BioNTech Aktie: Übernahme perfekt, Klage droht
BioNTech steht aktuell im Zentrum zweier gegensätzlicher Entwicklungen. Einerseits hat das Mainzer Unternehmen die Übernahme des Konkurrenten CureVac endgültig abgeschlossen und damit seine technologische Basis im mRNA-Sektor gefestigt. Andererseits sorgt neuer juristischer Gegenwind für Unruhe: Der Bayer-Konzern wirft dem Impfstoffhersteller Patentverletzungen vor und fordert Schadenersatz.
Historische Agrar-Technik als Streitpunkt
Die juristische Auseinandersetzung wurde am Dienstag durch Bayers Tochtergesellschaft Monsanto angestoßen. In einer Klage vor einem Bundesgericht in Delaware beschuldigt der Konzern BioNTech, Pfizer und Moderna, geistiges Eigentum verletzt zu haben.
Der Kern des Vorwurfs ist ungewöhnlich: Monsanto argumentiert, dass die Impfstoffhersteller eine Technologie nutzen, die ursprünglich in den 1980er Jahren zur Stabilisierung von mRNA in Pflanzen entwickelt wurde, um diese widerstandsfähiger gegen Schädlinge zu machen. Diese Methode sei kopiert worden, um das genetische Material in den COVID-19-Impfstoffen zu stabilisieren.
Für Anleger ist ein Detail entscheidend: Bayer zielt mit der Klage nicht darauf ab, die Produktion oder den Vertrieb der Impfstoffe zu stoppen. Es geht rein um finanzielle Entschädigung in noch ungenannter Höhe.
CureVac ist Geschichte
Während die Juristen Arbeit bekommen, ist die strategische Konsolidierung abgeschlossen. BioNTech bestätigte am heutigen Mittwoch, den 7. Januar 2026, den finalen Vollzug der CureVac-Übernahme. Nach der Anpassung der Satzung und dem sogenannten Squeeze-out der verbliebenen Minderheitsaktionäre ist BioNTech nun alleiniger Eigentümer des operativen Geschäfts.
Die Aktien von CureVac sind damit vom Markt verschwunden. Für BioNTech bedeutet dieser Schritt eine direkte Stärkung der eigenen Plattform, insbesondere durch ergänzende Kapazitäten im Bereich mRNA-Design und Formulierungen.
Marktreaktion und Zahlen
Die Aktie reagierte zuletzt sensibel auf das komplexe Nachrichtenumfeld. Nach einem deutlichen Rücksetzer von über 11 Prozent in den vergangenen sieben Tagen notiert das Papier aktuell bei 84,20 Euro. Der Kurs bewegt sich damit in der Nähe des 50-Tage-Durchschnitts von 85,87 Euro.
Der neue Rechtsstreit erweitert die Liste der Patentkonflikte, die seit dem kommerziellen Erfolg der COVID-Vakzine schwelen. Allein im Jahr 2024 generierte der Impfstoff Comirnaty noch 3,3 Milliarden Dollar Umsatz. Analysten, wie zuletzt HC Wainwright & Co., blieben trotz der juristischen Risiken überwiegend positiv gestimmt und sehen das Potenzial eher in der Pipeline als in den Altlasten der Pandemie.
Blick auf den März
Der Fokus der Investoren dürfte sich nun schnell wieder auf das operative Geschäft richten. Am 10. März 2026 wird BioNTech die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorlegen. Neben den finanziellen Auswirkungen der CureVac-Integration wird dann vor allem der Fortschritt der Onkologie-Sparte im Mittelpunkt stehen, insbesondere die Entwicklung des Antikörper-Kandidaten BNT327.
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