Handelskonflikte, sicherheitsorientierte Anleger und strengere Regeln – für Bitcoin verdichten sich die Wolken. Die Leitwährung des Kryptomarkts steht nach einer Phase solider Gewinne wieder unter Druck, während Kapital in klassische „sichere Häfen“ abwandert. Gleichzeitig dämpfen große Banken ihre Kursfantasien und die Regulierung zieht an. Wie robust ist Bitcoin in diesem Umfeld wirklich?

Abkehr von Risiko – Kryptos unter Druck

Auslöser der jüngsten Schwäche ist eine neue Runde geopolitischer Spannungen. US-Präsident Donald Trump hat Importzölle von 10 % auf Waren aus acht EU-Staaten ab dem 1. Februar angekündigt, mit der Option, diese bis Juni auf 25 % zu erhöhen. Hintergrund ist ein diplomatischer Konflikt um Grönland.

Die Folge: Anleger schichten um. Gold markiert neue Rekordstände, der japanische Yen legt zu – klassische Signale für eine Flucht in sicherere Anlagen. Risikoreichere Assets geraten im Gegenzug unter Druck, darunter vor allem Kryptowährungen. In den vergangenen 24 Stunden wurden rund 600 Millionen US-Dollar an gehebelten Long-Positionen im Kryptobereich liquidiert.

Bitcoin selbst notiert aktuell bei rund 93.000 US-Dollar. Auf Wochensicht ergibt sich damit noch ein Plus von gut 2 %, seit Jahresbeginn liegt der Zuwachs bei knapp 5 %. Gleichzeitig ist der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch mit gut 25 % deutlich, was zeigt, dass die Rally der vergangenen Monate ins Stocken geraten ist.

Analysten werden vorsichtiger

Parallel zur geopolitischen Unsicherheit sorgt eine veränderte Einschätzung der großen Häuser für zusätzlichen Druck. Ein prominentes Beispiel: Standard Chartered hat sein Bitcoin-Kursziel für Ende 2026 deutlich reduziert – von bislang 300.000 auf 150.000 US-Dollar.

Begründet wird der Schritt mit einer möglichen Sättigung auf Käuferseite bei sogenannten „Digital Asset Treasury Companies“ (DATs). Gemeint sind Firmen, die in großem Stil Bitcoin in der Bilanz halten und kontinuierlich zukaufen. Analysten verweisen hier insbesondere auf sehr aggressive Akkumulationsstrategien einzelner Unternehmen, die – gemessen an aktuellen Bewertungsniveaus – an ihre Grenzen stoßen könnten.

Damit stellt sich die Frage, ob ein wichtiger Nachfrageblock, der den Markt lange gestützt hat, künftig weniger Dynamik beisteuert. Die neue Prognose von Standard Chartered signalisiert zumindest, dass die Bank trotz grundsätzlich positiver Haltung ein geringeres Aufwärtspotenzial sieht als noch vor einigen Monaten.

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On-Chain-Daten: Starke Aktivität, konzentrierter Reichtum

Abseits der Kursbewegungen zeigt ein Blick auf die Blockchain-Daten ein anderes Bild: Das Netzwerk selbst läuft stabil und mit hoher Aktivität.

  • Die jüngsten Blöcke (etwa Blockhöhe 932.988 vom 19. Januar, 21:04 UTC) werden regulär mit der aktuellen Blocksubvention von 3,125 BTC gemined – ganz im Einklang mit dem Halving-Zyklus nach 2024.
  • Das Transaktionsvolumen bleibt hoch: Einzelne Blöcke verarbeiten Werte von mehr als 5.000 BTC, was auf eine weiterhin intensive Nutzung des Netzwerks hinweist.
  • Auch bei den großen Marktteilnehmern tut sich einiges. So hat eine große Adresse am 12. Januar 1.564 BTC zugekauft – ein Volumen im dreistelligen Millionenbereich in US-Dollar. Solche Bewegungen deuten darauf hin, dass zumindest einige kapitalkräftige Investoren die Schwächephasen vor dem jüngsten Rücksetzer aktiv genutzt haben.
  • Gleichzeitig bleibt die Vermögenskonzentration im Bitcoin-System hoch. Laut „Rich List“ halten Adressen im Bereich der Ränge 1.101 bis 1.200 jeweils mindestens rund 1.618 BTC. Die größte einzelne bekannte Adresse kommt sogar auf 248.597 BTC.

Die Kombination aus hoher Netzwerkaktivität und starker Konzentration bei wenigen großen Adressen unterstreicht: Operativ funktioniert Bitcoin stabil, die Marktmacht einiger Großhalter bleibt aber erheblich.

Regulierung: Mehr Transparenz, weniger Ertragsspielräume

Neben Makrofaktoren und Analystenstimmen prägt auch die Regulierung zunehmend die Rahmenbedingungen für Bitcoin und Co. Zwei Entwicklungen stechen derzeit heraus.

Großbritannien: Steuertransparenz im Fokus

Seit dem 1. Januar 2026 gelten im Vereinigten Königreich neue Transparenzvorgaben im Rahmen des Cryptoasset Reporting Framework (CARF). Kryptobörsen mit UK-Bezug müssen Kundendaten – insbesondere zu Konten und Transaktionen – automatisch an die Steuerbehörde HMRC übermitteln.

Ziel ist es, Steuerhinterziehung bei Kapitalerträgen auf Kryptoanlagen einzudämmen. Die britische Regierung rechnet damit, über einen Zeitraum von fünf Jahren mindestens 300 Millionen Pfund an zusätzlichen Steuereinnahmen zu generieren. Für den Markt bedeutet das: mehr Compliance-Aufwand für Anbieter und weniger Spielraum für intransparente Strukturen.

USA: Neuer Rahmen für Stablecoins

In den USA rückt die Marktstruktur vor allem bei Stablecoins in den Mittelpunkt. Ein am 12. Januar 2026 eingebrachter Gesetzesentwurf sieht vor, dass Emittenten von Stablecoins künftig keine Zinsen oder Renditen direkt an ihre Halter zahlen dürfen.

Die Bankenlobby konnte allerdings Ausnahmen durchsetzen: Drittplattformen sollen weiterhin sogenannte „Rewards“ für bestimmte Transaktionen anbieten dürfen. Für Nutzer dezentraler Finanzanwendungen (DeFi) bleibt die Ertragslandschaft damit komplex und fragmentiert, auch wenn direkte Zinsversprechen durch Emittenten selbst reguliert werden sollen.

Fazit: Belastungsfaktoren treffen auf stabiles Netzwerk

Bitcoin steckt aktuell in einem Spannungsfeld aus geopolitischer Unsicherheit, vorsichtiger gewordenen Kurszielen der Banken und einer zunehmend strengeren Regulierung, die auf mehr Transparenz und weniger Risiko angelegt ist. Kurzfristig dominieren der Abbau von Risikoengagements und die Liquidation gehebelter Positionen das Bild – die jüngsten 600 Millionen US-Dollar an Long-Liquidationen sind dafür ein klarer Beleg.

Gleichzeitig zeigt die Blockchain-Seite ein weiterhin robustes Netzwerk mit hoher Nutzung und spürbarer Aktivität großer Adressen. Entscheidend für die kommenden Wochen wird sein, ob sich nach dem aktuellen Rücksetzer wieder Käufer finden, die die Kombination aus deutlich unter dem Hoch liegendem Kursniveau und stabiler Netzwerkbasis als Chance sehen – oder ob die Risikoscheu angesichts Handelskonflikten und neuer Regeln länger nachwirkt.

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