Bitcoin: Neuer Auftrieb
Bitcoin startet ins Jahr 2026 mit Rückenwind. Nach der Korrektur zum Jahresende kehrt Risikobereitschaft zurück – getrieben von frischem Kapital über Spot-ETFs, aktiveren Großanlegern und einer Entspannung nach dem steuergetriebenen Verkaufsdruck im Dezember. Im Raum steht die Frage, ob daraus mehr als nur eine technische Erholung wird.
Kurserholung nach Jahresend-Schwäche
Bitcoin notiert aktuell bei rund 93.211 US‑Dollar und liegt damit gut 5 % über dem Stand zu Jahresbeginn. Seit dem Tief Ende November hat sich der Kurs deutlich gefangen, bleibt aber noch rund ein Viertel unter dem Rekordhoch von Oktober 2025.
Technisch betrachtet hat sich die Lage aufgehellt: Der Preis liegt über dem 50‑Tage-Durchschnitt, der RSI von 38,1 signalisiert weder Überhitzung noch akute Schwäche. Marktbeobachter wie 10X Research sprechen von einem wieder intakten Aufwärtstrend, solange der Kurs über wichtigen kurzfristigen Durchschnittslinien bleibt. Auf der Oberseite rückt für viele Trader der Bereich knapp unter 100.000 US‑Dollar als nächste psychologisch und charttechnisch relevante Zone in den Blick.
Spot-ETFs: Institutionelle kommen zurück
Einen wesentlichen Schub liefern die US‑Spot‑Bitcoin‑ETFs. Nach deutlichen Abflüssen im vierten Quartal sind zu Jahresbeginn wieder nennenswerte Mittelzuflüsse zu sehen. Allein in den ersten beiden Handelstagen 2026 flossen den elf US‑gelisteten Produkten zusammen über 1 Milliarde US‑Dollar zu.
Marktanalysten werten dies als Bruch mit der vorangegangenen „De-Risking“-Phase, in der institutionelle Investoren im vierten Quartal Milliarden aus dem Kryptosektor abzogen. Nun kehrt ein Teil dieses Kapitals zurück und stabilisiert die Preise – nicht nur bei Bitcoin, sondern laut BRN‑Analyst Timothy Misir auch bei Ethereum und XRP. Gerade in einem ansonsten dünnen Feiertagshandel haben diese ETF-Flows spürbaren Einfluss auf die Preisbildung.
On-Chain-Daten: Wale werden aktiver
On-Chain-Kennzahlen zeigen eine deutliche Verschiebung in der Marktstruktur. Laut CryptoQuant ist die durchschnittliche Einzahlungsgröße von Bitcoin auf Binance im Dezember 2025 auf 21,7 BTC pro Transaktion gestiegen – ein Faktor 34 gegenüber den 0,86 BTC Anfang 2024. Das deutet auf eine stärkere Aktivität größerer Adressen hin.
SynFutures‑COO Wenny Cai interpretiert diesen Sprung als Zeichen dafür, dass vor allem größere Halter wieder verstärkt handeln – typischerweise ein Signal für spekulativere Phasen, in denen Profiinvestoren und „Wale“ den Ton angeben, weniger der breite Retail-Markt.
Glassnode meldet zudem eine Belebung der Netzwerkaktivität: Mehr aktive Adressen, höhere Transfervolumina, aber weiterhin moderate Transaktionsgebühren. Gleichzeitig bleibt das Wachstum des realisierten Kapitals negativ. Das heißt: Strukturell fließt per Saldo noch Kapital aus dem Markt ab, die jüngste Aufwärtsbewegung basiert also eher auf relativer Angebotsknappheit und taktischen Zuflüssen als auf einem breit angelegten neuen Nachfragezyklus.
Optionen deuten auf 100.000‑Marke
Auch am Optionsmarkt zeigt sich neu erwachter Optimismus. Daten von Deribit weisen auf stärkeres Interesse an Call-Optionen mit Strikes um 98.000 bis 100.000 US‑Dollar hin. 10X Research berichtet von einem klaren Umschwung: Statt Calls auf der Oberseite zu verkaufen, kaufen Trader diese nun vermehrt – ein Muster, das auf Erwartungen weiterer Kursanstiege schließen lässt.
Wintermute‑Manager Jake Ostrovskis bestätigt, dass die Call-Aktivität bei den großen Coins zunimmt und speziell Block-Trades im Bereich der 98k–100k‑Calls für Januar und Februar zulegen. Der Markt preist damit zumindest die Möglichkeit eines Tests der sechsstelligem Marke in den kommenden Wochen ein.
Markttreiber: Steuerverkauf vorbei, Geopolitik rückt in den Fokus
Die Rallye folgt unmittelbar auf das Ende des steuerlich motivierten Jahresendverkaufs. Viele US‑Anleger hatten im Dezember Verluste realisiert, um Gewinne in anderen Anlageklassen zu kompensieren – ein Faktor, der den Kursdeckel nach oben bildete. Mit Auslaufen dieser Effekte entfällt dieser Verkaufsdruck.
Parallel dazu verändern sich die Rahmenbedingungen:
- Kryptos bewegen sich wieder stärker im Gleichklang mit anderen Risikoassets
- Die Erwartungen an die Geldpolitik („Policy Optionality“) rücken zum Jahresstart wieder in den Fokus
- Geopolitische Spannungen – etwa durch jüngste US‑Militäraktionen in Venezuela – stützen die Erzählung von Bitcoin als „hartem Asset“
Jeff Anderson von STS Digital spricht in diesem Zusammenhang von einem Mix aus frischen Risikobudgets, Umschichtungen aus gut gelaufenen Anlagen und Zuflüssen in Sachwerte vor dem Hintergrund der Venezuela-Schlagzeilen.
Dünne Liquidität bleibt Risiko
Trotz der freundlichen Kursentwicklung bleibt die Marktstruktur fragil. Laut Giottus‑CEO Vikram Subburaj liegen die Spot‑Handelsvolumina auf Mehrjahrestiefs, die Orderbücher sind vergleichsweise dünn.
Die Folge: Schon moderate Zu- oder Abflüsse können überproportional starke Kursbewegungen auslösen – nach oben wie nach unten. Subburaj sieht die kurzfristige Struktur zwar von Schwäche auf Stärke gedreht, warnt aber davor, die Rallye mit einem breit abgestützten Aufschwung zu verwechseln, solange die Liquidität so begrenzt ist.
Ausblick: Schwankungsreiches, aber konstruktives Q1
Für den weiteren Verlauf des ersten Quartals zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. Prominente Stimmen wie Fundstrat‑Mitgründer Tom Lee halten neue Höchststände bereits bis Ende Januar für möglich. Die Mehrzahl der Analysten rechnet jedoch eher mit einer volatilen Seitwärtsphase, in der die aktuelle Bewegung als Neuausrichtung nach dem starken Jahr 2025 gesehen wird – nicht als Startschuss für eine ungebremste Rally.
Strukturell bleibt Bitcoin stabil verankert: Rund 19,97 Millionen der maximal 21 Millionen BTC sind im Umlauf, die Hashrate liegt bei über 951 EH/s und signalisiert ein robustes Netzwerk. Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 1,87 Billionen US‑Dollar beansprucht Bitcoin weiterhin rund 60 % des gesamten Kryptomarkts für sich. Entscheidend für die weitere Entwicklung im ersten Quartal wird sein, ob die jüngsten ETF-Zuflüsse und die verstärkte Aktivität großer Adressen in nachhaltige, breit getragene Nachfrage übergehen oder vorerst nur eine technische Erholungsphase markieren.
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