Bloom Energy Aktie: Kredit als Wachstumstreiber
Bloom Energy spannt mit einer neuen Kreditlinie den finanziellen Schutzschirm für die nächste Wachstumsphase auf. Ein Milliardenvertrag im Rücken, starke Quartalszahlen und eine Rally nach dem Dezember-Rücksetzer – die Mischung sorgt für frischen Schwung in der Aktie. Entscheidend wird nun, ob das Unternehmen den zusätzlichen Spielraum konsequent in profitables Wachstum übersetzen kann.
600-Millionen-Kredit schafft Luft für Expansion
Auslöser der jüngsten Kursbewegung ist eine bereits im Dezember angekündigte, nun vom Markt neu bewertete Kreditlinie über 600 Millionen US‑Dollar, die Bloom Energy mit Wells Fargo vereinbart hat. Es handelt sich um eine besicherte, revolvierende Mehrwährungsfazilität, die dem Unternehmen bis zum 19. Dezember 2030 zur Verfügung steht.
Die Mittel können in US‑Dollar, britischen Pfund, Euro, japanischen Yen und Singapur‑Dollar aufgenommen werden. Die Verzinsung orientiert sich an Term SOFR zuzüglich eines Aufschlags zwischen 1,50 % und 2,25 %, abhängig vom Verschuldungsgrad des Unternehmens (Total Leverage Ratio).
Eingesetzt werden darf die Kreditlinie unter anderem für:
- Betriebskapital
- Investitionen (Capex)
- Zugelassene Akquisitionen
- Allgemeine Unternehmenszwecke
Finanzielle Auflagen („Covenants“) begrenzen den finanziellen Spielraum: Bloom muss eine gesicherte Verschuldungskennzahl (Secured Leverage Ratio) von höchstens 3,25:1,00 einhalten und eine Zinsdeckungskennzahl (Consolidated Interest Coverage Ratio) von mindestens 3,00:1,00 erreichen. Diese Vorgaben sollen sicherstellen, dass das Wachstum nicht auf Kosten der finanziellen Stabilität geht.
Kursseitig spiegelt sich der neu gewonnene Spielraum deutlich wider: Die Aktie legte auf Wochensicht rund 11,6 % zu, liegt aber immer noch gut 20 % unter dem 52‑Wochen‑Hoch – nach einem Anstieg von über 300 % innerhalb von zwölf Monaten.
Analysten und Short-Positionen verstärken den Rückenwind
Zusätzliche Unterstützung kommt von der Analystenseite, wenn auch überwiegend mit verhaltenem Ton. Clear Street hat am 29. Dezember das Kursziel von 50 auf 58 US‑Dollar angehoben und die Umsatzschätzungen für 2026 um 2 % und für 2027 um 9 % auf 3,33 Milliarden US‑Dollar erhöht. Begründung: Erwartete Ausweitung der internen Produktionskapazitäten für Produkte im Rechenzentrumsbereich.
Daiwa Capital Markets ist im Dezember mit einem Hold‑Rating und einem Kursziel von 98 US‑Dollar eingestiegen. Im Konsens liegt die Empfehlung bei „Halten“, das durchschnittliche Kursziel bei 93,77 US‑Dollar – mit einer breiten Spanne nach oben: Susquehanna etwa sieht die Aktie in einem Oktober-Update bei 157 US‑Dollar und bewertet sie mit „Positive“.
Rund 77 % der Aktien liegen in Händen institutioneller Investoren, darunter Adressen wie Ameriprise, Vanguard und BlackRock. Gleichzeitig lag der Short Interest Mitte Dezember bei etwa 8,3 bis 11,3 % des Freefloat. Diese Kombination aus hoher institutioneller Beteiligung und nennenswerten Leerverkaufspositionen hat das Umfeld für einen Short Squeeze geschaffen, als die positive Kreditnachricht auf bereits gute fundamentale Daten traf.
Fundament: Starkes Q3 und AI-getriebene Nachfrage
Die Kreditfazilität baut auf einem soliden operativen Fundament auf. Im dritten Quartal 2025, berichtet am 28. Oktober, erzielte Bloom Energy einen Umsatz von 519,05 Millionen US‑Dollar – ein Plus von 57,1 % gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Analystenerwartungen von 425,18 Millionen US‑Dollar.
Auch ergebnisseitig lag das Unternehmen vorn: Das bereinigte Ergebnis je Aktie (Non‑GAAP EPS) lag bei 0,15 US‑Dollar und damit fast doppelt so hoch wie der Konsenskorridor von 0,08 US‑Dollar. Die Bruttomarge von 31,2 % unterstreicht die Effizienz auf Produktionsebene.
Auf Ebene der Vorsteuer-Marge bleibt Bloom allerdings noch in der Verlustzone: Mit –14,8 % spiegelt sich der hohe Investitionsbedarf für den Ausbau des Geschäfts klar wider. Das Management plant, die Produktionskapazität bis Dezember 2026 auf 2 Gigawatt zu verdoppeln, um die stark steigende Nachfrage aus dem Rechenzentrums- und insbesondere dem AI‑Bereich bedienen zu können.
Strategische Partnerschaften verleihen dieser Wachstumsstory zusätzlich Gewicht:
- Ein im Oktober geschlossener Rahmenvertrag über 5 Milliarden US‑Dollar mit Brookfield Asset Management macht Bloom zum bevorzugten On‑Site‑Stromversorger für Brookfields globale AI‑Infrastruktur.
- Bereits im Juli 2025 wurde eine Zusammenarbeit mit Oracle bekanntgegeben, die sich ebenfalls auf die Stromversorgung von Rechenzentren fokussiert.
Diese Deals stützen die Erwartung, dass Bloom Energy von der anhaltenden Investitionswelle in KI‑Rechenzentren über Jahre profitieren kann.
Technik, Bewertung und Risiko
Technisch bewegt sich die Aktie nach dem jüngsten Anstieg deutlich über den mittelfristigen Durchschnittslinien: Der Schlusskurs von 98,69 US‑Dollar liegt rund 8,6 % über dem 50‑Tage‑Durchschnitt von 90,86 US‑Dollar und fast 87 % über dem 200‑Tage‑Durchschnitt von 52,87 US‑Dollar. Der Relative‑Stärke‑Index (RSI) von 92,1 signalisiert allerdings eine klar überkaufte Situation, was kurzfristig anfällig für Rücksetzer macht. Die annualisierte 30‑Tage‑Volatilität von gut 114 % unterstreicht das hohe Schwankungsrisiko.
Fundamental spiegelt die Bewertung hohe Erwartungen wider. Auf Basis der aktuellen Kennziffern wird Bloom Energy mit sehr hohen Multiples gehandelt – der Markt preist klar weiteres kräftiges Wachstum ein. Analysten rechnen mit einem Umsatz von etwa 1,9 Milliarden US‑Dollar im Jahr 2025 und fast 2,5 Milliarden US‑Dollar im Jahr 2026, was einem Wachstum von rund 30 % entspricht.
Charttechnisch spielt die Zone um die runde Marke von 100 US‑Dollar eine wichtige Rolle. Ein stabiler Ausbruch darüber könnte weiteren Druck auf Short‑Positionen auslösen und zusätzlichen Kapitalzufluss von institutioneller Seite erleichtern. Gelingt der Durchbruch nicht, rückt aus technischer Sicht eine Unterstützung um 88 US‑Dollar wieder stärker in den Blick.
Ausblick: Kreditlinie als Bewährungsprobe
In den kommenden Wochen rückt vor allem die nächste Ergebnisvorlage Ende Februar 2026 (Q4 2025) in den Fokus. Dann wird sich zeigen, ob Bloom Energy den erweiterten finanziellen Spielraum tatsächlich in höhere Produktionskapazitäten, zusätzliche Kundenverträge und Fortschritte bei der Profitabilität ummünzen kann. Gelingt dieser Dreiklang aus Wachstum, Margenverbesserung und disziplinierter Nutzung der Kreditfazilität, könnte die aktuelle Neubewertung der Aktie eine Basis für den weiteren Jahresverlauf schaffen.
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