BioNTech steht vor dem größten Einschnitt seit der Gründung. Ugur Sahin und Özlem Türeci, die das Unternehmen aufgebaut und mit dem mRNA-Impfstoff weltbekannt gemacht haben, werden ihre operativen Führungsrollen bis Ende 2026 abgeben. Gleichzeitig lieferte das Unternehmen gestern Jahreszahlen, die den schwierigen Übergang von der Pandemie-Ära in die Onkologie deutlich widerspiegeln.

Führungswechsel und neues Forschungsvorhaben

Sahin und Türeci planen, ein unabhängiges Unternehmen für mRNA-Innovationen der nächsten Generation zu gründen. BioNTech wird dafür bestimmte mRNA-Rechte und -Technologien einbringen und erhält im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung sowie potenzielle Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren.

Die Nachfolgesuche hat bereits begonnen. Für BioNTech bedeutet der Abgang der Gründer einen klaren Generationenwechsel: Das Unternehmen soll künftig als kommerziell ausgerichteter Onkologie-Spezialist weitergeführt werden – ohne die Köpfe, die es geprägt haben.

Zahlen unter Druck, Kasse gut gefüllt

Die Jahreszahlen für 2025 zeigen den anhaltenden Rückgang nach dem Impfstoff-Boom. Der Gesamtumsatz lag bei 2,9 Milliarden Euro, der Nettoverlust stieg auf 1,1 Milliarden Euro – nach einem Verlust von rund 665 Millionen Euro im Vorjahr. Für 2026 erwartet das Management einen weiteren Umsatzrückgang auf 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro, während die F&E-Ausgaben mit 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro die Erlöse deutlich übersteigen werden.

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Dem steht eine komfortable Liquiditätsposition gegenüber: BioNTech verfügt über 17,2 Milliarden Euro in Barmitteln und Wertpapieren. Das Management sieht darin ausreichend Kapital, um die laufenden Onkologie-Programme bis 2030 zu finanzieren.

Onkologie als neues Fundament

Der strategische Schwerpunkt liegt auf einer wachsenden Krebspipeline. Bis Ende 2026 strebt BioNTech 15 laufende Phase-3-Studien an. Im Fokus stehen dabei Immunmodulatoren, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate sowie mRNA-basierte Krebsimmuntherapien – darunter der bispezifische Kandidat Pumitamig und der Anti-CTLA-4-Antikörper Gotistobart.

Die Aktie notiert derzeit knapp über ihrem 52-Wochen-Tief und hat in den vergangenen 30 Tagen rund 21 Prozent an Wert verloren. Der Markt bewertet den Führungswechsel und die weiter sinkenden Umsatzerwartungen offensichtlich skeptisch. Ob die Onkologie-Pipeline diesen Vertrauensverlust mittelfristig ausgleichen kann, werden die erwarteten Studiendaten im Laufe des Jahres zeigen.

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