Bitcoin geht nach einer bewegten Woche mit klar konstruktiver Ausgangslage ins Wochenende. Starke ETF-Zuflüsse, knapper werdendes Angebot an den Börsen und zurückhaltendere Gewinnmitnahmen der Langfristanleger stützen das Bild. Entscheidend bleibt nun, ob die Kryptowährung die aktuelle Unterstützungszone verteidigt und damit den Boden für einen erneuten Angriff auf die Marke von 100.000 US‑Dollar legt.

Kursbild und Schlüsselmarken

Nach einem Zwischenhoch knapp unter 98.000 US‑Dollar in dieser Woche hat sich Bitcoin zuletzt um rund 95.500 US‑Dollar eingependelt. Trotz des leichten Rücksetzers zum Wochenschluss liegt der Kurs damit spürbar über den Dezember-Tiefs und über dem 50‑Tage‑Durchschnitt, was technisch weiterhin für eine intakte Aufwärtsstruktur spricht.

Die Zone zwischen etwa 94.500 und 96.000 US‑Dollar gilt derzeit als zentrale Unterstützung. Sie fungierte zuvor über Wochen als Widerstand und markiert nun aus Marktsicht die Trennlinie zwischen einer möglichen Fortsetzung in Richtung 100.000 US‑Dollar und einer längeren Seitwärtsphase. Ergänzend notiert der 14‑Tage‑RSI mit rund 38 Punkten eher im neutralen bis leicht abgekühlten Bereich – überkauft wirkt der Markt damit nicht.

ETF-Zuflüsse und institutionelle Nachfrage

Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Entwicklung sind die Spot-Bitcoin-ETFs. In der laufenden Woche flossen ihnen über 1,7 Milliarden US‑Dollar zu, angeführt vom iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock. Allein am 15. Januar wurden ETF-Zuflüsse von 843,6 Millionen US‑Dollar registriert – der bislang höchste Tageswert des Jahres.

Diese starke Nachfrage hilft, Verkaufsdruck von Langfristanlegern aufzufangen, die überwiegend im zweiten Quartal 2025 eingestiegen sind. Beobachter werten die anhaltenden ETF-Käufe als Zeichen, dass sich die Marktstruktur von einer Verteilungs- hin zu einer erneuten Akkumulationsphase verschiebt.

Auch auf Unternehmensebene bleibt Bitcoin ein Thema: Strategy (vormals MicroStrategy) hat seine Bestände um weitere 1.287 BTC auf nun 673.783 BTC erhöht. Gleichzeitig machte Metaplanet-CEO Simon Gerovich deutlich, dass Bitcoin in vielen Vorstandsetagen schlicht nicht auf der Agenda steht – weniger aus aktiver Ablehnung, sondern eher, weil das Thema oft gar nicht erst diskutiert wird.

On-Chain-Daten: Angebot verknappt sich

On-Chain-Kennzahlen untermauern das Bild eines knapper werdenden Handelsangebots. Die auf Börsen liegenden Bitcoin-Bestände sind auf rund 1,8 Millionen BTC und damit auf den niedrigsten Stand seit 2017 gefallen. Viele Coins wandern offenbar in langfristige Verwahrung, was das frei verfügbare Angebot reduziert und bei anziehender Nachfrage stärkere Ausschläge nach oben ermöglichen kann.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bitcoin?

Zugleich hat sich die Gewinnmitnahme durch Langfristhalter deutlich beruhigt. Glassnode zufolge realisieren diese derzeit im Schnitt rund 12.800 BTC pro Woche als Nettogewinne – weit weniger als in früheren Zyklusspitzen, als zeitweise über 100.000 BTC pro Woche abgebaut wurden. Gewinne werden also weiterhin mitgenommen, aber deutlich weniger aggressiv als in klassischen Verteilungsphasen.

Makro: Fed-Personalien und Zinsperspektive

Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgten politische Signale aus den USA. Präsident Donald Trump deutete an, dass der als eher zinsfreundlich geltende Kevin Hassett wohl nicht Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der Federal Reserve wird. Stattdessen nannte er Kevin Warsh als Favoriten.

Nach Einschätzung von Aurelie Barthere (Nansen) gilt Hassett als „dovisher“ und damit tendenziell freundlicher gegenüber Risikoanlagen und Krypto als Warsh. Die Aussicht auf länger höhere Zinsen könnte daher zum Gegenwind für Bitcoin werden, nachdem steigende Renditen sichere Anlagen attraktiver machen. Parallel dazu warnte der CEO der Bank of America vor einem „ernsten Krypto-Risiko“ im Umfang von 6 Billionen US‑Dollar – ein weiterer Beleg dafür, wie stark das Thema inzwischen im klassischen Finanzsystem angekommen ist.

Derivatemarkt und Stimmung

Am Optionsmarkt zeigt sich vorsichtiger Optimismus. Viele Calls bündeln sich um die Marke von 100.000 US‑Dollar, was auf Positionierungen für weiteres Aufwärtspotenzial hindeutet – jedoch ohne die Übertreibungszeichen früherer Hypephasen. Auf der Unterseite sind Puts im Bereich zwischen 70.000 und 90.000 US‑Dollar gefragt, was auf ein weiterhin abgesichertes, eher nüchternes Sentiment schließen lässt.

Auch auf den Spotmärkten verschiebt sich das Kräfteverhältnis leicht in Richtung Käuferseite. Der Net-Taker-Volume-Indikator ist ins Positive gedreht und signalisiert überwiegend kaufgetriebene Orderflüsse auf großen Börsen wie Binance. Coinbase, zuletzt ein beständiger Quell von Verkaufsdruck, hat seine Nettoverkäufe spürbar zurückgefahren.

Mining-Sektor: Stabil trotz Rücksetzer

Trotz der Distanz zum Allzeithoch von rund 126.000 US‑Dollar aus dem Oktober zeigen sich die Miner vergleichsweise robust. JPMorgan konstatiert, dass US‑gelistete Bitcoin-Mining-Unternehmen mit steigenden Umsätzen, verbesserten Margen und sich erholenden Bewertungen ins Jahr 2026 gestartet sind.

Auffällig war in dieser Woche insbesondere Riot Platforms: Die Aktie legte nach der Ankündigung einer Leasingvereinbarung mit AMD um über 10 % zu. Der Deal wird als wichtiger Schritt hin zu einer breiteren Aufstellung im Bereich KI-Infrastruktur gewertet und zeigt, dass Miner zunehmend versuchen, ihre Geschäftsmodelle jenseits des reinen Bitcoin-Schürfens zu diversifizieren.

Fazit: Wichtige Unterstützungszone im Fokus

In Summe präsentiert sich Bitcoin aktuell mit einer konstruktiven Ausgangslage: starke ETF-Zuflüsse, sinkende Börsenbestände und moderatere Gewinnmitnahmen der Langfristhalter stützen das bullische Grundszenario. Kurzfristig bleibt die Zone zwischen 94.500 und 96.000 US‑Dollar der zentrale Bereich, an dem sich entscheidet, ob die Konsolidierung die Basis für einen erneuten Anlauf auf 100.000 US‑Dollar bildet oder in eine längere Seitwärtsphase übergeht. Parallel dazu dürften Personalentscheidungen an der Fed-Spitze und der weitere Zinsausblick in den kommenden Wochen wesentliche Impulse für die nächste größere Bewegungsrichtung liefern.

Bitcoin: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bitcoin-Analyse vom 17. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Bitcoin-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bitcoin-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bitcoin: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...