich das Zollrisiko in den USA einpreisen.
Das Management versucht, den Gegenwind auf der Kapitalseite abzufedern:
- Das Aktienrückkaufprogramm 2025–2027 läuft weiter; allein Anfang Januar 2026 wurden 390.000 eigene Aktien erworben.
- Gleichzeitig hält BMW an Verbrennungsmotoren für die 4er-Reihe und kommende M-Modelle fest. Ziel ist, profitable Kundensegmente nicht vollständig an reine E-Auto-Hersteller zu verlieren und die Breite des Portfolios zu sichern.
Diese Maßnahmen stützen den Gewinn je Aktie und sollen die Attraktivität des Produktspektrums in einem heterogenen Marktumfeld bewahren.
Fazit: Zange aus Politik und Märkten
Die BMW Aktie steckt in einer klaren Zwickmühle: Auf der einen Seite stehen starke Signale aus Europa mit hoher Nachfrage nach der „Neuen Klasse“ und einem robusten Heimatmarktanteil bei E-Autos. Auf der anderen Seite drücken der zweistellige Umsatzrückgang in China, aggressive Preissenkungen und die nun drohenden US-Strafzölle auf die Bewertung.
Das größte kurzfristige Abwärtsrisiko liegt in der möglichen Einführung von Zöllen von bis zu 25 % auf US-Importe. Kommt dieses Szenario, dürfte die Volatilität der Aktie rund um den Handelsstart der neuen Woche spürbar zunehmen. Zentral wird sein, ob sich in den nächsten Monaten eine politische Entspannung abzeichnet oder ob BMW Geschäftsmodell und Lieferströme anpassen muss, um die zusätzlichen Kosten zu begrenzen.
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