Bitcoin gönnt sich zu Jahresbeginn eine Verschnaufpause. Nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Monate pendelt der Kurs in einer engen Spanne, während sich institutionelle Zuflüsse und regulatorische Unsicherheiten überlagern. Besonders der mögliche Zeitverzug bei einem zentralen US-Gesetzesprojekt sorgt dafür, dass viele Marktteilnehmer den Fuß vom Gas nehmen.

Seitwärtstrend mit klaren Marken

Aktuell notiert Bitcoin bei rund 92.422 US‑Dollar und liegt damit leicht unter dem Niveau von gestern. Auf Wochensicht steht trotz der kurzfristigen Schwäche ein Plus von gut 4 % zu Buche, seit Jahresbeginn sind es etwas über 4 %. Gleichzeitig bleibt die Distanz zum 52‑Wochen-Hoch mit knapp 26 % deutlich.

Charttechnisch spiegelt das eine Konsolidierung wider: Die Marke von 95.000 US‑Dollar erwies sich zuletzt als Hürde, während der Bereich um 90.000 US‑Dollar als zentrale Unterstützung gilt. Der RSI von 38 signalisiert ein eher vorsichtiges Sentiment, aber noch keinen klar überverkauften Zustand. Dass der Kurs nur moderat über seinem 50‑Tage-Durchschnitt liegt, passt zum Bild eines Marktes, der nach der Rally 2025 in einen abwartenden Modus gewechselt ist.

Derivatemarkt sendet Vorsichtssignal

Ein genauer Blick auf Futures und Perpetuals zeigt, wie defensiv viele Akteure derzeit agieren. Rund 86 % des offenen Interesses konzentrieren sich auf kurzfristige Kontrakte an der CME und in den Perpetual-Futures. Längere Laufzeiten sind deutlich weniger gefragt – ein Hinweis darauf, dass vor allem institutionelle Adressen ungern langfristige Richtungswetten auf dem aktuellen Kursniveau eingehen.

Dazu passen die gedrückten Funding-Rates in den Perpetuals. Sie deuten auf ein relativ ausgeglichenes Kräfteverhältnis zwischen Longs und Shorts und eine niedrige Hebelung hin. Von typischer FOMO-Stimmung, wie man sie in ausgeprägten Bullenphasen sieht, ist der Markt derzeit weit entfernt. Viele Trader setzen eher auf Kapitalerhalt und taktische Trades als auf aggressive Trendfortsetzung.

Interessant ist der Kontrast zu den US‑Spot-ETFs: Dort kam es Anfang der Woche zu den stärksten Nettozuflüssen an einem Tag seit dem 7. Oktober 2025. Passives Kapital nutzt also die Rücksetzer, um Positionen weiter auszubauen – ein struktureller Rückenwind, der kurzfristige Schwankungen jedoch nicht vollständig auffängt.

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CLARITY Act: Bremsklotz für die Stimmung

Auf der Nachrichtenfront dominiert heute ein Thema: die mögliche Verzögerung des US‑CLARITY Act. Das Gesetz soll den regulatorischen Rahmen für den Kryptomarkt in den USA schärfer definieren – unter anderem bei Marktstruktur, Einstufung von Assets und Anforderungen für Handelsplätze.

Die Investmentbank TD Cowen warnt nun, dass sich die Verabschiedung bis 2027 hinziehen könnte, vor allem wegen der anstehenden Midterm-Wahlen. Viele Marktteilnehmer hatten mit deutlich schnellerem Fortschritt im Jahr 2026 gerechnet. Die Aussicht auf jahrelange Unklarheit bei Fragen wie Wertpapier- oder Rohstoffklassifikation und Compliance-Anforderungen drückt auf die Risikobereitschaft.

Kurzfristig begrenzt diese Unsicherheit das Aufwärtspotenzial, weil ambitionierte Projekte und neue Geschäftsmodelle im Ökosystem länger im regulatorischen Graubereich verharren. Für Q1 2026 bedeutet das: Wachstum ja, aber wahrscheinlich ohne den Schub, den klare Leitplanken gebracht hätten.

Infrastruktur statt Spekulation

Parallel zur Seitwärtsphase bei Bitcoin verschiebt sich der Fokus im Umfeld der Kryptowährung weiter weg von reiner Spekulation hin zur Infrastruktur. 2026 steht zunehmend das „Finanz-Back-End“ im Vordergrund.

Ein Beispiel ist die DTCC, die zentrale Abwicklungsstelle des US‑Aktienmarkts. Sie treibt ein Pilotprojekt zur Tokenisierung von US‑Staatsanleihen für die Abwicklung voran, mit Live-Einsätzen noch im Laufe des Jahres. Solche Projekte zielen weniger auf Kursgewinne der Token ab, sondern auf effizientere und schnellere Abwicklungsprozesse im Hintergrund.

Auch andere große Finanzinstitute nutzen Blockchain-Technologie immer stärker als Settlement-Schicht, nicht primär für Spekulation. Das stärkt zwar die strukturelle Bedeutung der Technologie und indirekt auch die Rolle von Bitcoin im globalen Finanzsystem. Kurzfristig schlagen sich solche Entwicklungen aber oft nicht direkt im Kurs nieder, weil sie eher Prozesse als Handelsvolumen verändern.

Sentiment und Ausblick

Der Fear-&-Greed-Index steht aktuell bei 42 und signalisiert damit eine leichte Angstphase. Belastungsfaktoren sind vor allem das straffe makroökonomische Umfeld und der Abbau von Hebelpositionen, der bereits Ende 2025 eingesetzt hat. Die Marktstimmung passt damit gut zu den nüchternen Daten aus dem Derivatemarkt.

Strukturell bleibt die Ausgangslage jedoch solide: Anhaltende Zuflüsse in Spot-ETFs und die Etablierung von Bitcoin als Makro-Asset sprechen für einen intakten langfristigen Trend. Kurzfristig dürfte der Markt aber weiter von der Spanne zwischen 90.000 und 95.000 US‑Dollar geprägt sein. Ein klarer Bruch unter die 90.000er-Zone könnte eine tiefere Korrektur auslösen, während ein nachhaltiger Ausbruch über 95.000 US‑Dollar neue Dynamik in Richtung der Hochs aus 2025 freisetzen würde.

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