Vier rote Monate in Folge – das gab es bei Bitcoin zuletzt im Krypto-Winter 2018. Gleichzeitig geraten Miner wirtschaftlich an ihre Grenzen, während Kapital aus US-Spot-ETFs abfließt. Entscheidend ist jetzt, ob der Markt im Bereich der jüngsten Tiefs Stabilität findet – oder ob die nächsten Verkäufe nachlegen.

Sentiment kippt – und Liquidität fehlt

Die Stimmung ist deutlich eingetrübt. Der „Fear & Greed Index“ rutschte in den Bereich „Extreme Fear“ (14 bis 18). Das signalisiert: Viele Marktteilnehmer meiden Risiko – und genau das macht Erholungen anfälliger.

Dazu kommt ein strukturelles Problem: Laut Kaiko-Daten (via Bloomberg) liegt die Markttiefe mehr als 30% unter dem Niveau vom Oktober-Hoch. Heißt übersetzt: Es stehen weniger Kauf- und Verkaufsorders im Orderbuch, größere Trades bewegen den Kurs leichter. In so einem Umfeld können Abwärtsbewegungen schneller „durchrutschen“.

Am 30. Januar verschärfte sich das zusätzlich durch Zwangsverkäufe: Bloomberg berichtet von mehr als 2,2 Mrd. USD an liquidierten, gehebelten Krypto-Positionen innerhalb von 24 Stunden – vor allem Long-Positionen traf es.

Miner unter Stress – nahe an der Abschaltgrenze

Besonders brisant ist die Lage im Mining-Sektor. Der Miner Profit and Loss Sustainability Index fiel laut CryptoQuant (berichtet am 31. Januar) auf 21 – den niedrigsten Wert seit November 2024. Gleichzeitig sackten die täglichen Mining-Erlöse innerhalb weniger Tage von rund 45 Mio. auf etwa 28 Mio. USD ab (CoinDesk).

Warum ist das wichtig? Weil ein Teil der Miner bei anhaltendem Druck gezwungen sein könnte, Geräte abzuschalten oder Reserven zu verkaufen.

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Ein Blick auf die Kostenlage zeigt, wie eng es wird: Antpool-Daten verorten die „Shutdown Prices“ vieler Antminer-S21-Geräte zwischen 69.000 und 74.000 USD je BTC. Bei Stromkosten um 0,08 USD/kWh rückt für einige Betreiber die Gewinnschwelle gefährlich nahe.

Zusätzlicher Gegenwind kam Ende Januar aus den USA: Ein schwerer Wintersturm im Osten zwang mehrere große Miner zur Drosselung. Laut CoinDesk fiel die Netzwerk-Hashrate seit dem 11. November um rund 12% – der größte Rückgang seit Chinas Mining-Verbot 2021. In der Spitze sank die Produktion bei börsennotierten Minern von 77 BTC pro Tag auf nur noch 28 BTC.

Wichtige Punkte im Überblick:
- Mining-Profitabilität auf Mehrmonatstief (Index bei 21)
- Shutdown-Zone vieler Geräte: 69.000–74.000 USD
- Hashrate-Rückgang: ca. 12% seit November
- Hohe Liquidationen verstärken den Abwärtsdruck

Makro-Faktoren und ETF-Abflüsse bremsen

Auch von der Makroseite kommt Gegenwind. Glassnode-Analysten (via Cryptonews) sprechen von einem „hawkish shock“: Die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Fed-Chef zusammen mit einem höher als erwarteten Erzeugerpreisindex (PPI) habe Risikoanlagen belastet – inklusive Kryptowährungen.

Parallel ziehen sich ETF-Investoren zurück. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 30. Januar laut SoSoValue Abflüsse von 509,7 Mio. USD. Auffällig: Bei BlackRocks Produkt wurden negative Flüsse von 528,3 Mio. USD genannt. Zudem liegt Bitcoin unter der durchschnittlichen Kostenbasis dieser ETF-Produkte – viele typische ETF-Käufer sitzen damit aktuell auf Buchverlusten, was den Verkaufsdruck verstärken kann.

Ein weiterer Stresspunkt: Strategy (ehemals MicroStrategy) rutschte laut Cryptonews mit seinen Bitcoin-Beständen ins Minus, nachdem BTC unter den durchschnittlichen Einstand von 76.037 USD fiel. Bei 712.647 BTC in der Treasury entspräche das unrealisierten Verlusten von über 900 Mio. USD.

Was kurzfristig helfen könnte

Ein Lichtblick kommt aus dem Netzwerk selbst: Die nächste Difficulty-Anpassung wird um den 8. bis 10. Februar erwartet und könnte laut KuCoin-Analyse um etwa 14–18% sinken. Das würde die Profitabilität der verbleibenden Miner spürbar entlasten – und damit zumindest einen Teil des sektorinternen Drucks reduzieren.

Am Markt ist der Rücksetzer inzwischen sichtbar: Mit 76.143 USD markierte Bitcoin heute sein 52‑Wochentief (Stand: 04.02.2026). Ob die erwartete Difficulty-Senkung reicht, um den Markt zu beruhigen, hängt aber nicht nur am Mining – entscheidend bleiben auch die ETF-Flüsse und das Makro-Umfeld in den kommenden Tagen.

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